{"id":67993,"date":"2022-08-08T12:05:01","date_gmt":"2022-08-08T10:05:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=67993"},"modified":"2022-08-08T12:05:01","modified_gmt":"2022-08-08T10:05:01","slug":"arbeitszeit-im-homeoffice-steigt-langfristig-stark-an-vor-allem-in-grossen-unternehmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/arbeitszeit-im-homeoffice-steigt-langfristig-stark-an-vor-allem-in-grossen-unternehmen\/","title":{"rendered":"Arbeitszeit im Homeoffice steigt langfristig stark an \u2013 vor allem in gro\u00dfen Unternehmen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Infolge der Corona-Pandemie erwarten Unternehmen in Deutschland einen starken und langfristigen Anstieg der Arbeitszeit, die im Homeoffice erbracht wird. Wie eine aktuelle Unternehmensbefragung des ZEW Mannheim zeigt, erwarten Unternehmen der Informationswirtschaft, dass nach der Pandemie ein durchschnittlicher Anteil von 24 Prozent der Arbeitszeit ihrer Besch\u00e4ftigten von zu Hause aus geleistet wird. Vor der Pandemie lag dieser Anteil noch bei lediglich 9 Prozent der Arbeitszeit. Im Verarbeitenden Gewerbe verdoppelt sich der durchschnittliche Anteil der Arbeitszeit im Homeoffice derweil von 3 Prozent vor Corona auf 6 Prozent nach Corona. \u201eSowohl kleine, mittlere als auch gro\u00dfe Unternehmen rechnen mit einem deutlichen Anstieg des Homeoffice-Anteils der Arbeitszeit. Die erwartete Verlagerung ins Homeoffice ist allerdings in gro\u00dfen Unternehmen am st\u00e4rksten ausgepr\u00e4gt\u201c, sagt Dr. Daniel Erdsiek, Wissenschaftler im ZEW-Forschungsbereich \u201eDigitale \u00d6konomie\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">An der repr\u00e4sentativen Befragung beteiligten sich im Dezember 2021 und Januar 2022 \u00fcber 1.000 Unternehmen aus dem Verarbeitenden Gewerbe und der Informationswirtschaft, welche die IKT-Branche, Mediendienstleister und wissensintensive Dienstleister umfasst. Die Unternehmen wurden dabei gefragt, wie h\u00e4ufig sie vor der Pandemie hybride Arbeitsmodelle genutzt haben und welcher Einsatz f\u00fcr die Zeit nach der Pandemie geplant ist. Dabei reichten die abgefragten Arbeitsmodelle von w\u00f6chentlich 1 Tag Homeoffice bis zu 5 Tagen Homeoffice. F\u00fcr jedes der f\u00fcnf Homeoffice-Modelle gaben die Unternehmen den Anteil der Besch\u00e4ftigten an, die diese Modelle voraussichtlich in Anspruch nehmen werden. Auf Basis dieser detaillierten Angaben kann der Anteil der in einem Unternehmen anfallenden Gesamtarbeitszeit abgesch\u00e4tzt werden, der voraussichtlich im Homeoffice erbracht wird. Die zugrundeliegenden Annahmen sind hierf\u00fcr, dass f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten eines Unternehmens eine Arbeitswoche aus 5 Tagen besteht und die Arbeitszeit jeweils gleichm\u00e4\u00dfig auf diese 5 Arbeitstage verteilt ist. So entspricht jeder Arbeitstag eines Besch\u00e4ftigten einem Anteil von 20 Prozent seiner Arbeitszeit.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"durchschnittlicher-homeoffice-anteil-steigt-deutlich-an\">Durchschnittlicher Homeoffice-Anteil steigt deutlich an<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vor der Corona-Pandemie lag der durchschnittliche Anteil der Arbeitszeit, der aus dem Homeoffice erbracht wurde, bei 9 Prozent in Unternehmen der Informationswirtschaft und 3 Prozent in Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes. F\u00fcr die Zeit nach der Pandemie erwarten die Unternehmen, dass 24 Prozent der Arbeitszeit in der Informationswirtschaft und 6 Prozent der Arbeitszeit im Verarbeitenden Gewerbe aus dem Homeoffice erfolgt. Der zeitliche Vergleich der Durchschnittswerte zeigt demnach, dass sich der Homeoffice-Anteil der Arbeitszeit nach Einsch\u00e4tzung der Unternehmen beider Sektoren langfristig vervielfacht. Dies gilt insbesondre f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Unternehmen, in denen die Verlagerung der Arbeit ins Homeoffice noch st\u00e4rker ausgepr\u00e4gt ist als in kleineren Unternehmen. So erwarten gro\u00dfe Unternehmen mit mindestens 100 Besch\u00e4ftigten in der Informationswirtschaft, dass nach der Pandemie im Durchschnitt 38 Prozent der Arbeitszeit ihrer Besch\u00e4ftigten im Homeoffice erbracht werden. Zum Vergleich: Vor der Pandemie betrug dieser Anteil noch 10 Prozent. Auch im Verarbeitenden Gewerbe sehen gro\u00dfe Unternehmen den deutlichsten Homeoffice-Schub und rechnen mit einem Anteil von 14 Prozent der Arbeitszeit im Homeoffice nach Corona (im Vergleich zu 3 Prozent vor der Pandemie).