{"id":69326,"date":"2022-11-19T16:27:04","date_gmt":"2022-11-19T14:27:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=69326"},"modified":"2022-11-19T16:27:04","modified_gmt":"2022-11-19T14:27:04","slug":"die-wirtschaftliche-lage-in-deutschland-im-november-2022","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/die-wirtschaftliche-lage-in-deutschland-im-november-2022\/","title":{"rendered":"Die wirtschaftliche Lage in Deutschland im November 2022"},"content":{"rendered":"\n<ul><li>Die anhaltend hohen Energiepreise, die steigende Inflation und die damit verbundenen Kaufkraftverluste belasten zunehmend die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland.<\/li><li>Zwar ist das dritte Quartal laut aktueller amtlicher Zahlen besser verlaufen als erwartet und die deutsche Wirtschaft gewachsen. F\u00fcr den weiteren Verlauf erwartet die Bundesregierung jedoch eine r\u00fcckl\u00e4ufige Wirtschaftsleistung im Winterhalbjahr 2022\/23, in deren Folge die Zuwachsrate des BIP im Jahresdurchschnitt 2023 leicht negativ sein d\u00fcrfte.<\/li><li>Der Industrie ist es gelungen, ihren Gasverbrauch seit Jahresbeginn substanziell zu reduzieren. Ein Gro\u00dfteil dieser Einsparungen ist auf steigende Effizienz sowie Substitution durch alternative Energiequellen zur\u00fcckzuf\u00fchren. Produktionseinbu\u00dfen zeigen sich vor allem in den energieintensiven Industriezweigen. Die Gasspeicher sind Stand Anfang November zu \u00fcber 99 % bef\u00fcllt.<\/li><li>Die Industrieproduktion legte am Ende des dritten Quartals noch einmal zu. Der Ausblick f\u00fcr die kommenden Monate ist aber eingetr\u00fcbt angesichts einer sp\u00fcrbar r\u00fcckl\u00e4ufigen Nachfrage und einer deutlich unterk\u00fchlten Stimmung in den Unternehmen.<\/li><li>Die Ums\u00e4tze im Einzelhandel nahmen im September wieder zu, obwohl es bei den Tankstellen nach Auslaufen des Tankrabatts zu einem Einbruch gekommen ist. Die Stimmung unter den privaten Verbrauchern ist nach wie vor stark eingetr\u00fcbt.<\/li><li>Die Inflationsrate ist im Oktober weiter auf 10,4 % gestiegen, den h\u00f6chsten Wert seit Dezember 1951. Dabei d\u00fcrfte sich die Mehrwertsteuersenkung f\u00fcr Erdgaslieferungen und Fernw\u00e4rme von 19 % auf 7 % d\u00e4mpfend ausgewirkt haben.<\/li><li>Im Oktober zeigt sich der Arbeitsmarkt weiterhin robust, aber Spuren der ung\u00fcnstigeren konjunkturellen Aussichten werden erkennbar. Angesichts der Engp\u00e4sse am Arbeitsmarkt versuchen Unternehmen, ihre Besch\u00e4ftigten zu halten.<\/li><li>Von Januar bis August 2022 meldeten die deutschen Amtsgerichte mit insgesamt 9.414 beantragten Unternehmensinsolvenzen rund 2 % weniger Antr\u00e4ge als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Aktuelle Fr\u00fchindikatoren und Umfragen deuten auf steigende Insolvenzzahlen in den n\u00e4chsten Monaten hin, eine \u201eInsolvenzwelle\u201c ist derzeit jedoch nicht in Sicht.