{"id":72513,"date":"2023-08-26T11:31:46","date_gmt":"2023-08-26T09:31:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=72513"},"modified":"2023-08-26T11:31:46","modified_gmt":"2023-08-26T09:31:46","slug":"einwaende-gegen-die-programmgestaltung-des-oeffentlich-rechtlichen-rundfunks-befreien-nicht-von-der-zahlung-des-rundfunkbeitrags","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/einwaende-gegen-die-programmgestaltung-des-oeffentlich-rechtlichen-rundfunks-befreien-nicht-von-der-zahlung-des-rundfunkbeitrags\/","title":{"rendered":"Einw\u00e4nde gegen die Programmgestaltung des \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunks befreien nicht von der Zahlung des Rundfunkbeitrags"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (BayVGH) hat mit Urteil vom 17. Juli 2023 entschieden, dass gegen die Rundfunkbeitragspflicht nicht eingewandt werden kann, der \u00f6ffentlich-rechtliche Rundfunk verfehle wegen mangelnder Programm- und Meinungsvielfalt seinen verfassungsm\u00e4\u00dfigen Funktionsauftrag.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die schriftlichen Urteilgr\u00fcnde liegen nun vor. In dem der Entscheidung zugrundeliegenden Fall wandte sich eine im Landkreis Rosenheim wohnhafte Kl\u00e4gerin gegen die Festsetzung von Rundfunkbeitr\u00e4gen f\u00fcr ihre Wohnung. Sie machte geltend, die Beitragspflicht m\u00fcsse wegen eines aufgrund mangelnder Meinungsvielfalt bestehenden \u201egenerellen strukturellen Versagens des \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunks\u201c entfallen. Es sei Aufgabe der Verwaltungsgerichte, im Rahmen ihrer Amtsermittlungspflicht hierzu Feststellungen zu treffen. Das Verwaltungsgericht M\u00fcnchen wies die Klage in erster Instanz ab, lies jedoch die Berufung zum BayVGH wegen grunds\u00e4tzlicher Bedeutung der Rechtssache zu.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die hiergegen von der Kl\u00e4gerin eingelegte Berufung wies der BayVGH nunmehr zur\u00fcck. Zur Begr\u00fcndung f\u00fchrte das Gericht aus, der Rundfunkbeitrag werde nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts ausschlie\u00dflich als Gegenleistung f\u00fcr die M\u00f6glichkeit des Rundfunkempfangs erhoben. Ziel des Rundfunkbeitrags sei es, eine staatsferne bedarfsgerechte Finanzierung des \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunks sicherzustellen. Die von Art. 5 Abs. 1 Satz 2 des Grundgesetzes garantierte Programmfreiheit setze die institutionelle Unabh\u00e4ngigkeit der \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten voraus und sch\u00fctze zudem vor der Einflussnahme Au\u00dfenstehender. Die Kontrolle, ob die \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten die verfassungsm\u00e4\u00dfigen Vorgaben erf\u00fcllen, obliege deshalb deren plural besetzten Aufsichtsgremien. Einw\u00e4nde gegen die Qualit\u00e4t der \u00f6ffentlich-rechtlichen Programminhalte sowie andere Fragen der Programm- und Meinungsvielfalt k\u00f6nnten daher die Erhebung des Rundfunkbeitrags nicht in Frage stellen. Den Beitragspflichtigen st\u00fcnden hierf\u00fcr die Eingabe- und Beschwerdem\u00f6glichkeiten zu den gesetzlich vorgesehenen Stellen der Rundfunkanstalten offen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gegen das Urteil kann die Kl\u00e4gerin innerhalb eines Monats Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision beim Bundesverwaltungsgericht einlegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: BayVGH, Pressemitteilung vom 22.08.2023 zum Urteil 7 BV 22.2642 vom 17.07.2023<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (BayVGH) hat mit Urteil vom 17. Juli 2023 entschieden, dass gegen die Rundfunkbeitragspflicht nicht eingewandt werden kann, der \u00f6ffentlich-rechtliche Rundfunk verfehle wegen mangelnder Programm- und Meinungsvielfalt seinen verfassungsm\u00e4\u00dfigen Funktionsauftrag. Die schriftlichen Urteilgr\u00fcnde liegen nun vor. 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