{"id":70128,"date":"2023-01-15T15:09:54","date_gmt":"2023-01-15T13:09:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=70128"},"modified":"2023-01-15T15:09:54","modified_gmt":"2023-01-15T13:09:54","slug":"kein-lebensarbeitszeitkonto-fuer-richter-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/kein-lebensarbeitszeitkonto-fuer-richter-2\/","title":{"rendered":"Kein Lebensarbeitszeitkonto f\u00fcr Richter"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Richter haben keinen Anspruch auf Einrichtung eines Lebensarbeitszeitkontos und auf Gutschrift von Zeitguthaben. Deshalb ist nach Eintritt in den Ruhestand auch f\u00fcr einen finanziellen Ausgleichsanspruch gegen den Dienstherrn kein Raum. Das hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig heute entschieden.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Kl\u00e4ger stand bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Justizdienst des beklagten Landes Hessen, zuletzt als Richter am Landgericht. Noch w\u00e4hrend seines aktiven Richterdienstes stellte er einen Antrag auf Einrichtung eines Lebensarbeitszeitkontos sowie auf Gutschrift eines Zeitguthabens entsprechend den Regelungen f\u00fcr Hessische Landesbeamte. Antrag, Klage und Berufung sind ohne Erfolg geblieben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Bundesverwaltungsgericht hat die Revision des Kl\u00e4gers zur\u00fcckgewiesen. Zur Begr\u00fcndung hat es insbesondere ausgef\u00fchrt: Ein finanzieller Ausgleichsanspruch wegen unterbliebener Einrichtung eines Lebensarbeitszeitkontos besteht nicht. Die einschl\u00e4gigen Vorschriften f\u00fcr hessische Beamte sind auf den Kl\u00e4ger als Richter nicht anwendbar. Richter m\u00fcssen sich ebenso wie Beamte mit ihrer ganzen Kraft dem Amt widmen. Der Umfang des geschuldeten richterlichen Einsatzes wird aber nach Arbeitspensen bemessen und richtet sich \u2013 anders als bei Beamten \u2013 nicht nach konkret vorgegebenen Arbeits- bzw. Dienstzeiten. Ein Lebensarbeitszeitkonto setzt jedoch die normative Festlegung einer Wochenarbeitszeit voraus.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-fussnote\">Fu\u00dfnote<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Verordnung \u00fcber die Arbeitszeit der hessischen Beamtinnen und Beamten<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(Hessische Arbeitszeitverordnung \u2013 HAZVO) in der Fassung vom 15. Dezember 2009<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>\u00a7 1a<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">(1) Hauptamtlich t\u00e4tigen Beamtinnen und Beamten mit einer durchschnittlichen regelm\u00e4\u00dfigen Arbeitszeit von 41 Stunden pro Woche wird ab dem 1. August 2017 eine Arbeitsstunde pro Kalenderwoche auf einem Lebensarbeitszeitkonto gutgeschrieben. \u2026<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">[\u2026]<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: BVerwG, Pressemitteilung vom 12.01.2023 zum Urteil 2 C 22.21 vom 12.01.2023<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Richter haben keinen Anspruch auf Einrichtung eines Lebensarbeitszeitkontos und auf Gutschrift von Zeitguthaben. Deshalb ist nach Eintritt in den Ruhestand auch f\u00fcr einen finanziellen Ausgleichsanspruch gegen den Dienstherrn kein Raum. Das hat das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig heute entschieden. 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