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h2 id=\"deutsche-volkswirtschaft-steht-vor-winterrezession\">Deutsche Volkswirtschaft steht vor Winterrezession<\/h2>\n\n\n\n<p>Die anhaltend hohen Energiepreise, die steigende Inflation und die damit verbundenen Kaufkraftverluste belasten weiterhin die Aussichten f\u00fcr die deutsche Wirtschaft. Laut Umfragen liegen sowohl die Gesch\u00e4ftserwartungen der Unternehmen als auch das Konsumklima nach wie vor auf Tiefst\u00e4nden. Demgegen\u00fcber stehen aber auch einige Erfolge: So ist es der Industrie gelungen, seit Jahresbeginn gut 20 % ihres Gasverbrauchs einzusparen und unabh\u00e4ngiger von russischem Erdgas zu werden. Ein Gro\u00dfteil dieser Einsparungen ist auf gesteigerte Effizienz zur\u00fcckzuf\u00fchren, da sich die Wirtschaftsleistung vergleichsweise stabil h\u00e4lt. Zudem haben Unternehmen in ihrer Produktion Gas teilweise durch alternative Energiequellen substituieren k\u00f6nnen. Die Gasspeicher sind seit Anfang November zu \u00fcber 99 % gef\u00fcllt. Zudem ist die Wirtschaft laut der Schnellmeldung des Statistischen Bundesamts vom 28. Oktober im dritten Quartal entgegen den Erwartungen um preisbereinigt +0,3 % gegen\u00fcber dem Vorquartal gewachsen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die weiteren Aussichten sind dennoch stark eingetr\u00fcbt. Die Industrieproduktion insgesamt ist zwar am aktuellen Rand stabil, im Berichtsmonat September wuchs sie um 0,7 %. Deutliche R\u00fcckg\u00e4nge waren aber bereits seit Jahresanfang in den energieintensiven Bereichen des Verarbeitenden Gewerbes zu verzeichnen \u2013 sie liegen rund zehn Prozent unter dem Niveau vom Jahresanfang. Zudem waren die Auftragseing\u00e4nge auch im September stark r\u00fcckl\u00e4ufig (-4,0 %) und sprechen f\u00fcr eine weiter abk\u00fchlende Nachfrage. Auch der Ausblick f\u00fcr den Au\u00dfenhandel bleibt pessimistisch: Im September lagen sowohl Ausfuhren als auch Einfuhren im Minus. Der Anstieg der Verbraucherpreise erreichte derweil im Oktober einen neuen H\u00f6chstwert von +10,4 % gegen\u00fcber Vorjahr. Dies ist der h\u00f6chste Wert seit \u00fcber 70 Jahren.<\/p>\n\n\n\n<p>Unter dem Strich best\u00e4tigt sich das Bild der Herbstprojektion vom 12. Oktober, nach der die Wirtschaftsleistung im laufenden Jahr noch ein Wachstum von 1,4 Prozent aufweisen d\u00fcrfte, welches vor allem auf die positive Entwicklung in den ersten drei Quartalen zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Im Winterhalbjahr 2022 \/ 2023 d\u00fcrfte die deutsche Wirtschaft dann in eine Rezession rutschen. F\u00fcr das Jahr 2023 erwartet die Bundesregierung als Folge im Jahresdurchschnitt einen R\u00fcckgang der Wirtschaftsleistung um 0,4 % im Vorjahresvergleich.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"verbesserte-lage-in-der-weltwirtschaft\">Verbesserte Lage in der Weltwirtschaft<\/h2>\n\n\n\n<p>Aktuelle Indikatoren zeigen eine insgesamt robuste Entwicklung des globalen Umfeldes. Die weltweite Industrieproduktion verbesserte sich im August mit +0,5 % leicht gegen\u00fcber dem Vormonat und auch der Welthandel legte im August gegen\u00fcber dem Vormonat mit +0,7 % etwas zu. Auch die Stimmungsindikatoren am aktuellen Rand signalisieren eine Stabilisierung der weltwirtschaftlichen Lage auf niedrigem Niveau. Der Index von S&amp;P Global (ehemals IHS Markit) lag im September zwar weiter unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten, konnte allerdings gegen\u00fcber dem Vormonat geringf\u00fcgig zulegen. Die Zuw\u00e4chse im Dienstleistungsbereich konnten einen R\u00fcckgang im Bereich des Verarbeitenden Gewerbes ausgleichen. F\u00fcr die kommenden Monate rechnen die Umfrageteilnehmer allerdings mit einem schwierigen weltwirtschaftlichen Umfeld.