{"id":67340,"date":"2022-06-20T12:09:36","date_gmt":"2022-06-20T10:09:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=67340"},"modified":"2022-06-20T12:09:36","modified_gmt":"2022-06-20T10:09:36","slug":"die-wirtschaftliche-lage-in-deutschland-im-juni-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/die-wirtschaftliche-lage-in-deutschland-im-juni-2022\/","title":{"rendered":"Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im Juni 2022"},"content":{"rendered":"\n<ul><li>Die deutsche Wirtschaft hat sich nach dem Kriegs-Schock vorerst stabilisiert. Die Produktion verzeichnete wieder einen leichten Anstieg, wird aber weiterhin von den Kriegsfolgen gebremst. Die Auftragseing\u00e4nge im Verarbeitenden Gewerbe waren erneut von Unsicherheit gepr\u00e4gt und gingen sp\u00fcrbar zur\u00fcck. Die Stimmung in den Unternehmen hat sich allerdings aufgehellt. Vor allem die Beurteilung der aktuellen Lage war deutlich optimistischer, die Erwartungen blieben ged\u00e4mpft.<\/li><li>Die Ums\u00e4tze im Einzelhandel haben sich im April gegen\u00fcber dem Vormonat wieder deutlich verringert, nachdem sie im M\u00e4rz gestiegen waren. Die Stimmung unter den Verbrauchern wird ma\u00dfgeblich von der Unsicherheit aufgrund des Kriegs in der Ukraine und der hohen Inflation getr\u00fcbt, was sich nicht so schnell \u00e4ndern d\u00fcrfte.<\/li><li>Die Inflationsrate erh\u00f6hte sich von April auf Mai um 0,4 Prozentpunkte auf 7,8 % und lag damit auf einem Niveau wie zuletzt im Winter 1973\/74 w\u00e4hrend der ersten \u00d6lkrise. Die Preise f\u00fcr Energie trugen mit rund 4 Prozentpunkten am st\u00e4rksten zur hohen Inflationsrate bei. Nahezu 1 Prozentpunkt kam von dem Preisanstieg f\u00fcr Nahrungsmitteln. Die Kernrate, bei der diese beiden volatilen Preiskomponenten herausgerechnet werden, blieb allerdings unver\u00e4ndert bei 3,8 %.<\/li><li>Der Arbeitsmarkt zeigt sich weiter stabil, auch wenn die Dynamik am aktuellen Rand etwas nachl\u00e4sst. Im Mai ging die registrierte Arbeitslosigkeit saisonbereinigt erneut zur\u00fcck und die Erwerbst\u00e4tigkeit hat im April saisonbereinigt merklich zugenommen. Die Inanspruchnahme der Kurzarbeit lag im M\u00e4rz mit rund 0,55 Mio. Personen deutlich niedriger als im Vormonat.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2 id=\"die-deutsche-wirtschaft-zeigt-sich-robust-%e2%80%93-ausblick-weiter-von-unsicherheit-gepr%c3%a4gt\">Die Deutsche Wirtschaft zeigt sich robust \u2013 Ausblick weiter von Unsicherheit gepr\u00e4gt<\/h2>\n\n\n\n<p>Die deutsche Wirtschaft hat sich nach der russischen Invasion der Ukraine vorerst stabilisiert. Die ersten verf\u00fcgbaren Indikatoren f\u00fcr den Berichtsmonat April entwickelten sich nach dem ersten Kriegs-Schock im M\u00e4rz uneinheitlich. Die Industrieproduktion war leicht aufw\u00e4rtsgerichtet, auch der deutsche Au\u00dfenhandel erholte sich. Dennoch ist die Unsicherheit seit Kriegsbeginn nach wie vor hoch. Dies zeigte sich vor allem in den r\u00fcckl\u00e4ufigen Auftragseing\u00e4ngen im Verarbeitenden Gewerbe, aber auch die Einzelhandelsums\u00e4tze haben sich wieder deutlich verringert. Die hohe Inflation zehrt an der Kaufkraft und d\u00e4mpft die Konsumstimmung, auch wenn sich die R\u00fccknahme von Corona-Beschr\u00e4nkungen in den konsumnahen Dienstleistungsbereichen \u2013 f\u00fcr sich genommen \u2013 positiv auswirkte. Die umfragebasierten Stimmungsindikatoren hellten sich im Mai auf, das ifo Gesch\u00e4ftsklima stieg merklich an. Dabei verbesserte sich vor allem die Beurteilung der aktuellen Lage. Die Erwartungen ver\u00e4nderten sich kaum.