{"id":71661,"date":"2023-08-18T08:23:32","date_gmt":"2023-08-18T06:23:32","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=71661"},"modified":"2023-08-25T09:56:36","modified_gmt":"2023-08-25T07:56:36","slug":"globale-mindestbesteuerung-von-bundesregierung-beschlossen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/globale-mindestbesteuerung-von-bundesregierung-beschlossen\/","title":{"rendered":"Globale Mindestbesteuerung von Bundesregierung beschlossen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Mehr Steuerfairness<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Weltweit hatten sich mehr als 130 Staaten unter dem Dach von OECD und G20 darauf verst\u00e4ndigt, eine globale Mindestbesteuerung einzuf\u00fchren. In der EU wird die Mindestbesteuerung durch eine EU-Richtlinie sichergestellt. Diese Umsetzung hat das Kabinett jetzt beschlossen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die globale Mindestbesteuerung ist ein steuerpolitischer Meilenstein im Kampf gegen aggressive Steuergestaltungen. Gewinnverschiebungen in Niedrigsteuerl\u00e4nder werden dadurch verhindert \u2013 ein wichtiger Beitrag zur internationalen Steuerfairness. So sollen zuk\u00fcnftig Nachversteuerungsregelungen eine globale Mindestbesteuerung sicherstellen und sch\u00e4dlichem Steuerwettbewerb entgegenwirken.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wie soll diese Mindestbesteuerung aussehen?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">International t\u00e4tige Unternehmen mit einem Jahresumsatz \u00fcber 750 Millionen Euro sollen mindestens 15 Prozent Steuern zahlen. K\u00fcnftig werden s\u00e4mtliche Gewinne, die ein Konzern weltweit erwirtschaftet, mit 15 Prozent besteuert \u2013 ganz egal, wo sie entstehen. Bislang zahlen diejenigen Tochterunternehmen des Konzerns, die in Steueroasen sitzen, kaum Steuern und der Gesamtkonzern profitiert davon.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Durch die Mindestbesteuerung sinkt das Risiko, dass Gewinne verk\u00fcrzt oder verringert werden. Gleichzeitig wird sichergestellt, dass die gr\u00f6\u00dften multinationalen Unternehmensgruppen den vereinbarten globalen Mindeststeuersatz zahlen. Der Wettlauf um die niedrigsten Steuers\u00e4tze wird damit bald der Vergangenheit angeh\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wie wird sichergestellt, dass die Mindeststeuer tats\u00e4chlich bezahlt wird?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Werden beispielsweise Profite einer Tochtergesellschaft in einer Steueroase effektiv mit nur f\u00fcnf Prozent versteuert, dann greifen die neuen Regeln. Der Staat, in dem der Mutterkonzern seinen Sitz hat, erh\u00e4lt bei einem Mindeststeuersatz von 15 Prozent das Recht, die Gewinne aus der Steueroase mit 10 Prozent nachzuversteuern. Damit wird sichergestellt, dass auch diese Gewinne im Ergebnis einer effektiven Besteuerung in H\u00f6he von 15 Prozent unterliegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum die globale Mindestbesteuerung notwendig ist, wird in diesem Video einfach erkl\u00e4rt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Reform der internationalen Unternehmensbesteuerung besteht \u00fcbrigens aus zwei S\u00e4ulen. In der ersten S\u00e4ule geht es darum, wo die Steuer erhoben wird, in der zweiten S\u00e4ule wird gefragt, wie hoch die Steuer ausf\u00e4llt. Die Mindestbesteuerung ist die zweite S\u00e4ule des Projekts.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die <strong>erste S\u00e4ule<\/strong> umfasst das neue System der Zuweisung von Besteuerungsrechten f\u00fcr die gr\u00f6\u00dften multinationalen Unternehmen an die Steuerhoheitsgebiete, in denen die Gewinne erwirtschaftet werden. Das Kernst\u00fcck dieser S\u00e4ule wird ein multilaterales \u00dcbereinkommen sein. Die fachlichen Arbeiten an den Einzelheiten laufen derzeit noch bei der OECD. Hier geht es um die Frage: Wo wird besteuert?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die <strong>zweite S\u00e4ule<\/strong> umfasst die Vorschriften, mit denen die M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Gewinnverk\u00fcrzung und Gewinnverlagerung verringert werden, um sicherzustellen, dass die gr\u00f6\u00dften multinationalen Unternehmensgruppen einen Mindestsatz an K\u00f6rperschaftsteuer zahlen. Diese S\u00e4ule betrifft die Frage: Wie hoch wird besteuert? S\u00e4ule 2 ist durch eine EU-Richtlinie, die von allen Mitgliedstaaten einstimmig angenommen wurde, rechtlich verankert und wird nun in nationales Recht umgesetzt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\" id=\"h-wie-geht-es-jetzt-weiter\">Wie geht es jetzt weiter?<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Gesetzgebung soll bis Ende 2023 abgeschlossen sein, sodass die Umsetzung der Mindestbesteuerungsrichtlinie in nationales Recht fristgerecht abgeschlossen werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: Bundesregierung<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mehr Steuerfairness Weltweit hatten sich mehr als 130 Staaten unter dem Dach von OECD und G20 darauf verst\u00e4ndigt, eine globale Mindestbesteuerung einzuf\u00fchren. In der EU wird die Mindestbesteuerung durch eine EU-Richtlinie sichergestellt. Diese Umsetzung hat das Kabinett jetzt beschlossen. 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