{"id":71065,"date":"2023-05-06T09:36:06","date_gmt":"2023-05-06T07:36:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=71065"},"modified":"2026-07-10T20:01:00","modified_gmt":"2026-07-10T18:01:00","slug":"ein-chatbot-viele-facetten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/ein-chatbot-viele-facetten\/","title":{"rendered":"Ein Chatbot \u2013 viele Facetten"},"content":{"rendered":"\n<p>ChatGPT ist in aller Munde. Der intelligente Chatbot versetzt Wirtschaft und Gesellschaft in Staunen \u2013 und in Besorgnis zugleich. Er kann sekundenschnell Texte formulieren, Recherchen durchf\u00fchren, Inspiration liefern und Aufgaben l\u00f6sen. F\u00fcr viele Unternehmen bietet das Chancen \u2013 nicht zuletzt die Aussicht auf hohe Effizienzgewinne. Gleichzeitig hat die Anwendung eine breite Debatte dar\u00fcber ausgel\u00f6st, welche Regeln f\u00fcr einen sicheren und vertrauensw\u00fcrdigen Einsatz von K\u00fcnstlicher Intelligenz (KI) n\u00f6tig sind. Denn mit der Technologie gehen neue Rechtsfragen, Risiken und Herausforderungen einher. In Br\u00fcssel wird bereits seit mehr als zwei Jahren an einer entsprechenden Gesetzesgrundlage gearbeitet.<\/p>\n\n\n\n<h2>Klare Spielregeln f\u00fcr KI<\/h2>\n\n\n\n<p>So hat die EU-Kommission im April 2021 den Entwurf f\u00fcr ein \u201eGesetz \u00fcber K\u00fcnstliche Intelligenz\u201e, den sogenannten Artificial Intelligence Act (AI-Act), vorgelegt. Der Entwurf unterscheidet KI-Anwendungen nach verschiedenen Risikoklassen und kn\u00fcpft an diese unterschiedliche Anforderungen an \u2013 zum Beispiel in Bezug auf Datenqualit\u00e4t oder Transparenzpflichten. Je h\u00f6her die Risikoklasse, desto strenger sind die Anforderungen. Ziel ist es, die Sicherheit und das Vertrauen in KI-Anwendungen zu st\u00e4rken.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr die Wirtschaft ist das von hoher Bedeutung, denn hiervon wird abh\u00e4ngen, wie hoch der Erfolg und die Akzeptanz der Technologie ist. Viele Unternehmen befassen sich derzeit mit der Frage, ob sie in KI-Technologien investieren sollen. Eine positive Antwort darauf kann es nur geben, wenn Unternehmen einen Rechtsrahmen vorfinden, der es ihnen erm\u00f6glicht, KI in der EU langfristig rechtssicher zu entwickeln und anzuwenden.<\/p>\n\n\n\n<h2>KI statt K.O.<\/h2>\n\n\n\n<p>Aktuell wird in Br\u00fcssel dar\u00fcber diskutiert, wie sog. Allzweck-KI, zu der auch ChatGPT z\u00e4hlt, in den AI-Act integriert werden kann. Eine \u00dcberregulierung an dieser Stelle w\u00fcrde die europ\u00e4ische Wettbewerbsf\u00e4higkeit und die Entwicklung des Technologiestandortes f\u00fcr Unternehmen gef\u00e4hrden. Viele Unternehmen stehen unter gro\u00dfem Druck, sich Herausforderungen wie der Transformation Richtung Klimaneutralit\u00e4t sowie dem Fachkr\u00e4ftemangel zu stellen. Unterst\u00fctzende Technologien wie ChatGPT k\u00f6nnen ihnen dabei eine gro\u00dfe Hilfe sein. Gerade in risikoarmen Anwendungsszenarien sollten Betriebe nicht unn\u00f6tig eingeschr\u00e4nkt werden. Es ist wichtig, dass auch bei KI-Tools wie ChatGPT der risikobasierte Ansatz des AI-Act konsequent zur Anwendung kommt \u2013 also nach Ausma\u00df des Risikos unterschieden wird. Angesichts des breiten Anwendungsfeldes und der unterschiedlichen Einsatzzwecke ist die Risikobestimmung von Allzweck-KI jedoch ohne Frage eine gro\u00dfe Herausforderung.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-die-zeit-lauft\">Die Zeit l\u00e4uft<\/h2>\n\n\n\n<p>Bis ein einheitlicher europ\u00e4ischer Rechtsrahmen in Anwendung tritt, wird es noch dauern. Wenn alles nach Plan l\u00e4uft, k\u00f6nnten die Verhandlungen 2024 ihren Abschluss finden. Nach dem Inkrafttreten des AI-Act dauert es voraussichtlich noch zwei weitere Jahre bis zur vollst\u00e4ndigen Anwendbarkeit. F\u00fcr viele Unternehmen ist das zu lange. Sie ben\u00f6tigen Klarheit und Unterst\u00fctzung bei Rechtsfragen der Anwendung, zum Beispiel durch Handlungsleitf\u00e4den. Auch Rahmenbedingungen f\u00fcr den datenschutzkonformen Einsatz sollten z\u00fcgig auf den Weg gebracht werden, zum Beispiel mehr Transparenz \u00fcber den Ort der Datenverarbeitung und den Umgang mit personenbezogenen Daten. Auf nationaler Ebene befasst sich derzeit eine Taskforce der Datenschutzkonferenz mit dem Thema.<\/p>\n\n\n\n<h2>Betrieblicher Umgang mit KI<\/h2>\n\n\n\n<p>Wichtig ist jetzt, dass sich Unternehmen mit den Chancen und m\u00f6glichen Risiken vertraut machen und die vorhandenen gesetzlichen Grundlagen beim Einsatz von KI-Anwendungen wie ChatGPT beachten. Zum Beispiel sollten sich Mitarbeitende \u00fcber die aktuellen urheber- oder datenschutzrechtlichen Risiken informieren und sicherstellen, dass sie keine Rechtsverletzungen begehen. Eine Unterst\u00fctzung bei der Anwendung bietet ein entsprechender <a href=\"https:\/\/www.dihk.de\/de\/themen-und-positionen\/wirtschaft-digital\/digitalisierung\/was-unternehmen-beim-umgang-mit-generativen-ki-anwendungen-beachten-sollten-94832\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">DIHK-Orientierungsrahmen<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p>Dar\u00fcber hinaus gilt es, die Vermittlung von Wissen \u00fcber die Funktionsweise der Systeme voranzutreiben. KI-Kompetenz ist das Gebot der Stunde. Im Rahmen der Initiative #GemeinsamDigital richten die IHKs kostenlose Weiterbildungsangebote zum KI-Technologien aus.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Quelle: DIHK, Mitteilung vom 05.05.2023<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ChatGPT ist in aller Munde. 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