{"id":72778,"date":"2023-10-07T11:55:16","date_gmt":"2023-10-07T09:55:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=72778"},"modified":"2023-10-07T11:55:16","modified_gmt":"2023-10-07T09:55:16","slug":"verpflichtende-nutzung-des-best-fuer-steuerberaterinnen-und-steuerberater-seit-dem-1-januar-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/verpflichtende-nutzung-des-best-fuer-steuerberaterinnen-und-steuerberater-seit-dem-1-januar-2023\/","title":{"rendered":"Verpflichtende Nutzung des beSt f\u00fcr Steuerberaterinnen und Steuerberater seit dem 1. Januar 2023"},"content":{"rendered":"\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Weist die Rechtsbehelfsbelehrung in einer Einspruchsentscheidung f\u00fcr die verpflichtende \u00dcbermittlung elektronischer Dokumente auf 52d FGO hin, so ist sie nicht unrichtig i. S. d. \u00a7 55 Abs. 2 Satz 1 FGO.<\/li><li>Steuerberater sind nach \u00a7 52d Satz 2 FGO seit dem 1. Januar 2023 zur Nutzung des besonderen elektronischen Steuerberaterpostfachs (beSt) verpflichtet, da ihnen seitdem ein sicherer \u00dcbermittlungsweg nach \u00a7 52a Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 FGO zur Verf\u00fcgung steht.<\/li><li>Die von einem gem. \u00a7 52d Satz 2 FGO zur Nutzung des beSt verpflichteten Steuerberater im Jahr 2023 nicht in elektronischer Form, sondern per Telefax eingereichte Klage ist unwirksam und durch Prozessurteil als unzul\u00e4ssig abzuweisen. Darauf, dass der Prozessbevollm\u00e4chtigte zugleich als Steuerberater und Wirtschaftspr\u00fcfer zugelassen ist, kommt es nicht an. \u00a7 52d FGO kn\u00fcpft allein an den Status an. Jedenfalls sind solche Steuerberater dann gem. \u00a7 52d Satz 2 FGO zur Nutzung verpflichtet, wenn sie \u201eauch\u201c als Steuerberater gehandelt haben.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit Klageschrift vom 19. Januar 2023, die von dem von der Kl\u00e4gerin bevollm\u00e4chtigten Steuerberater und Wirtschaftspr\u00fcfer am selben Tag per Fax an das Gericht \u00fcbermittelt worden ist, hat die Kl\u00e4gerin Klage erhoben. Das Gericht hat die Kl\u00e4gerin darauf hingewiesen, dass die Klageschrift lediglich per Fax und nicht \u00fcber das beSt eingereicht worden sei. Die Kl\u00e4gerin hat einen Antrag auf Wiedereinsetzung in den vorigen Stand gestellt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gericht hat die Klage als unzul\u00e4ssig abgewiesen, da die Kl\u00e4gerin die Klagefrist vers\u00e4umt und nicht hinreichend dargelegt habe, dass sie bzw. ihr Prozessbevollm\u00e4chtigter ohne Verschulden daran gehindert gewesen seien, die Klage fristgerecht in der gesetzlich vorgeschriebenen Form per beSt einzureichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kl\u00e4gerin habe die einmonatige Frist zur Einreichung der Klage gem\u00e4\u00df \u00a7 47 Abs. 1 FGO vers\u00e4umt, da sie innerhalb dieser Frist keine den gesetzlichen Formvorschriften entsprechende Klage gem\u00e4\u00df \u00a7 52d FGO erhoben habe. Der Bevollm\u00e4chtigte der Kl\u00e4gerin sei als Steuerberater nach \u00a7 52d Satz 2 FGO verpflichtet gewesen, die Klageschrift als elektronisches Dokument zu \u00fcbermitteln, da ihm sp\u00e4testens seit dem 1. Januar 2023 ein sicherer \u00dcbermittlungsweg nach \u00a7 52a Abs. 4 Satz 1 Nr. 2 FGO zur Verf\u00fcgung gestanden habe. Als Steuerberater unterliege der Bevollm\u00e4chtigte dem pers\u00f6nlichen Anwendungsbereich des \u00a7 52d Satz 2 FGO. Darauf, dass der Bevollm\u00e4chtigte ebenfalls Wirtschaftspr\u00fcfer sei, komme es nicht an. Dem Bevollm\u00e4chtigten habe auch sp\u00e4testens seit dem 1. Januar 2023 ein sicherer \u00dcbermittlungsweg zur Verf\u00fcgung standen, da es nach Ansicht des Senats offensichtlich bereits vor dem \u201efl\u00e4chendeckenden\u201c Versand der Registrierungsbriefe durch die Bundessteuerberaterkammer objektiv generell m\u00f6glich gewesen sei, einen Zugang zum beSt durch Stellung eines Fast-Lane-Antrags zu erhalten und dieses zu nutzen (\u201eenge\u201c abstrakte Auslegung).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand scheiterte vorliegend bereits daran, dass die Nachholung der vers\u00e4umten Rechtshandlung sowie die Darstellung der Tatsachen zum Wiedereinsetzungsantrag versp\u00e4tet erfolgt gewesen seien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gericht hat die Revision zugelassen wegen grunds\u00e4tzlicher Bedeutung, \u00a7 115 Abs. 2 Nr. 1, 2 FGO.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerichtsbescheid vom 28.06.2023 (2 K 6\/23), Revision eingelegt, Az. des BFH XI R 26\/23.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: <\/em>FG Hamburg, Mitteilung vom 04.10.2023 zum Gerichtsbescheid 2 K 6\/23 vom 28.06.2023 (nrkr &#8211; BFH-Az. XI R 26\/23)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weist die Rechtsbehelfsbelehrung in einer Einspruchsentscheidung f\u00fcr die verpflichtende \u00dcbermittlung elektronischer Dokumente auf 52d FGO hin, so ist sie nicht unrichtig i. S. d. \u00a7 55 Abs. 2 Satz 1 FGO. Steuerberater sind nach \u00a7 52d Satz 2 FGO seit dem 1. Januar 2023 zur Nutzung des besonderen elektronischen Steuerberaterpostfachs (beSt) verpflichtet, da ihnen seitdem &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/verpflichtende-nutzung-des-best-fuer-steuerberaterinnen-und-steuerberater-seit-dem-1-januar-2023\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Verpflichtende Nutzung des beSt f\u00fcr Steuerberaterinnen und Steuerberater seit dem 1. 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