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"deutlich-mehr-unternehmen-planen-intensive-verlagerung-ins-homeoffice\">Deutlich mehr Unternehmen planen intensive Verlagerung ins Homeoffice<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eIn nur jedem zehnten Unternehmen der Informationswirtschaft wurde bereits vor der Pandemie ein Anteil von mehr als 30 Prozent der Arbeitszeit im Homeoffice erbracht. F\u00fcr die Zeit nach der Pandemie rechnet nun aber ein Drittel der Unternehmen mit einer solch intensiven Homeoffice-Nutzung. Der entsprechende Unternehmensanteil hat sich im Verlauf der Pandemie also verdreifacht\u201c, sagt Erdsiek. Insgesamt gehen 15 Prozent der Unternehmen sogar davon aus, dass langfristig mehr als die H\u00e4lfte der Gesamtarbeitszeit im Homeoffice erbracht wird. Die Erwartungen entsprechen auch hier dem Dreifachen des Vorkrisenniveaus. Im Verarbeitenden Gewerbe gehen hingegen nur wenige Unternehmen davon aus, dass nach der Pandemie mehr als 30 Prozent oder sogar 50 Prozent der Arbeitszeit von zu Hause aus erbracht werden. Allerdings erwartet fast jedes f\u00fcnfte Unternehmen, dass nach der Pandemie mehr als 10 Prozent der Arbeitszeit aus dem Homeoffice geleistet werden (im Vergleich zu nur 4 Prozent der Unternehmen vor Corona).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eWie h\u00e4ufig Unternehmen eine intensive Homeoffice-Nutzung erwarten, h\u00e4ngt stark mit deren Gr\u00f6\u00dfe zusammen\u201c, so Erdsiek. So gehen in der Informationswirtschaft 58 Prozent der gro\u00dfen Unternehmen davon aus, dass nach der Pandemie mehr als 30 Prozent ihrer Arbeitszeit ins Homeoffice verlagert sein werden. Knapp ein Viertel der gro\u00dfen Unternehmen rechnet mit einem Homeoffice-Anteil von mehr als 50 Prozent der Arbeitszeit. Bei den kleinen Unternehmen mit 5 bis 19 Besch\u00e4ftigten erwarten hingegen jeweils nur etwa halb so viele Unternehmen eine vergleichbare Homeoffice-Intensit\u00e4t (29 Prozent bzw. 13 Prozent der Unternehmen). Dennoch verbuchen die Unternehmen aller Gr\u00f6\u00dfenklassen einen deutlichen und langfristigen Homeoffice-Schub im Vergleich zum Vorkrisenniveau.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Verarbeitenden Gewerbe konzentriert sich die Verlagerung zum Homeoffice vor allem auf geringere Anteile der Gesamtarbeitszeit. W\u00e4hrend hier fast die H\u00e4lfte der gro\u00dfen Unternehmen davon ausgeht, dass nach der Pandemie mehr als 10 Prozent der Arbeitszeit von zu Hause aus geleistet werden, gilt dies nur f\u00fcr etwa jedes zehnte der kleinen Unternehmen. Einen Anteil von mehr als 30 Prozent Heimarbeitszeit erwarten derweil 12 Prozent der gro\u00dfen und 6 Prozent der kleinen Unternehmen (vor Corona waren es jeweils ca. 3 Prozent). Der Anteil der Unternehmen, die erwarten, dass mehr als die H\u00e4lfte der Arbeitszeit von zu Hause aus erbracht wird, bleibt im Verarbeitenden Gewerbe allerdings f\u00fcr alle Unternehmensgr\u00f6\u00dfen relativ unver\u00e4ndert und liegt bei etwa 3 Prozent.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: ZEW, Pressemitteilung vom 01.08.2022<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Infolge der Corona-Pandemie erwarten Unternehmen in Deutschland einen starken und langfristigen Anstieg der Arbeitszeit, die im Homeoffice erbracht wird. 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