{"id":68737,"date":"2022-09-23T12:40:30","date_gmt":"2022-09-23T10:40:30","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=68737"},"modified":"2022-09-23T12:40:30","modified_gmt":"2022-09-23T10:40:30","slug":"bfh-afa-berechtigung-nach-entgeltlichem-erwerb-eines-anteils-an-einer-vermoegensverwaltenden-personengesellschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/bfh-afa-berechtigung-nach-entgeltlichem-erwerb-eines-anteils-an-einer-vermoegensverwaltenden-personengesellschaft\/","title":{"rendered":"BFH: AfA-Berechtigung nach entgeltlichem Erwerb eines Anteils an einer verm\u00f6gensverwaltenden Personengesellschaft"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Hat der Gesellschafter einer verm\u00f6gensverwaltenden Personengesellschaft seinen Anteil entgeltlich erworben, kann er AfA auf die anteilig miterworbenen abnutzbaren Wirtschaftsg\u00fcter des Gesamthandsverm\u00f6gens nur nach Ma\u00dfgabe seiner Anschaffungskosten und der Restnutzungsdauer des jeweiligen Wirtschaftsguts im Zeitpunkt des Anteilserwerbs beanspruchen. Verbindlichkeiten der Gesellschaft erh\u00f6hen anteilig die Anschaffungskosten des Erwerbers, soweit sie den mittelbar erworbenen abnutzbaren Wirtschaftsg\u00fctern des Gesamthandsverm\u00f6gens einzeln zuzuordnen sind. Dies hat der Bundesfinanzhof (BFH) mit Urteil vom 03.05.2022 \u2013 IX R 22\/19 \u2013 entschieden.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Streitfall waren urspr\u00fcnglich zwei Br\u00fcder zu je 50 % an einer verm\u00f6gensverwaltenden Gesellschaft b\u00fcrgerlichen Rechts (GbR) beteiligt. Die GbR erzielte Eink\u00fcnfte aus Vermietung und Verpachtung. Ein Gesellschafter schied aus der Gesellschaft aus, indem er seinen Anteil teilweise an seinen Bruder und teilweise an seine Schw\u00e4gerin ver\u00e4u\u00dferte. Streitig war vor allem, ob die von der GbR f\u00fcr den Erwerb von Grundst\u00fccken aufgenommenen und noch nicht getilgten Darlehen (Verbindlichkeiten der GbR) die Anschaffungskosten der Erwerber und dementsprechend die AfA auf die anteilig miterworbenen Geb\u00e4ude erh\u00f6hte. Das Finanzamt und das Finanzgericht (FG) hatten dies abgelehnt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Revision der Kl\u00e4gerin (GbR) hatte Erfolg. Nach st\u00e4ndiger Rechtsprechung des BFH ermittelt eine Personengesellschaft die gemeinschaftlich erzielten Eink\u00fcnfte. Sie ber\u00fccksichtigt dabei (auf Gesellschaftsebene) AfA auf die vermieteten Geb\u00e4ude nach den historischen Anschaffungskosten. Die so ermittelten Eink\u00fcnfte werden den Gesellschaftern nach ihren Beteiligungsverh\u00e4ltnissen unmittelbar zugerechnet. Daran \u00e4ndert sich nichts, wenn ein Gesellschafter seinen Anteil entgeltlich auf einen oder mehrere neue Gesellschafter \u00fcbertr\u00e4gt. Gesellschafter, die ihre Beteiligung nachtr\u00e4glich entgeltlich erworben haben, k\u00f6nnen die in ihrem Ergebnisanteil ber\u00fccksichtigte AfA aber nicht beanspruchen. Ihre AfA-Berechtigung bemisst sich vielmehr nach den individuellen Anschaffungskosten und nach Ma\u00dfgabe der voraussichtlichen Restnutzungsdauer des anteilig miterworbenen abnutzbaren Wirtschaftsguts im Zeitpunkt des Anteilserwerbs. Der ihnen zugerechnete Ergebnisanteil muss deshalb korrigiert werden, soweit die zustehende AfA von der AfA abweicht, die auf Gesellschaftsebene bei der Ermittlung der Eink\u00fcnfte ber\u00fccksichtigt worden ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Urteil befasst sich grundlegend und ausf\u00fchrlich mit der Frage, wie der Korrekturbetrag zu ermitteln ist. Es stellt au\u00dferdem klar, dass der Korrekturbetrag Gegenstand der einheitlichen und gesonderten Gewinnfeststellung ist, auch wenn er nur die pers\u00f6nlichen Verh\u00e4ltnisse einzelner Gesellschafter betrifft (Erg\u00e4nzungsbereich). Daraus ergibt sich zugleich, dass die betreffenden Gesellschafter zur Klage der Gesellschaft gegen den Gewinnfeststellungsbescheid notwendig beizuladen sind, was im Streitfall unterblieben war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Verbindlichkeiten der Gesellschaft erh\u00f6hen die Anschaffungskosten des Erwerbers. Den anteilig miterworbenen Wirtschaftsg\u00fctern sind sie nur zuzuordnen, soweit eine solche Zuordnung auch auf Gesellschaftsebene besteht. Dieser Zusammenhang war im Streitfall gegeben, da die Gesellschaft die Darlehen aufgenommen hatte, um bestimmte Vermietungsobjekte zu erwerben. Die Darlehen konnten deshalb auf Gesellschaftsebene einzelnen Wirtschaftsg\u00fctern eindeutig zugeordnet werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcbersteigen die Anschaffungskosten des Anteilserwerbers die Summe der Buchwerte der anteilig miterworbenen Wirtschaftsg\u00fcter, sind sie insoweit den anteilig miterworbenen Wirtschaftsg\u00fctern nach dem Verh\u00e4ltnis der in ihnen ruhenden stillen Reserven einzeln zuzuordnen. Die Aufteilung der sog. Mehranschaffungskosten erfordert dann eine Einzelbewertung jedes in Betracht kommenden Wirtschaftsguts im Zeitpunkt des Anteilserwerbs.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Geh\u00f6rt ein bebautes Grundst\u00fcck zum anteilig miterworbenen Gesellschaftsverm\u00f6gen, ist eine erneute Aufteilung der anteiligen Anschaffungskosten auf Grund und Boden einerseits und Geb\u00e4ude andererseits erforderlich, um eventuell im nicht abnutzbaren Wirtschaftsgut Grund und Boden entstandene stille Reserven zutreffend zu erfassen. Im Streitfall hat der BFH die Sache an das FG zur\u00fcckverwiesen, damit es die erneute Aufteilung nachholt. Vor diesem Hintergrund hat der BFH davon abgesehen, die unterbliebenen Beiladungen selbst vorzunehmen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-steuerberater-schroder-berlin wp-block-embed-steuerberater-schroder-berlin\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"3rTRxIYxNi\"><a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/steuer\/afa-berechtigung-des-erwerbers-nach-entgeltlichem-erwerb-eines-anteils-an-einer-vermoegensverwaltenden-personengesellschaft-bfh-urteil-vom-03-mai-2022-ix-r-22-19\/\">AfA-Berechtigung des Erwerbers nach entgeltlichem Erwerb eines Anteils an einer verm\u00f6gensverwaltenden Personengesellschaft &#8211; BFH-Urteil vom 03. 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