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"leichter-r%c3%bcckgang-der-im-und-exporte\">Leichter R\u00fcckgang der Im- und Exporte<\/h2>\n\n\n\n<p>Sowohl die nominalen Einfuhren als auch die nominalen Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen lagen im September saisonbereinigt mit -2,6 % bzw. -0,3 % gegen\u00fcber dem Vormonat im Minus. Der R\u00fcckgang der nominalen Werte liegt vor allem an den stark r\u00fcckl\u00e4ufigen Preisen der Im- und Exporte (-0,9 % bzw. -0,6 % gg\u00fc. Vormonat). Real d\u00fcrfte der R\u00fcckgang deswegen deutlich schw\u00e4cher gewesen sein. Infolge des starken Preisr\u00fcckgangs von importierten Energietr\u00e4gern, insbesondere Gas, haben sich auch die Terms of Trade verbessert. So erholte sich der Handelsbilanz\u00fcberschuss im September deutlich und lag bei +2,6 Mrd. Euro (August: -1,3 Mrd. Euro). Allerdings ist dieser vor allem aufgrund der Energiepreiskrise immer noch auf einem sehr niedrigen Niveau, im September des Vorjahres lag er mit +12,0 Mrd. Euro fast zehnmal so hoch.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Ausblick f\u00fcr den Au\u00dfenhandel bleibt pessimistisch, hat sich aber leicht verbessert. Die ifo-Exporterwartungen haben sich mit -5,3 Saldenpunkten im Oktober leicht erh\u00f6ht, liegen aber weiterhin auf einem Niveau, das mit dem Fr\u00fchjahr 2020 vergleichbar ist. Die Erholung von den Lieferengp\u00e4ssen setzt sich, nach dem R\u00fccksetzer im September, im Oktober weiter fort. Laut ifo-Umfrage berichten im Oktober 64 % der Unternehmen von Engp\u00e4ssen in der Beschaffung. Die Aufl\u00f6sung von Staus vor wichtigen H\u00e4fen sowie sinkende Containerfrachtraten d\u00fcrften die Situation verbessert haben.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"eingetr%c3%bcbte-aussichten-f%c3%bcr-die-industriekonjunktur\">Eingetr\u00fcbte Aussichten f\u00fcr die Industriekonjunktur<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Produktion im Produzierenden Gewerbe ist im September gegen\u00fcber dem Vormonat um 0,6 % gestiegen. W\u00e4hrend der Aussto\u00df in der Industrie um 0,7 % zunahm, kam es im Baugewerbe zu einem R\u00fcckgang um 0,3 %. Der Bereich Energie verzeichnete einen Zuwachs um 1,7 %.<\/p>\n\n\n\n<p>In den einzelnen Industriebranchen kam es zu unterschiedlichen Entwicklungen: Im gewichtigen Bereich Kfz und Kfz-Teile gab es ein kr\u00e4ftiges Plus von 9,3 % im Vormonatsvergleich. Auch pharmazeutische Erzeugnisse (+10,9 %), Kokerei und Mineral\u00f6lverarbeitung (+10,5 %), Datenverarbeitungsger\u00e4te, elektrische und optische Erzeugnisse (+3,8 %), Papier und Pappe (+1,2 %) sowie Metallerzeugnisse (+0,9 %) meldeten Zuw\u00e4chse. Andere Wirtschaftszweige indes, wie die energieintensiven chemischen Erzeugnisse (-2,9 %) sowie Glas, Glaswaren und Keramik (-1,3 %), aber auch der Maschinenbau (-1,7 %), verzeichneten Abnahmen ihrer Produktion.