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Inflationsrate erh\u00f6hte sich im Mai nochmals und liegt nun mit 7,9 % auf einem Niveau wie zuletzt im Winter 1973\/74 w\u00e4hrend der ersten \u00d6lkrise. Nach wie vor sind es vor allem die Preise f\u00fcr Energie, die die allgemeine Teuerung treiben, aber auch die Preise f\u00fcr Nahrungsmittel nahmen im Mai merklich zu. Der Ausblick f\u00fcr die weitere wirtschaftliche Entwicklung steht damit weiter unter dem Vorzeichen der hohen Energiepreise, wobei der eingef\u00fchrte Tankrabatt f\u00fcr eine Entlastung in den Sommermonaten sorgen d\u00fcrfte. Die weitere Entwicklung ist jedoch auch von den Unsicherheiten aufgrund des russischen Angriffskriegs in der Ukraine gepr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"weltwirtschaft-entwickelt-sich-zur%c3%bcckhaltender\">Weltwirtschaft entwickelt sich zur\u00fcckhaltender<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Weltwirtschaft wird weiterhin vom Krieg in der Ukraine beeinflusst.<br \/>Die weltweite Industrieproduktion war im M\u00e4rz mit -1,0 % gegen\u00fcber Vormonat r\u00fcckl\u00e4ufig. Auch der Welthandel verringerte sich gegen\u00fcber Februar, wenn auch nur leicht (-0,2 %). Der Stimmungsindikator von S&amp;P Global (ehemals IHS Markit) spricht f\u00fcr eine leichte Erholung. Er stieg im Mai auf 51,50 Punkte und lag damit weiterhin \u00fcber der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Die ifo-Exporterwartungen waren ebenfalls etwas optimistischer als im Vormonat. Wegen der strikten Null-Covid-Politik in China mit ihren weitreichenden Schlie\u00dfungen ganzer Ballungsr\u00e4ume stehen im Hafen von Shanghai immer noch rund 3 % der weltweiten Containerfrachtkapazit\u00e4t im Stau. Zwar gab es in Shanghai zuletzt weitreichende Lockerungen, sollte es aber erneut zu Lockdowns solcher Gr\u00f6\u00dfenordnungen in China kommen, dann w\u00e4ren versch\u00e4rfte Lieferengp\u00e4sse und eine weitere Verlangsamung des Welthandels nicht auszuschlie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"deutscher-au%c3%9fenhandel-auf-erholungskurs\">Deutscher Au\u00dfenhandel auf Erholungskurs<\/h2>\n\n\n\n<p>Der deutsche Au\u00dfenhandel hat sich im April von seinem kriegsbedingten R\u00fcckgang erholt. Die nominalen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen sind im April saisonbereinigt um 3,2 % gegen\u00fcber dem Vormonat gewachsen. Die Ausfuhren haben damit einen Teil des R\u00fcckgangs im M\u00e4rz (-4,5 %) wettgemacht. Im Zweimonatsvergleich ergibt sich ein leichtes Plus von 0,3 %. Die Exportpreise sind im April um 0,7 % gestiegen und d\u00fcrften die Waren-Exporte in realer Rechnung leicht d\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n<p><br \/>Auch die Importe von Waren und Dienstleistungen legten im April nominal zu. Saisonbereinigt kam es zu einem Anstieg um 1,7 %. Im Zweimonatsvergleich ergibt sich ein kr\u00e4ftiges Plus von 8,3 %. Bei nochmals gestiegenen Importpreisen im April (+1,7 %) d\u00fcrfte die reale Entwicklung schw\u00e4cher ausgefallen sein.<\/p>\n\n\n\n<p><br \/>Im Berichtsmonat April hat sich der deutsche Au\u00dfenhandel mit Waren laut Statistischem Bundesamt insgesamt vom Effekt des Kriegs in der Ukraine erholt. Die erlassenen Sanktionen und Exportbeschr\u00e4nkungen sowie der freiwillige R\u00fcckzug aus dem Handel mit Russland hatten im Vormonat ma\u00dfgeblich zum Einbruch der Ausfuhren beigetragen. Die Waren-Exporte nach Russland sanken aber auch im April nochmals deutlich um 10,0 %.