{"id":67445,"date":"2022-06-21T12:08:49","date_gmt":"2022-06-21T10:08:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=67445"},"modified":"2022-06-21T12:08:49","modified_gmt":"2022-06-21T10:08:49","slug":"corona-pandemie-dezemberhilfe-nicht-fuer-jedes-unternehmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/corona-pandemie-dezemberhilfe-nicht-fuer-jedes-unternehmen\/","title":{"rendered":"Corona-Pandemie: \u201eDezemberhilfe\u201c nicht f\u00fcr jedes Unternehmen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ein Unternehmen, das von der coronabedingten Schlie\u00dfungsanordnung f\u00fcr den Einzelhandel ab dem 16. Dezember 2020 betroffen war, hat keinen Anspruch auf die sog. Dezemberhilfe. Dies hat das Verwaltungsgericht Berlin entschieden.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kl\u00e4gerin betreibt Schuhfilialen in mehreren Bundesl\u00e4ndern. Aufgrund der ansteigenden Corona-Infektionszahlen im Herbst 2020 beschlossen die Regierungschefs von Bund und L\u00e4ndern Ma\u00dfnahmen zur Bek\u00e4mpfung der Pandemie. W\u00e4hrend der Gro\u00df- und Einzelhandel darunter auch die Schuhfilialen der Kl\u00e4gerin zun\u00e4chst unter bestimmten Beschr\u00e4nkungen ge\u00f6ffnet blieben, mussten Institutionen und Einrichtungen der Freizeitgestaltung, etwa Theater, Kinos, Bordelle, B\u00e4der und Fitnessstudios, ab November 2020 schlie\u00dfen. Diese Betriebe konnten f\u00fcr November und Dezember 2020 eine au\u00dferordentliche Wirtschaftsbeihilfe beantragen, die bis zu 75 % des Umsatzes im Vorjahresmonat betrug (sog. November-\/Dezemberhilfe). Zum 16. Dezember 2020 musste sodann der gesamte Einzelhandel mit Ausnahme bestimmter zur Versorgung der Bev\u00f6lkerung dringend n\u00f6tiger Sparten schlie\u00dfen. F\u00fcr die nun auch betroffenen Unternehmen war (nur) eine \u00dcberbr\u00fcckungshilfe III vorgesehen, die in Abh\u00e4ngigkeit von der H\u00f6he des Umsatzeinbruchs anteilig f\u00f6rderf\u00e4hige Fixkosten decken sollte. Die Kl\u00e4gerin sieht sich dadurch in ihrem Anspruch auf Gleichbehandlung verletzt und beantragte die Gew\u00e4hrung einer Dezemberhilfe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die 26. Kammer des Verwaltungsgerichts hat die Klage abgewiesen. Die unterschiedliche Behandlung der bereits ab November 2020 geschlossenen Unternehmen und der erst ab Mitte Dezember 2020 betroffenen Kl\u00e4gerin sei nicht zu beanstanden. Die Erbringung von Dienstleistungen unterscheide sich grundlegend vom Verkauf von Waren. W\u00e4hrend die Besuche etwa im Kosmetikstudio, Theater oder Restaurant regelm\u00e4\u00dfig nicht alle nachgeholt w\u00fcrden, lasse sich die Deckung des Bedarfs an Sachg\u00fctern aufschieben bzw. online erledigen. Hinzu komme, dass die seit November 2020 Betroffenen sechs Wochen l\u00e4nger geschlossen gewesen seien und die Kundenbindung in Abh\u00e4ngigkeit von der Schlie\u00dfungsdauer abnehme. Nicht jedem von den wirtschaftlichen Wirkungen der Betriebsschlie\u00dfungen betroffenen Unternehmen sei daher eine au\u00dferordentliche Wirtschaftsbeihilfe zu gew\u00e4hren gewesen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gegen das Urteil ist der Antrag auf Zulassung der Berufung an das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: VG Berlin, Pressemitteilung vom 21.06.2022 zum Urteil 26 K 129\/21 vom 03.06.2022<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Unternehmen, das von der coronabedingten Schlie\u00dfungsanordnung f\u00fcr den Einzelhandel ab dem 16. Dezember 2020 betroffen war, hat keinen Anspruch auf die sog. Dezemberhilfe. Dies hat das Verwaltungsgericht Berlin entschieden. 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