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Auftragseing\u00e4nge sind im September gegen\u00fcber dem Vormonat um 4,0 % gesunken. Bereits im August waren sie um 2,0 % gefallen. Insgesamt lagen die Bestellungen zuletzt 10,8 % unterhalb des Vorjahresniveaus. Der R\u00fcckgang im Vormonatsvergleich war auf einen Einbruch der Auslandsnachfrage zur\u00fcckzuf\u00fchren: W\u00e4hrend die inl\u00e4ndischen Bestellungen noch leicht im Plus lagen, sanken die Auftragseing\u00e4nge aus dem Ausland um 6,3 % (Nicht-Euroraum) bzw. sogar 8,0 % (Euroraum). Auf Branchenebene schlugen kr\u00e4ftige R\u00fcckg\u00e4nge in den beiden gr\u00f6\u00dften Industriebereichen Kfz (-9,0 %) und Maschinenbau (-8,1 %) auf den Gesamtindex durch. Der H\u00f6henflug der Auftragseing\u00e4nge, der sich nach der Corona-Pandemie im Zuge von Nachholeffekten eingestellt hatte, scheint beendet zu sein. Die Auftragseing\u00e4nge liegen nun wieder auf einem Niveau wie vor der Corona-Krise.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Industriekonjunktur bleibt der Ausblick auf die kommenden Monate eingetr\u00fcbt, auch wenn die Industrieproduktion am Ende des dritten Quartals noch einmal zulegte und es im Quartalsvergleich zu einem beachtlichen Plus um 0,5 % gekommen ist. So ist die Nachfrage merklich r\u00fcckl\u00e4ufig und die Stimmung in den Unternehmen deutlich unterk\u00fchlt.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"umsatz-im-einzelhandel-legt-wieder-zu-%e2%80%93-trotz-einbruch-bei-tankstellen\">Umsatz im Einzelhandel legt wieder zu \u2013 trotz Einbruch bei Tankstellen<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Ums\u00e4tze im Einzelhandel ohne Kfz haben sich im September gegen\u00fcber dem Vormonat um 0,9 % erh\u00f6ht. Dabei ist zu beachten, dass der Tankstellen-Umsatz mit einem Minus von 15,7 % so stark wie noch nie seit Beginn der Erhebung der Zeitreihe zur\u00fcckgegangen ist. Ende August ist der Tankrabatt ausgelaufen und die Verbraucher haben zuvor offensichtlich noch einmal kr\u00e4ftig ihre Vorr\u00e4te aufgef\u00fcllt. Im Vergleich zum September 2021 meldete der Einzelhandel ein (reales) Umsatzminus von 0,9 %, was zu einem betr\u00e4chtlichen Teil auch auf die hohen Preissteigerungen im Einzelhandel zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. So kam es in nominaler Rechnung, also ohne Preisbereinigung, binnen Jahresfrist zu einem Umsatzplus von 9,9 %. Der Handel mit Lebensmitteln verzeichnete im September im Vergleich zum Vormonat eine Zunahme des realen Umsatzes von 2,6 % (gg\u00fc. Vorjahresmonat -2,4 %). Der Handel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren meldete ein Umsatzplus 9,9 % (gg\u00fc. Vorjahresmonat +11,8 %). Der Internet- und Versandhandel verbuchte im September einen Anstieg um 5,8 % (gg\u00fc. Vorjahresmonat -1,0 %). Die Neuzulassungen von Pkw durch private Halter haben im Oktober um 5,3 % abgenommen, nachdem es allerdings in den f\u00fcnf Monaten zuvor zu teilweise kr\u00e4ftigen Steigerungen gekommen war.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Talfahrt bei der Stimmung in den privaten Haushalten ist laut dem GfK Konsumklima erst einmal gestoppt. F\u00fcr November wird ein leichter Anstieg prognostiziert, gleichwohl liegt das Konsumklima aber nach wie vor auf einem \u00e4u\u00dferst niedrigen Niveau. Die ifo Gesch\u00e4ftserwartungen im Einzelhandel hingegen tr\u00fcbten sich im Oktober erneut ein. Der Saldo der Meldungen liegt hier inzwischen auf einem sehr niedrigen Niveau. Die Beurteilung der Gesch\u00e4ftslage im Einzelhandel erweist sich jedoch gem\u00e4\u00df ifo als vergleichsweise stabil und hat sich zuletzt sogar wieder leicht verbessert.