{"id":69077,"date":"2022-10-22T12:13:19","date_gmt":"2022-10-22T10:13:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=69077"},"modified":"2022-10-22T12:13:19","modified_gmt":"2022-10-22T10:13:19","slug":"berufsrechtliche-sanktionen-kammern-begruessen-geplante-klarstellungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/berufsrechtliche-sanktionen-kammern-begruessen-geplante-klarstellungen\/","title":{"rendered":"Berufsrechtliche Sanktionen: Kammern begr\u00fc\u00dfen geplante Klarstellungen"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Das Bundesjustizministerium m\u00f6chte im System der berufsrechtlichen Sanktionen, die durch Rechtsanwaltskammern und Anwaltsgerichte verh\u00e4ngt werden k\u00f6nnen, Klarstellungen vornehmen. Dies begr\u00fc\u00dfen die BRAK und die Rechtsanwaltskammern, an einigen Punkten sehen sie jedoch keinen Reformbedarf.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Bundesministerium der Justiz arbeitet derzeit an einer Neuregelung verschiedener Sanktionsinstrumente des anwaltlichen Berufsrechts. Seine Reform\u00fcberlegungen betreffen unter anderem das Instrument der \u201emissbilligenden Belehrung\u201c und die Frage, ob und auf welchem Rechtsweg derartige Belehrungen anfechtbar sein sollen. Ferner geht es um die Instrumente der R\u00fcge und der Warnung sowie um die Frage, ob Rechtsanwaltskammern weiterhin die M\u00f6glichkeit haben sollen, Mitglieder wegen Wettbewerbsverst\u00f6\u00dfen auf Unterlassung in Anspruch zu nehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu dem vom Ministerium vorgelegten Fragenkatalog hat die BRAK auf Basis der von ihr eingeholten Meinungen der Rechtsanwaltskammern ausf\u00fchrlich Stellung genommen. Sie begr\u00fc\u00dft insbesondere, dass Klarheit f\u00fcr die \u201emissbilligende Belehrung\u201c geschaffen werden soll. Dieses gesetzlich nicht explizit geregelte Instrument nutzen Kammern in bei geringf\u00fcgigen Berufspflichtverletzungen; dabei ergeben sich nach der Rechtsprechung des BGH h\u00e4ufig Abgrenzungsschwierigkeiten zum Instrument der R\u00fcge. Die Schaffung einer Einstellungsm\u00f6glichkeit bei Bagatellverst\u00f6\u00dfen, analog zum Ordnungswidrigkeitenrecht, wird ausdr\u00fccklich begr\u00fc\u00dft.<\/p>\n\n\n\n<p>Auseinander gingen die Ansichten der Kammern zu der Frage, ob weiterhin ein Vorgehen gegen Mitglieder nach \u00a7 8 UWG m\u00f6glich sein soll. Die knappe Mehrheit sprach sich daf\u00fcr aus, diese M\u00f6glichkeit beizubehalten, die von den Kammern bei besonders eklatanten und wiederholten Verst\u00f6\u00dfen gegen Berufsrecht genutzt werde. Hintergrund ist, dass die Rechtsanwaltskammern nicht selbst Unterlassungsverf\u00fcgungen durchsetzen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die \u00dcberlegungen des Ministeriums, das anwaltsgerichtliche Instrument der Warnung abzuschaffen, werden einhellig begr\u00fc\u00dft. Es habe in der Praxis eine \u00e4u\u00dferst geringe Bedeutung.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Quelle: BRAK, Mitteilung vom 19.10.2022<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Bundesjustizministerium m\u00f6chte im System der berufsrechtlichen Sanktionen, die durch Rechtsanwaltskammern und Anwaltsgerichte verh\u00e4ngt werden k\u00f6nnen, Klarstellungen vornehmen. Dies begr\u00fc\u00dfen die BRAK und die Rechtsanwaltskammern, an einigen Punkten sehen sie jedoch keinen Reformbedarf. Das Bundesministerium der Justiz arbeitet derzeit an einer Neuregelung verschiedener Sanktionsinstrumente des anwaltlichen Berufsrechts. 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