{"id":69282,"date":"2022-11-11T17:35:46","date_gmt":"2022-11-11T15:35:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=69282"},"modified":"2023-08-25T12:19:08","modified_gmt":"2023-08-25T10:19:08","slug":"belastungen-durch-die-kalte-progression-vermeiden-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/belastungen-durch-die-kalte-progression-vermeiden-2\/","title":{"rendered":"Belastungen durch die kalte Progression vermeiden"},"content":{"rendered":"\n<p><em>In einer Phase besonders hoher Inflation sch\u00fctzt die Bundesregierung die Menschen vor zus\u00e4tzlichen Belastungen. Deshalb geht sie mit dem Inflationsausgleichsgesetz entschlossen gegen inflationsbedingte, ungewollte Steuerbelastungen vor. Damit wird f\u00fcr rund 48 Millionen B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger die Steuerlast an die Inflation angepasst und werden Familien gezielt steuerlich unterst\u00fctzt.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem Inflationsausgleichsgesetz verhindert die Bundesregierung zus\u00e4tzliche Belastungen f\u00fcr B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger, indem Effekte der sog. kalten Progression ausgeglichen werden. Lohnsteigerungen zum Ausgleich der Inflation kommen so auch tats\u00e4chlich an, ungewollte Steuerbelastungen werden vermieden.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Bundeskabinett hatte am 14. September 2022 den entsprechenden von Bundesfinanzminister Christian Lindner vorgelegten Gesetzentwurf verabschiedet. Im parlamentarischen Gesetzgebungsverfahren waren anschlie\u00dfend noch die Ergebnisse des&nbsp;5. Steuerprogressionsberichts&nbsp;sowie des&nbsp;14. Existenzminimumberichts&nbsp;mit eingeflossen, die am 2. November 2022 vom Kabinett beschlossen worden waren. Der Bundestag hat das Inflationsausgleichsgesetz am 10. November 2022 verabschiedet, die Ma\u00dfnahmen treten zum 1. Januar 2023 in Kraft.<\/p>\n\n\n\n<p>Vom Inflationsausgleichsgesetz profitieren rund 48 Millionen steuerpflichtige B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger \u2013 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Rentnerinnen und Rentner, Selbstst\u00e4ndige sowie selbst haftende Unternehmerinnen und Unternehmer. Bewusst ausgenommen davon sind jedoch besonders hohe Einkommen, f\u00fcr die der sog. Reichensteuersatz von 45 Prozent greift.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit den \u00c4nderungen werden nicht nur steuerliche Mehrbelastungen, sondern f\u00fcr zahlreiche Menschen bedeuten sie auch weniger Verwaltungsaufwand: F\u00fcr viele B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger f\u00e4llt damit auch die Pflicht zur Abgabe einer Steuererkl\u00e4rung weg. Das betrifft unter anderem auch zahlreiche Rentnerinnen und Rentner.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"steuerliche-anpassungen\">Steuerliche Anpassungen<\/h2>\n\n\n\n<p>Folgende steuerliche \u00c4nderungen treten in Kraft:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Der&nbsp;<strong>Einkommensteuertarif<\/strong>&nbsp;f\u00fcr die Jahre 2023 und 2024 wird angepasst und die Effekte der kalten Progression werden im Verlauf des Einkommensteuertarifs ausgeglichen.<\/li><li>Der&nbsp;<strong>Grundfreibetrag<\/strong>&nbsp;wird ab 2023 um 561 Euro erh\u00f6ht auf 10.908 Euro und ab 2024 um weitere 696 Euro auf 11.604 Euro.<\/li><li>Das&nbsp;<strong>Kindergeld<\/strong>&nbsp;wird ab 1.1.2023 einheitlich auf jeweils 250 Euro pro Kind erh\u00f6ht.<\/li><li>Der&nbsp;<strong>Kinderfreibetrag<\/strong>&nbsp;(einschlie\u00dflich des Freibetrages f\u00fcr den Betreuung-, Erziehungs- und Ausbildungsbedarf) wird ab 2023 um 202 Euro auf 8.750 Euro erh\u00f6ht und ab 2024 um weitere 180 Euro auf 8.930 Euro.<\/li><li>Der&nbsp;<strong>Spitzensteuersatz<\/strong>&nbsp;wird 2023 von derzeit 58.597 Euro auf 62.810 Euro angehoben, f\u00fcr 2024 wird er ab einem Jahreseinkommen von 66.761 Euro erhoben.<\/li><li>Erstmalig seit der Teilabschaffung des&nbsp;<strong>Solidarit\u00e4tszuschlags<\/strong>&nbsp;wird der Freibetrag von bisher 16.956 Euro auf 18.130 Euro beziehungsweise auf 36.260 Euro (bisher 33.912 Euro) bei Zusammenveranlagung angehoben.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Allein im Jahr 2023 unterst\u00fctzen diese Anpassungen die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger mit insgesamt \u00fcber 18,6 Milliarden&nbsp;Euro. Im Jahr 2024 betr\u00e4gt der Effekt weitere 31,8 Milliarden Euro.<\/p>\n\n\n\n<p>Hinweis der Redaktion: Der Bundesrat muss dem Vorhaben noch zustimmen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Quelle: BMF, Mitteilung vom 10.11.2022<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einer Phase besonders hoher Inflation sch\u00fctzt die Bundesregierung die Menschen vor zus\u00e4tzlichen Belastungen. Deshalb geht sie mit dem Inflationsausgleichsgesetz entschlossen gegen inflationsbedingte, ungewollte Steuerbelastungen vor. Damit wird f\u00fcr rund 48 Millionen B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger die Steuerlast an die Inflation angepasst und werden Familien gezielt steuerlich unterst\u00fctzt. 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