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch bei den Waren-Importen aus Russland zeigt sich ein deutlicher Effekt: Sie brachen um 16,4 % ein. Im Gegensatz zu den Exporten waren die Importe aus Russland im Vormonat noch relativ stabil geblieben. Aus Russland importiert Deutschland vor allem Energieg\u00fcter wie \u00d6l und Gas sowie Rohstoffe. Da diese G\u00fcter von den Sanktionen ausgenommen sind bzw. noch \u00dcbergangsfristen gelten wurde der Handel hier zun\u00e4chst aufrechterhalten. Dass die Importe aus Russland nun so kr\u00e4ftig zur\u00fcckgingen deutet darauf hin, dass die deutsche Wirtschaft Importe aus Russland zunehmend ersetzt und unabh\u00e4ngiger von Russland wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Vorl\u00e4ufige Entspannung zeigte sich im April bei den Einfuhren aus China: Trotz langem Lockdown in Shanghai und der Schiff-Staus im dortigen Hafen sind die Importe aus der Volksrepublik China um 12,3 % gestiegen. Die deutschen Ausfuhren nach China sanken hingegen um 4,5 %. Die im April deutlich reduzierte Zahl an Container-Abfertigungen im Hafen von Shanghai konnte sich seit Mitte Mai wieder erholen und liegt nun etwa auf dem Stand von Anfang Januar. Trotz der Lockerungen in Shanghai von Ende Mai k\u00f6nnte es mit Verz\u00f6gerung noch zu Engp\u00e4ssen in Deutschland kommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Containerdaten des IfW Kiel deuten darauf hin, dass sich die Ein- und Ausfuhren im Mai relativ stabil halten d\u00fcrften. Die ifo-Exporterwartungen konnten auch im Mai nochmal zulegen (+4,5 Saldenpunkte). Der Ausblick f\u00fcr den deutschen Au\u00dfenhandel in den kommenden Monaten f\u00e4llt somit optimistischer aus als noch im Vormonat.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"produktion-steigt-%e2%80%93-weiterhin-aber-kriegsbedingt-ged%c3%a4mpft\">Produktion steigt \u2013 Weiterhin aber kriegsbedingt ged\u00e4mpft<\/h2>\n\n\n\n<p>Im April stieg die Produktion im Produzierenden Gewerbe um 0,7 % gegen\u00fcber dem Vormonat. W\u00e4hrend die Industrie ihren Aussto\u00df nur leicht anheben konnte (+0,3 %), erholte sich der Bereich Energie deutlicher von seinem Einbruch im M\u00e4rz (+16,1 %). Im Baugewerbe wurde die Produktion hingegen gedrosselt (-2,1 %).<br \/>Die deutsche Industrieproduktion wird derzeit durch den russischen Angriffskrieg ged\u00e4mpft. Zum einen ist Deutschland als exportorientiertes Land \u00fcberproportional von den Handelssanktionen gegen\u00fcber Russland betroffen. Zum anderen ergibt sich durch gest\u00f6rte Lieferketten ein Mangel bei wichtigen Vorleistungsg\u00fctern. Zu Beginn des Kriegs beeintr\u00e4chtigten fehlende Kabelb\u00e4ume den Kfz-Bereich, zuletzt erh\u00f6hte sich hier die Produktion im April nach sehr starkem R\u00fcckgang im M\u00e4rz wieder um 6,8 %. Der gewichtige Maschinenbau reduzierte seine Produktion hingegen um 1,0 %. Generell verteuern die hohen Preise f\u00fcr Strom, Gas und \u00d6l kurzfristig viele Produktionsprozesse. Im energieintensiven Bereich \u201eGlas, Glaswaren, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erden\u201c wurde die Produktion um 3,1 % gedrosselt. In der Metallerzeugung und -bearbeitung wurden die Einbu\u00dfen aus dem Vormonat mit einer Steigerung um 2,3 % nur teilweise aufgeholt.<br \/>Der russische Krieg in der Ukraine sorgt nun neben der Steigerung von Energie- und Rohstoffpreisen f\u00fcr Knappheiten f\u00fcr die Produktionsprozesse wichtiger Inputs. Der Ausblick ist derzeit durch gro\u00dfe Unsicherheit gekennzeichnet.