{"id":71429,"date":"2023-07-10T12:06:03","date_gmt":"2023-07-10T10:06:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=71429"},"modified":"2023-07-10T12:06:03","modified_gmt":"2023-07-10T10:06:03","slug":"inflation-wen-der-staat-wie-entlastet-hat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/inflation-wen-der-staat-wie-entlastet-hat\/","title":{"rendered":"Inflation: Wen der Staat wie entlastet hat"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>In den vergangenen zwei Jahren hat sich die Bundesregierung mit einer Vielzahl von Ma\u00dfnahmen M\u00fche gegeben, ihre B\u00fcrger von hohen Preissteigerungen zu entlasten. Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, wer in welchem Umfang profitiert hat. Insgesamt hat der Staat sein Ziel erreicht und einen Gro\u00dfteil der Mehrbelastungen ausgeglichen \u2013 allerdings erhielten auch diejenigen Hilfe, die keine gebraucht h\u00e4tten.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Noch nie hat der Staat so viel Geld zur Bew\u00e4ltigung einer Krise ausgegeben wie in den vergangenen zwei Jahren: 28 Ma\u00dfnahmen hat die Bundesregierung auf den Weg gebracht, um ihre B\u00fcrger in der Krise zu entlasten \u2013 darunter Preisbremsen f\u00fcr Strom und Gas, das 9-Euro-Ticket und die Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel. Unterm Strich haben die Pakete rund 240 Milliarden Euro gekostet, zudem gab es f\u00fcr viele eine arbeitgeberfinanzierte steuerfreie Inflationsausgleichpr\u00e4mie von bis zu 3.000 Euro. Das hat sich gelohnt, zeigt nun eine neue IW-Studie: Die Politik hat es geschafft, einen gro\u00dfen Teil der Belastungen abzufedern. Besonders Menschen mit geringem Einkommen haben von den staatlichen Entlastungen profitiert.<\/p>\n\n\n\n<h2 id=\"h-gutverdiener-mussen-tiefer-in-die-tasche-greifen\">Gutverdiener m\u00fcssen tiefer in die Tasche greifen<\/h2>\n\n\n\n<p>Konkret hei\u00dft das: Eine vierk\u00f6pfige Familie mit einem Jahresbrutto von 40.000 Euro muss dieses und vergangenes Jahr durch die Preisanstiege 5.388 Euro mehr zahlen. Relativ zum Nettoeinkommen liegen die Belastungen bei 7,6 Prozent im Jahr 2022 und 6,8 Prozent im Jahr 2023. Der Staat entlastet hier mit 8.543 Euro, macht ein Plus von 3.155 Euro. Hauptgrund sind hierbei die Erh\u00f6hungen des Wohngelds und des Kinderzuschlags, die insbesondere Familien mit geringen (Erwerbs-)Einkommen unterst\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Weniger staatliche Hilfe erhalten kinderlose Normalverdiener: Ein Single mit einem Einkommen von 45.000 Euro zahlte durch die Preisanstiege 2022 und 2023 insgesamt 3.360 Euro. Die Belastungen liegen relativ zum Nettoeinkommen bei 6,2 Prozent und 5,4 Prozent in den beiden Jahren. Vom Staat gibt es 808 Euro Entlastungen, es bleibt eine L\u00fccke von 2.552 Euro. Bekommt der Single die volle steuerfreie Einmalzahlung vom Arbeitgeber, wurde er um 448 Euro \u00fcberkompensiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Die gr\u00f6\u00dfte L\u00fccke bleibt bei Gutverdienern: Bei Singles mit einem Einkommen von 75.000 Euro bleibt nach staatlicher Entlastung eine L\u00fccke von 2.861 Euro \u2013 sofern es vom Arbeitgeber keine Inflationsausgleichspr\u00e4mie gibt. Bei Familien mit 120.000 Euro Jahreseinkommen bleibt eine L\u00fccke von rund 6.000 Euro.<\/p>\n\n\n\n<h2>Mehr Augenma\u00df sinnvoll<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Berechnungen zeigen, dass der Staat sein Ziel durchaus erreicht hat, sagt IW-Steuerexperte Martin Beznoska: \u201eWer nur ein kleines Einkommen zur Verf\u00fcgung hat, wurde durch die Preissteigerung besonders getroffen. Der Staat hat hier vor allem durch das Wohngeld f\u00fcr umfangreiche Entlastung gesorgt.\u201c Allerdings waren nicht alle Ma\u00dfnahmen zielgenau: Teilweise profitierten auch diejenigen, die eigentlich keine staatliche Hilfe gebraucht h\u00e4tten, etwa ein Single mit einem \u00fcberdurchschnittlichen Jahreseinkommen von 75.000 Euro. \u201eHier w\u00e4re k\u00fcnftig mehr Augenma\u00df sinnvoll\u201c, sagt Beznoska. \u201eSchlie\u00dflich kommen die Steuerzahler f\u00fcr die hohen Ausgaben auf.\u201c<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img src=\"https:\/\/www.iwkoeln.de\/fileadmin\/user_upload\/Presse\/Pressemitteilungen\/Wen-der-Staat-wie-entlastet__1_.png\" alt=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Quelle: IW K\u00f6ln, Pressemitteilung vom 03.07.2023<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den vergangenen zwei Jahren hat sich die Bundesregierung mit einer Vielzahl von Ma\u00dfnahmen M\u00fche gegeben, ihre B\u00fcrger von hohen Preissteigerungen zu entlasten. 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