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"inflationsrate-im-oktober-erneut-auf-historischem-niveau\">Inflationsrate im Oktober erneut auf historischem Niveau<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Inflationsrate, gemessen am Anstieg des Verbraucherpreisniveaus binnen Jahresfrist, hat sich im Oktober weiter auf 10,4 % erh\u00f6ht. Dieser Wert entspricht dem h\u00f6chsten Stand seit Dezember 1951. Damals hatte ein knappes G\u00fcterangebot kurz nach der W\u00e4hrungs\u00adreform f\u00fcr hohe Inflationsraten gesorgt. Damit stieg die Rate im Oktober 2022 um 0,4 Prozentpunkte gegen\u00fcber dem Vormonat (September: +10,0 %). Die Kerninflationsrate (ohne Nahrungsmittel und Energie) lag mit +5,0 % (September: +4,6 %) erneut nicht einmal halb so hoch wie die Gesamtrate, allerdings auf dem h\u00f6chsten Stand seit Dezember 1993.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Teuerung der Energietr\u00e4ger fiel erneut sehr kr\u00e4ftig aus (+43,0 %; September: + 43,9 %). Der Anstieg der Preise f\u00fcr Nahrungsmittel verzeichnete mit +20,3 % ein neues Allzeithoch seit der Wiedervereinigung (September: +18,7 %). Insbesondere hier wirkten sich Preisanstiege auf den vorgelagerten Wirtschaftsstufen preiserh\u00f6hend aus. Im September stiegen die Erzeugerpreise binnen Jahresfrist mit +45,8 % so stark wie im Vormonat, als bereits ein trauriger Rekord seit Beginn der Erhebung im Jahr 1949 aufgestellt wurde. Die Importpreise verteuerten sich im September um +29,8 % gegen\u00fcber dem Vorjahr, gingen aber gegen\u00fcber dem Vormonat leicht zur\u00fcck (-0,9 %). Der Anstieg der Gro\u00dfhandelsverkaufspreise fiel im September ebenfalls erneut st\u00e4rker aus (gegen\u00fcber September 2021: +19,9 %; gegen\u00fcber August 2022: +1,6 %).<\/p>\n\n\n\n<p>Preisd\u00e4mpfend d\u00fcrfte sich die Mehrwertsteuersenkung f\u00fcr Erdgaslieferungen und Fernw\u00e4rme von 19 % auf 7 % aus dem dritten Entlastungspaket auf die Inflationsrate ausgewirkt haben. Dennoch stiegen die Preise hier deutlich gegen\u00fcber dem Vorjahresmonat (Gas: +109,8 %; Fernw\u00e4rme: +35,6 %). Auch f\u00fcr die n\u00e4chsten Monate werden hohe Inflationsraten erwartet. Die Bundesregierung geht in ihrer Herbstprojektion von Mitte Oktober f\u00fcr den Jahresdurchschnitt 2022 von einem Anstieg um 8,0 % aus. 2023 wird dank der Gas- und Strompreisbremsen mit einer D\u00e4mpfung gerechnet (+7,0 %). Diese Einsch\u00e4tzung wird auch von dem Sachverst\u00e4ndigenrat in seinem j\u00fcngsten Jahresgutachten geteilt (+8,0 % bzw. +7,4 %).