<\/p>\n\n\n\n<p>Vor diesem Hintergrund haben die Auftragseing\u00e4nge im April gegen\u00fcber dem Vormonat um 2,7 % abgenommen. Dieser R\u00fcckgang markiert die dritte Abw\u00e4rtsbewegung in Folge. Zuletzt lagen die Auftragseing\u00e4nge arbeitst\u00e4glich bereinigt deutlich niedriger als ein Jahr zuvor (-6,2 %). Die Auftragslage ist allerdings nach wie vor au\u00dfergew\u00f6hnlich gut. Das geringere Ordervolumen wurde vor allem von einer niedrigeren Nachfrage nach Investitionsg\u00fctern (-4,3 %), aber auch nach Konsumg\u00fctern (-2,6 %) getrieben. Die Bestellungen von Vorleistungsg\u00fctern verringerte sich indes nur leicht (-0,3 %). Geografisch schl\u00e4gt ein sp\u00fcrbares Nachfrageminus aus dem Ausland von 4,0 % zu Buche (Euroraum -5,6 %, Nicht-Euroraum -3,0 %). Bei den Bestellungen aus dem Inland kam es zu einer Abnahme um 0,9 %. Im gewichtigen Automobilbereich ergab sich ein Orderr\u00fcckgang um 8,6 %. Es gab allerdings auch einzelne Branchen, die zunehmende Auftragseing\u00e4nge verzeichneten, wie der Maschinenbau (+3,8 %), die Bekleidungsindustrie (+7,7 %) und der Bereich Elektrischer Ausr\u00fcstungen (+1,3 %). Die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe hellte sich im Mai gegen\u00fcber dem Vormonat erneut merklich auf. Vor allem die Gesch\u00e4ftserwartungen fielen optimistischer aus, w\u00e4hrend sich die Einsch\u00e4tzung der aktuellen Lage nur leicht verbesserte.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"einzelhandelsumsatz-geht-zur%c3%bcck-preise-steigen-weiter\">Einzelhandelsumsatz geht zur\u00fcck, Preise steigen weiter<\/h2>\n\n\n\n<p>Im Einzelhandel ohne Kfz haben sich die Ums\u00e4tze im April gegen\u00fcber dem Vormonat um 5,4 % verringert, nachdem sie im M\u00e4rz um 0,9 % zugenommen hatten. Die Ums\u00e4tze lagen damit zuletzt um 0,3 % unter ihrem Niveau von einem Jahr zuvor. Dabei meldete der Handel Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren zwar ein Minus gegen\u00fcber dem Vormonat von 4,3 %, konnte allerdings gegen\u00fcber dem Vorjahresmonat ein hohes Plus von 123,4 % verbuchen. Der Internet- und Versandhandel erzielte im April gegen\u00fcber dem Vormonat einen Umsatzzuwachs von 5,4 %, w\u00e4hrend er im Vergleich zum Vorjahresmonat 9,6 % an Umsatz einb\u00fc\u00dfte. Bei den Neuzulassungen von Pkw durch private Halter kam es im Mai zu einer Zunahme um 6,4 %, nachdem im Vormonat ein sp\u00fcrbarer R\u00fcckgang von 11,2 % verzeichnet worden war.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Stimmung unter den Konsumenten wird ma\u00dfgeblich durch den russischen Angriffskrieg in der Ukraine und die weiterhin hohe Inflation getr\u00fcbt. Die beiden g\u00e4ngigen Fr\u00fchindikatoren sprechen f\u00fcr eine massive Verunsicherung bei den privaten Verbrauchern: Das GfK Konsumklima d\u00fcrfte sich nach seinem historischen Tiefststand im Mai nur geringf\u00fcgig aufgehellt haben. Auch die ifo Gesch\u00e4ftserwartungen im Einzelhandel konnten im Mai per saldo nur leicht von einem sehr niedrigen Niveau aus wieder etwas zulegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Niveau der Verbraucherpreise hat sich im Mai gegen\u00fcber dem Vormonat voraussichtlich um 0,9 % und damit den sechsten Monat in Folge erh\u00f6ht. Energie verteuerte sich zuletzt wieder (+2,8 %), nachdem sie sich im April verbilligte (-3,1 %). Die Preise f\u00fcr Nahrungsmittel nahmen im Mai sp\u00fcrbar zu (+2,1 %; April: +3,6 %). Die Inflationsrate, also die Entwicklung des Preisniveaus binnen Jahresfrist, legte im Mail sp\u00fcrbar um weitere 0,4 Prozentpunkte auf 7,9 % zu, w\u00e4hrend sie zu Beginn des Jahres noch unter 5 % gelegen