{"id":67443,"date":"2022-06-21T12:08:26","date_gmt":"2022-06-21T10:08:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=67443"},"modified":"2022-06-21T12:08:26","modified_gmt":"2022-06-21T10:08:26","slug":"kein-aussenaufzug-an-denkmalgeschuetztem-gebaeude","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/kein-aussenaufzug-an-denkmalgeschuetztem-gebaeude\/","title":{"rendered":"Kein Au\u00dfenaufzug an denkmalgesch\u00fctztem Geb\u00e4ude"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Errichtung eines gl\u00e4sernen Au\u00dfenaufzugs im Innenhof eines denkmalgesch\u00fctzten Geb\u00e4udes kann im Einzelfall dessen Erscheinungsbild derart beeintr\u00e4chtigen, dass die Erteilung einer denkmalrechtlichen Genehmigung hierf\u00fcr ausscheidet. Dies hat das Verwaltungsgericht Berlin entschieden.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Kl\u00e4ger ist Mitglied einer Wohnungseigent\u00fcmergemeinschaft, in deren Eigentum ein Grundst\u00fcck in Berlin Pankow steht. Das Grundst\u00fcck ist mit einem f\u00fcnfgeschossigen Wohnhaus aus dem Jahr 1873 bebaut, das Teil eines denkmalgesch\u00fctzten Ensembles am Kollwitzplatz ist. Die Eigent\u00fcmergemeinschaft beabsichtigt den Anbau eines Aufzugs und beantragte einen Bauvorbescheid zur Zul\u00e4ssigkeit eines Au\u00dfenaufzugs im Innenhof. U. a. gegen die Feststellung der denkmalrechtlichen Unzul\u00e4ssigkeit dieser Planung hat der Kl\u00e4ger Klage erhoben, die insoweit ohne Erfolg blieb.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die 13. Kammer des Verwaltungsgerichts best\u00e4tigte die Einsch\u00e4tzung der Denkmalbeh\u00f6rde. Die Beeintr\u00e4chtigung des Erscheinungsbildes sei mehr als nur geringf\u00fcgig. Auch der Hofraum des Geb\u00e4udes sei als r\u00e4umliches Element ein erhaltenswertes Dokument der Berliner Mietshausarchitektur des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Grunds\u00e4tzlich k\u00f6nne dem Denkmalschutz bei Au\u00dfenaufz\u00fcgen zwar durch verglaste Aufz\u00fcge Rechnung getragen werden, welche die Fassade und Sichtachsen m\u00f6glichst wenig verdeckten. Im konkreten Fall sei die Hoffassade aber bereits durch fr\u00fcher angebaute Balkone im Erscheinungsbild beeintr\u00e4chtigt worden. Wenn aber die st\u00e4dtebauliche Aussagekraft eines Geb\u00e4udes bereits geschm\u00e4lert sei, ohne dass wie hier die Denkmalw\u00fcrdigkeit ganz entfallen w\u00e4re, steige das relative Gewicht weiterer Beeintr\u00e4chtigungen. In derartigen F\u00e4llen trete das \u00f6ffentliche Interesse an der unver\u00e4nderten Erhaltung des Denkmals st\u00e4rker in den Vordergrund. Die Klage hatte allerdings Erfolg, soweit die Beh\u00f6rde auch die Zul\u00e4ssigkeit eines Innenaufzugs aus erhaltungs- und denkmalrechtlichen Gr\u00fcnden f\u00fcr unzul\u00e4ssig gehalten hatte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gegen das Urteil ist der Antrag auf Zulassung der Berufung zum Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: VG Berlin, Pressemitteilung vom 20.06.2022 zum Urteil 13 K 247.19 vom 19.05.2022<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Errichtung eines gl\u00e4sernen Au\u00dfenaufzugs im Innenhof eines denkmalgesch\u00fctzten Geb\u00e4udes kann im Einzelfall dessen Erscheinungsbild derart beeintr\u00e4chtigen, dass die Erteilung einer denkmalrechtlichen Genehmigung hierf\u00fcr ausscheidet. Dies hat das Verwaltungsgericht Berlin entschieden. 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