{"id":67320,"date":"2022-06-20T12:03:54","date_gmt":"2022-06-20T10:03:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=67320"},"modified":"2022-06-20T12:03:54","modified_gmt":"2022-06-20T10:03:54","slug":"verfassungsbeschwerde-zu-einer-warnung-des-bundesamtes-fuer-sicherheit-in-der-informationstechnik-vor-software-nicht-zur-entscheidung-angenommen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/verfassungsbeschwerde-zu-einer-warnung-des-bundesamtes-fuer-sicherheit-in-der-informationstechnik-vor-software-nicht-zur-entscheidung-angenommen\/","title":{"rendered":"Verfassungsbeschwerde zu einer Warnung des Bundesamtes f\u00fcr Sicherheit in der Informationstechnik vor Software nicht zur Entscheidung angenommen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mit am 10.06.2022 ver\u00f6ffentlichten Beschluss hat die 3. Kammer des Ersten Senats die Verfassungsbeschwerde eines Herstellers eines Virenschutzprogramms nicht zur Entscheidung angenommen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Bundesamt f\u00fcr Sicherheit in der Informationstechnik hatte gegen die von der Beschwerdef\u00fchrerin vertriebene Virenschutzsoftware am 15. M\u00e4rz 2022 eine Warnung ausgesprochen. Den auf Unterlassung und Widerruf der Warnung gerichteten Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung lehnte das Verwaltungsgericht ab. Die dagegen gerichtete sofortige Beschwerde blieb ohne Erfolg. Hiergegen wendet sich die Beschwerdef\u00fchrerin mit ihrer Verfassungsbeschwerde, mit der ein Eilantrag verbunden ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Verfassungsbeschwerde ist unzul\u00e4ssig, womit sich der Eilantrag erledigt. Die Darlegungen der Beschwerdef\u00fchrerin gen\u00fcgen den gesetzlichen Anforderungen nicht. Es ist nicht ausgef\u00fchrt, dass die Verwaltungsgerichte gerade durch die Art und Weise der Bearbeitung des Antrags auf Erlass einer einstweiligen Anordnung Grundrechte verletzt haben. Zudem erscheint es der Beschwerdef\u00fchrerin nach den Darlegungen nicht unzumutbar, eine Entscheidung in der Hauptsache vor den Verwaltungsgerichten abzuwarten. Daher ist die Verfassungsbeschwerde hier subsidi\u00e4r. Erst die eingehende Pr\u00fcfung der Sach- und Rechtslage durch die Fachgerichte versetzt das Bundesverfassungsgericht in die Lage, die grundrechtsrelevanten Fragen entscheiden zu k\u00f6nnen. Hier kommt es auf die tats\u00e4chlichen Umst\u00e4nde der Gew\u00e4hrleistung der Sicherheit in der Informationstechnik der von Beschwerdef\u00fchrerin vertriebenen Virenschutzsoftware an, die fachgerichtlich aufgekl\u00e4rt werden muss. Dass hier ausnahmsweise vorher zu entscheiden w\u00e4re, weil der Beschwerdef\u00fchrerin bei Abwarten der Entscheidung im Hauptsacheverfahren ein schwerer und unabwendbarer Nachteil droht, ist nicht hinreichend dargelegt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: BVerfG, Pressemitteilung vom 10.06.2022 zum Beschluss 1 BvR 1071\/22 vom 02.06.2022<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit am 10.06.2022 ver\u00f6ffentlichten Beschluss hat die 3. Kammer des Ersten Senats die Verfassungsbeschwerde eines Herstellers eines Virenschutzprogramms nicht zur Entscheidung angenommen. Das Bundesamt f\u00fcr Sicherheit in der Informationstechnik hatte gegen die von der Beschwerdef\u00fchrerin vertriebene Virenschutzsoftware am 15. M\u00e4rz 2022 eine Warnung ausgesprochen. 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