<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"seitw%c3%a4rtsbewegung-am-arbeitsmarkt\">Seitw\u00e4rtsbewegung am Arbeitsmarkt<\/h2>\n\n\n\n<p>Im Oktober zeigt sich der Arbeitsmarkt weiterhin robust, aber Spuren der schlechten konjunkturellen Aussichten werden erkennbar. So f\u00e4llt die typische Herbstbelebung etwas schw\u00e4cher aus als gew\u00f6hnlich. Insgesamt kam es zu einer Seitw\u00e4rtsbewegung der Besch\u00e4ftigtenzahlen. Der Anstieg der registrierten Arbeitslosigkeit hat weiter nachgelassen und lag im Oktober bei 8.000 Personen. Die Fluchtmigration aus der Ukraine wirkte sich darin nicht mehr erh\u00f6hend aus, sondern ist nun in der Unterbesch\u00e4ftigung sichtbar, wo Menschen in Sprachkursen und anderen Ma\u00dfnahmen erfasst werden. Die Zahl der Unterbesch\u00e4ftigten lag im Oktober saisonbereinigt um 29.000 Personen \u00fcber dem Vormonat. Die Erwerbst\u00e4tigkeit stagnierte im September auf einem H\u00f6chststand, wobei der August aufw\u00e4rts revidiert wurde (+12.000 Personen). In der Erstmeldung war ein R\u00fcckgang berichtet worden. Bei der sozialversicherungspflichtigen Besch\u00e4ftigung gab es im August nach saisonbereinigter Rechnung ein merkliches Plus (+31.000 Personen). Die Inanspruchnahme der Kurzarbeit lag im August bei rund 0,1 Mio. Personen und war damit etwas aufw\u00e4rtsgerichtet. Die Anzeigen deuten auf einen weiteren leichten Anstieg hin. Betrachtet nach Wirtschaftszweigen sind die besonders energieintensiven Branchen bislang unauff\u00e4llig. Die Fr\u00fchindikatoren sind weiter gesunken und sprechen f\u00fcr eine Abk\u00fchlung beim Besch\u00e4ftigungsaufbau. Insgesamt aber versuchen die Unternehmen, angesichts der bestehenden Engp\u00e4sse am Arbeitsmarkt ihre Besch\u00e4ftigten zu halten.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"insolvenzen-im-jahr-2022-insgesamt-unter-vorjahresniveau\">Insolvenzen im Jahr 2022 insgesamt unter Vorjahresniveau<\/h2>\n\n\n\n<p>Die r\u00fcckl\u00e4ufige Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen der vergangenen beiden Jahre h\u00e4lt weiterhin an und die Zahlen bleiben auch im Jahr 2022 bisher weiterhin unter Vorjahresniveau. Nach endg\u00fcltigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes meldeten die deutschen Amtsgerichte von Januar bis August 2022 mit insgesamt 9.414 beantragten Unternehmensinsolvenzen 2,3 % weniger Antr\u00e4ge als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.<br \/>Als Fr\u00fchindikator gibt die Zahl der beantragten Regelinsolvenzen Hinweise auf die k\u00fcnftige Entwicklung der Unternehmensinsolvenzen. Nach einem deutlichen R\u00fcckgang der Regelinsolvenzen im September von 20,6 % gg\u00fc. dem Vormonat gab es im Oktober mit 18,4 % mehr beantragten Verfahren gg\u00fc. dem Vormonat eine Gegenbewegung. Experten des IW Halle gehen von steigenden Insolvenzzahlen in den n\u00e4chsten Monaten aus; eine \u201eInsolvenzwelle\u201c wird derzeit jedoch nicht erwartet. Allerdings stellen die Folgen des Kriegs in der Ukraine und die drastisch gestiegenen Energiepreise f\u00fcr viele Unternehmen Belastungen dar, deren Auswirkungen auf das Insolvenzgeschehen in den n\u00e4chsten Monaten nur schwer abzusch\u00e4tzen sind.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Quelle: BMWK, Pressemitteilung vom 14.11.2022<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die anhaltend hohen Energiepreise, die steigende Inflation und die damit verbundenen Kaufkraftverluste belasten zunehmend die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. 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