{"id":67608,"date":"2022-07-01T11:54:34","date_gmt":"2022-07-01T09:54:34","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=67608"},"modified":"2022-07-01T11:54:34","modified_gmt":"2022-07-01T09:54:34","slug":"sgb-ii-angemessenheitspruefung-in-pandemie-nur-fuer-6-monate-ausgesetzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/sgb-ii-angemessenheitspruefung-in-pandemie-nur-fuer-6-monate-ausgesetzt\/","title":{"rendered":"SGB II-Angemessenheitspr\u00fcfung in Pandemie nur f\u00fcr 6 Monate ausgesetzt"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>W\u00e4hrend der COVID-19-Pandemie ist trotz gesetzlicher Sonderregelung ein Kostensenkungsverfahren nicht generell ausgeschlossen. Dies hat das Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen (LSG) in seinem Beschluss vom 12.05.2022 entschieden (Az. L 2 AS 468\/22 B ER).<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Antragsgegner (Jobcenter) bewilligte den Antragstellern Arbeitslosengeld II f\u00fcr zwei Halbjahreszeitr\u00e4ume. Er wies zu Beginn des zweiten Zeitraumes darauf hin, dass die pro Monat anfallenden Unterkunfts- und Heizkosten (1.350 Euro) unangemessen seien und forderte die Kostensenkung. Nach dessen Ende ber\u00fccksichtigte er nur noch 1.000 Euro. Die Antragsteller legten Widerspruch ein und suchten um Gew\u00e4hrung einstweiligen Rechtsschutzes nach. Das SG Detmold verpflichtete den Antragsgegner vorl\u00e4ufig zur \u00dcbernahme der tats\u00e4chlichen Kosten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die gegen diese Entscheidung gerichtete Beschwerde des Antragsgegners hatte vor dem LSG Erfolg. Bedarfe f\u00fcr Unterkunft und Heizung w\u00fcrden in H\u00f6he der tats\u00e4chlichen Aufwendungen anerkannt, soweit diese angemessen seien (\u00a7 22 SGB II). Soweit die Aufwendungen den der Besonderheit des Einzelfalles angemessenen Umfang \u00fcberstiegen, seien sie so lange anzuerkennen, wie es den Leistungsberechtigten nicht m\u00f6glich oder zuzumuten sei, z. B. durch einen Wohnungswechsel die Aufwendungen zu senken, in der Regel jedoch l\u00e4ngstens f\u00fcr sechs Monate. Abweichend davon regele \u00a7 67 SGB II \u00fcber den Zugang zu sozialer Sicherung aus Anlass der COVID-19-Pandemie, dass die tats\u00e4chlichen Aufwendungen f\u00fcr die Dauer von sechs Monaten als angemessen gelten und dieser Zeitraum nicht auf die in \u00a7 22 SGB II genannte Frist anzurechnen sei. Bei im Zeitraum 01.03.2020 bis 31.03.2022 beginnenden Bewilligungszeitr\u00e4umen, sei f\u00fcr sechs Monate eine Angemessenheitspr\u00fcfung nicht vorzunehmen. Nach Ablauf der sechs Monate solle jedoch nach dem klaren Gesetzeswortlaut die allgemeine Regelung des \u00a7 22 SGB II wieder gelten. Deren Regelungszweck liege darin, dass die von den Auswirkungen der Pandemie Betroffenen sich kurzfristig nicht auch noch um ihren Wohnraum sorgen m\u00fcssten. Von einem kurzfristigen Verlust d\u00fcrfe jedoch nach \u00fcber einem Jahr im SGB II-Leistungsbezug nicht mehr ausgegangen werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: LSG Nordrhein-Westfalen, Pressemitteilung vom 29.06.2022 zum Beschluss L 2 AS 468\/22 B ER vom 12.05.2022<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend der COVID-19-Pandemie ist trotz gesetzlicher Sonderregelung ein Kostensenkungsverfahren nicht generell ausgeschlossen. Dies hat das Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen (LSG) in seinem Beschluss vom 12.05.2022 entschieden (Az. L 2 AS 468\/22 B ER). Der Antragsgegner (Jobcenter) bewilligte den Antragstellern Arbeitslosengeld II f\u00fcr zwei Halbjahreszeitr\u00e4ume. Er wies zu Beginn des zweiten Zeitraumes darauf hin, dass die pro Monat &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/sgb-ii-angemessenheitspruefung-in-pandemie-nur-fuer-6-monate-ausgesetzt\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">SGB II-Angemessenheitspr\u00fcfung in Pandemie nur f\u00fcr 6 Monate ausgesetzt<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1730],"tags":[],"class_list":["post-67608","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-steuern-recht"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67608","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=67608"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/67608\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=67608"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=67608"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=67608"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}