{"id":70834,"date":"2023-04-15T11:47:26","date_gmt":"2023-04-15T09:47:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=70834"},"modified":"2023-04-15T11:47:26","modified_gmt":"2023-04-15T09:47:26","slug":"keine-durchschnittssatzbesteuerung-bei-blosser-qualitaetsveraenderung-und-weiterveraeusserung-eines-zugekauften-produkts-veredelung-von-reitpferden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/keine-durchschnittssatzbesteuerung-bei-blosser-qualitaetsveraenderung-und-weiterveraeusserung-eines-zugekauften-produkts-veredelung-von-reitpferden\/","title":{"rendered":"Keine Durchschnittssatzbesteuerung bei blo\u00dfer Qualit\u00e4tsver\u00e4nderung und Weiterver\u00e4u\u00dferung eines zugekauften Produkts \u2013 \u201eVeredelung\u201c von Reitpferden"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der Erwerb, die weitere Ausbildung \/ Verpflegung und der sich anschlie\u00dfende Verkauf von Reitpferden (\u201eVeredelung von Reitpferden\u201c), welche ein Steuerpflichtiger vornimmt, der die Voraussetzungen von \u00a7 24 Umsatzsteuergesetz erf\u00fcllt, unterliegen nicht der Durchschnittsbesteuerung.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit Urteil vom 16. November 2022 (Az. 4 K 20\/21) entschied der 4. Senat des Schleswig-Holsteinischen Finanzgerichts \u00fcber die Anwendung von \u00a7 24 Umsatzsteuergesetz bei der Veredelung von Reitpferden. Der Kl\u00e4ger betrieb eine Pferdezucht und einen Pferdehandel und erzielte damit Eink\u00fcnfte aus Land- und Forstwirtschaft und aus Gewerbebetrieb. Im Rahmen einer Betriebspr\u00fcfung wurde festgestellt, dass der Kl\u00e4ger dabei mehrfach junge Reitpferde (ca. 5-7 Jahre alt, jeweils Wallache) erwarb, versorgte und weiter ausbildete. Er verkaufte sie dann mit zum Teil erheblichem Gewinn weiter. Der Kl\u00e4ger ordnete die Ver\u00e4u\u00dferungen den Eink\u00fcnften im Sinne des \u00a7 24 Umsatzsteuergesetz zu; insoweit war unstreitig, dass f\u00fcr die Tiere eine ausreichende eigene Futtergrundlage vorhanden bzw. die Vieheinheitengrenze des \u00a7 51 Bewertungsgesetz nicht \u00fcberschritten war. Die Betriebspr\u00fcferin unterwarf die Ums\u00e4tze der Regelbesteuerung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der 4. Senat folgte der Pr\u00fcferin. Obwohl der Kl\u00e4ger die Voraussetzungen des \u00a7 24 Umsatzsteuergesetz grunds\u00e4tzlich erf\u00fcllte, fielen die Ums\u00e4tze nicht unter die Regelungen zur Durchschnittsatzbesteuerung. Denn bei richtlinienkonformer Auslegung sei f\u00fcr die Anwendung erforderlich, dass die gelieferten Gegenst\u00e4nde von dem land- und forstwirtschaftlichen Betrieb selbst \u201eerzeugt\u201c worden seien bzw. durch eine Verarbeitung der \u201eim Wesentlichen aus seiner landwirtschaftlichen Produktion stammenden Erzeugnisse\u201c entstanden seien. Ums\u00e4tze mit zugekauften Produkten seien von \u00a7 24 Umsatzsteuergesetz nicht erfasst. Die hier streitige Veredelung von Reitpferden stelle insoweit keine \u201eErzeugung\u201c eines (anderen) landwirtschaftlichen Produkts, sondern lediglich eine Qualit\u00e4tsver\u00e4nderung und Weiterver\u00e4u\u00dferung eines zugekauften Produkts dar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die vom 4. Senat zugelassene Revision ist eingelegt worden, das Aktenzeichen des Bundesfinanzhofs lautet XI R 37\/22.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Quelle: <em>FG Schleswig-Holstein, Mitteilung vom 03.04.2023 zum Urteil 4 K 20\/21 vom 16.11.2022 (nrkr &#8211; BFH-Az.: XI R 37\/22)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Erwerb, die weitere Ausbildung \/ Verpflegung und der sich anschlie\u00dfende Verkauf von Reitpferden (\u201eVeredelung von Reitpferden\u201c), welche ein Steuerpflichtiger vornimmt, der die Voraussetzungen von \u00a7 24 Umsatzsteuergesetz erf\u00fcllt, unterliegen nicht der Durchschnittsbesteuerung. Mit Urteil vom 16. 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