{"id":68735,"date":"2022-09-23T12:30:06","date_gmt":"2022-09-23T10:30:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=68735"},"modified":"2022-09-23T12:30:06","modified_gmt":"2022-09-23T10:30:06","slug":"bafoeg-keine-sgb-ii-leistungen-fuer-duales-studium","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/bafoeg-keine-sgb-ii-leistungen-fuer-duales-studium\/","title":{"rendered":"BAf\u00f6G : Keine SGB II-Leistungen f\u00fcr duales Studium"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Ein nach dem BAf\u00f6G abstrakt f\u00f6rderungsf\u00e4higes Studium schlie\u00dft einen Anspruch unabh\u00e4ngig davon aus, ob tats\u00e4chlich BAf\u00f6G-Leistungen bezogen werden. Dies hat das Landessozialgericht (LSG) Nordrhein-Westfalen im Urteil vom 16.12.2021 entschieden (Az. L 6 AS 947\/21), gegen das mittlerweile Revision beim BSG anh\u00e4ngig ist (Az. B 7 AS 11\/22 R).<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der Kl\u00e4ger nahm nach Abbruch eines Universit\u00e4tsstudiums ein Studium an einer Fachhochschule im Bachelorstudiengang Angewandte Mathematik und Informatik auf. Zeitgleich begann er zudem eine Ausbildung zum Mathematisch-technischen Softwareentwickler. Im Ausbildungsvertrag war vereinbart, dass die Ausbildung in Kombination mit dem Studiengang erfolge. Der Kl\u00e4ger beantragte SGB II-Leistungen und verwies auf die Ablehnung seiner Antr\u00e4ge auf Berufsausbildungsbeihilfe und Berufsausbildungsf\u00f6rderung. Seine gegen die Ablehnung des Antrages durch das beklagte Jobcenter gerichtete Klage wies das SG Aachen ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Die hiergegen gerichtete Berufung hat das LSG zur\u00fcckgewiesen. \u00a7 7 Abs. 5 Satz 1 SGB II schlie\u00dfe Auszubildende von den Leistungen aus, deren Ausbildung \u2013 wie diejenige des Kl\u00e4gers \u2013 im Rahmen des BAf\u00f6G dem Grunde nach f\u00f6rderungsf\u00e4hig sei. Hingegen sei nicht von Belang, ob der Auszubildende individuell und konkret einen Anspruch auf Leistungen nach dem BAf\u00f6G habe. Bei einem dualen Studium sei unabh\u00e4ngig von der konkreten zeitlichen Aufteilung zwischen Studium und betrieblicher Ausbildung f\u00fcr die F\u00f6rderungsf\u00e4higkeit die Inanspruchnahme des Auszubildenden durch das Studium im Allgemeinen und als Vollzeitausbildung gem\u00e4\u00df \u00a7 2 Abs. 5 BAf\u00f6G relevant. Dabei sei es sachgerecht auf die Studienordnung abzustellen und die BAf\u00f6G-Verwaltungsvorschriften anzuwenden. Bei der Beurteilung, ob ein Studium die Arbeitskraft des Studierenden im Allgemeinen voll in Anspruch nehme, sei auf die Semesterwochenstundenzahl abzustellen, die sich aus den f\u00fcr das Erreichen der Leistungspunkte gem\u00e4\u00df der Pr\u00fcfungsordnung zu belegenden Veranstaltungen zuz\u00fcglich der Zeiten f\u00fcr Vor- und Nachbereitung ergebe. F\u00fcr die F\u00f6rderungsf\u00e4higkeit sei es nicht ma\u00dfgebend, ob der Student in seiner Ausbildung im Betrieb seinem Erscheinungsbild nach als Arbeitnehmer und nicht als Student anzusehen sei, da das Bestehen bzw. Nichtbestehen eines Sozialversicherungspflichtverh\u00e4ltnisses f\u00fcr eine F\u00f6rderung nach dem BAf\u00f6G unerheblich sei.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Quelle: LSG Nordrhein-Westfalen, Pressemitteilung vom 22.09.2022 zum Urteil L 6 AS 947\/21 vom 16.12.2021 (nrkr &#8211; BSG-Az.: B 7 AS 11\/22 R)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein nach dem BAf\u00f6G abstrakt f\u00f6rderungsf\u00e4higes Studium schlie\u00dft einen Anspruch unabh\u00e4ngig davon aus, ob tats\u00e4chlich BAf\u00f6G-Leistungen bezogen werden. Dies hat das Landessozialgericht (LSG) Nordrhein-Westfalen im Urteil vom 16.12.2021 entschieden (Az. L 6 AS 947\/21), gegen das mittlerweile Revision beim BSG anh\u00e4ngig ist (Az. B 7 AS 11\/22 R). 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