hatte. Auf einem \u00e4hnlich hohen Niveau lag die Inflationsrate zuletzt w\u00e4hrend der ersten \u00d6lkrise im Winter 1973\/1974. Vor allem die Preise f\u00fcr Energie treiben die Inflation; sie haben sich im Zuge des russischen Kriegs in der Ukraine kr\u00e4ftig erh\u00f6ht. So geht etwa die H\u00e4lfte der Inflationsrate auf das Konto der Energietr\u00e4ger zur\u00fcck (rd. 4 Prozentpunkte); sie verteuerten sich gegen\u00fcber dem Vorjahresmonat um 38,3 %. F\u00fcr den Berichtsmonat Juni ist u. a. aufgrund des Tankrabatts mit einem d\u00e4mpfenden Effekt auf den Preisanstieg zu rechnen. Auch Nahrungsmittel trugen merklich zur hohen Inflationsrate mit bei (nahezu 1 Prozentpunkt); hier lag die j\u00e4hrliche Zuwachsrate bei 11,1 %. Die Kerninflationsrate (ohne Energie und Nahrungsmittel) befand im Mai allerdings unver\u00e4ndert bei 3,8 %, zu Beginn des Jahres hatte sie jedoch noch unter 3 % gelegen. Eine rasche Entspannung des derzeit zu beobachtenden Inflationsdrucks ist angesichts der Unsicherheiten aufgrund des Kriegs Russlands in der Ukraine nicht absehbar.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"arbeitsmarkt-bleibt-stabil-dynamik-schw%c3%a4cht-sich-etwas-ab\">Arbeitsmarkt bleibt stabil, Dynamik schw\u00e4cht sich etwas ab<\/h2>\n\n\n\n<p>Der Arbeitsmarkt zeigt sich weiter stabil, auch wenn die Dynamik am aktuellen Rand etwas nachl\u00e4sst. Die registrierte Arbeitslosigkeit und Unterbesch\u00e4ftigung gingen im Mai saisonbereinigt geringf\u00fcgig zur\u00fcck und verringerten sich um 4.000 bzw. 5.000 Personen. Damit hat sich die Abgangszahl etwas abgeschw\u00e4cht. Weil im Winter weniger Arbeitslosigkeit aufgebaut wurde, f\u00e4llt die Fr\u00fchjahrsbelebung nun etwas schw\u00e4cher aus. In Ursprungswerten verringerte sich die registrierte Arbeitslosigkeit um 50.000 auf 2,26 Mio. Personen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren 428.000 Personen weniger arbeitslos gemeldet. Auch bei Erwerbst\u00e4tigkeit und sozialversicherungspflichtiger Besch\u00e4ftigung setzte sich der bisherige positive Verlauf weiter fort. Die Erwerbst\u00e4tigkeit erh\u00f6hte sich im April saisonbereinigt um 55.000 Personen. In Ursprungswerten waren damit 45,4 Millionen Menschen erwerbst\u00e4tig, 771.000 Personen mehr als im Vorjahresmonat. Auch die sozialversicherungspflichtige Besch\u00e4ftigung wuchs im M\u00e4rz merklich um 31.000 Personen gegen\u00fcber dem Vormonat. Die Inanspruchnahme der Kurzarbeit lag im M\u00e4rz mit rund 0,55 Mio. Personen deutlich niedriger als im Vormonat. Die Anzeigen der Kurzarbeit waren auch im Mai r\u00fcckl\u00e4ufig und deuten auf einen weiteren Abbau hin. Die Anzeigen konzentrieren sich nun wieder auf das Produzierende Gewerbe. In den konsumnahen Dienstleistungen spielt die Kurzarbeit nach den Lockerungen nur noch eine geringe Rolle. Die Fr\u00fchindikatoren lassen eine weiterhin g\u00fcnstige Entwicklung des Arbeitsmarkts erwarten. Die Nachfrage nach Arbeitskr\u00e4ften ist weiter auf hohem Niveau. Im Juni k\u00f6nnte sich trotzdem ein leichter Anstieg bei der registrierten Arbeitslosigkeit zeigen. Dazu d\u00fcrfte ma\u00dfgeblich die Fluchtmigration der vergangenen Monate beitragen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Quelle: BMWi, Pressemitteilung vom 13.06.2022<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die deutsche Wirtschaft hat sich nach dem Kriegs-Schock vorerst stabilisiert. Die Produktion verzeichnete wieder einen leichten Anstieg, wird aber weiterhin von den Kriegsfolgen gebremst. 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