{"id":69749,"date":"2022-12-03T15:28:29","date_gmt":"2022-12-03T13:28:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=69749"},"modified":"2022-12-03T15:28:29","modified_gmt":"2022-12-03T13:28:29","slug":"fg-hamburg-legt-neuregelung-der-tonnagesteuer-dem-bverfg-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/fg-hamburg-legt-neuregelung-der-tonnagesteuer-dem-bverfg-vor\/","title":{"rendered":"FG Hamburg legt Neuregelung der Tonnagesteuer dem BVerfG vor"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Mit Beschluss vom 24. August 2022 (Az. 6 K 68\/21) hat das Finanzgericht Hamburg das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) zu der Frage angerufen, ob \u00a7 52 Abs. 10 Satz 4 des Einkommensteuergesetzes (EStG) in der Fassung des Abzugsteuerentlastungsmodernisierungsgesetzes (AbzStEntModG) vom 2. Juni 2021 (BGBl. I. 2021, 1259) insoweit verfassungswidrig ist, als darin die r\u00fcckwirkende Anwendung des \u00a7 5a Abs. 4 S\u00e4tze 5 bis 7 EStG in der Fassung des AbzStEntModG f\u00fcr Wirtschaftsjahre, die nach dem 31. Dezember 1998 beginnen, angeordnet wird.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Hintergrund der Vorlage ist eine mit dem AbzStEntModG r\u00fcckwirkend ab Einf\u00fchrung der sog. Tonnagesteuer (\u00a7 5a EStG) im Jahr 1999 in Kraft getretene Neuregelung, die den sog. Unterschiedsbetrag betrifft. Ein solcher Betrag wird bei der erstmaligen Anwendung der pauschalen Gewinnermittlung nach der Tonnage vom Finanzamt f\u00fcr jedes dem Schiffsbetrieb unmittelbar dienende Wirtschaftsgut und f\u00fcr jeden Mitunternehmer gesondert festgestellt. Damit werden die sich in den Wirtschaftsg\u00fctern (im Wesentlichen das Schiff) vor dem Wechsel zur sog. Tonnagebesteuerung angesammelten stillen Reserven als Besteuerungssubstrat festgehalten. Diese m\u00fcssen unter anderem dann versteuert werden, wenn ein Mitunternehmer aus der Gesellschaft ausscheidet (\u00a7 5a Abs. 4 Satz 3 Nr. 3 EStG). Der Bundesfinanzhof (BFH) hat ab 2019 in st\u00e4ndiger Rechtsprechung entgegen der Auffassung der Finanzverwaltung entschieden, dass der Begriff des Ausscheidens weit zu verstehen ist und auch unentgeltliche \u00dcbertragungen im Wege der Schenkung oder eines Erbfalles umfasst (BFH, Urteil vom 28. November 2019, IV R 28\/19, BFH\/NV 2020, 412). Der Gesetzgeber hat auf diese Rechtsprechung reagiert. Durch \u00a7 5a Abs. 4 S\u00e4tze 5 bis 7 EStG in Verbindung mit \u00a7 52 Abs. 10 Satz 4 EStG wird r\u00fcckwirkend ab Einf\u00fchrung der Tonnagesteuer geregelt, dass bei \u00dcbertragungen eines Mitunternehmeranteils zum Buchwert nach \u00a7 6 Abs. 3 EStG und damit unentgeltlich der Unterschiedsbetrag auf den Rechtsnachfolger \u00fcbergeht. Es kommt also zu diesem Zeitpunkt (noch) nicht zur Besteuerung der im (fortgef\u00fchrten) Unterschiedsbetrag enthaltenen stillen Reserven. Damit wurde die bisherige Verwaltungsauffassung wiederhergestellt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Streitfall betrifft die Schenkung eines Mitunternehmeranteils im Jahr 2005 und ist damit von der r\u00fcckwirkenden Neuregelung betroffen. Der vorlegende Senat ist davon \u00fcberzeugt, dass diese R\u00fcckwirkung gegen die verfassungsrechtlichen Grunds\u00e4tze des Vertrauensschutzes (Art. 20. Abs. 3 Grundgesetzes) verst\u00f6\u00dft und deshalb verfassungswidrig ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine schriftliche Begr\u00fcndung der Entscheidung liegt noch nicht vor.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Quelle: FG Hamburg, Pressemitteilung vom 02.12.2022 zum Beschluss 6 K 68\/21 vom 24.08.2022<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit Beschluss vom 24. 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