{"id":73058,"date":"2023-11-18T13:14:00","date_gmt":"2023-11-18T11:14:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=73058"},"modified":"2023-11-18T13:14:00","modified_gmt":"2023-11-18T11:14:00","slug":"nicht-der-hoechste-zaehlt-einzelne-antraege-werden-im-rvg-addiert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/nicht-der-hoechste-zaehlt-einzelne-antraege-werden-im-rvg-addiert\/","title":{"rendered":"<strong>Nicht der h\u00f6chste z\u00e4hlt: Einzelne Antr\u00e4ge werden im RVG addiert<\/strong>"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Landesarbeitsgericht (LAG) Baden-W\u00fcrttemberg hat entschieden, dass f\u00fcr die Festsetzung des Gegenstandswertes im Rechtsanwaltsverg\u00fctungsgesetz (RVG) mehrere Antr\u00e4ge addiert werden m\u00fcssen. Die Vorschrift des \u00a7 48 Abs. 3 Gerichtskostengesetz (GKG), wonach bei einer Kombination aus verm\u00f6gensrechtlichem und nichtverm\u00f6gensrechtlichem Anspruch nur der h\u00f6here Wert anzusetzen ist, ist im RVG nicht analog anwendbar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im zugrundeliegenden Fall hatte ein Betriebsrat sechs verschiedene Antr\u00e4ge beim Arbeitsgericht Reutlingen gestellt. Die Vorinstanz hatte die Antr\u00e4ge nach \u00a7 48 Abs. 3 GKG analog bewertet und nur den Antrag mit dem h\u00f6chsten Wert, n\u00e4mlich 6.924,23 Euro, ber\u00fccksichtigt. Das LAG Baden-W\u00fcrttemberg hat diese Entscheidung aufgehoben und den Gegenstandswert auf 12.924,53 Euro festgesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das LAG hat seine Entscheidung damit begr\u00fcndet, dass \u00a7 48 Abs. 3 GKG f\u00fcr die Wertfestsetzung im RVG nicht anwendbar sei. Die Vorschrift regele die Gegenstandswertermittlung im Prozesskostenrecht, w\u00e4hrend das RVG die Verg\u00fctung des Rechtsanwalts regele. Beiden Rechtsgebieten l\u00e4gen unterschiedliche Interessen zugrunde. Das Prozesskostenrecht solle die Kostentragung fair und angemessen regeln, w\u00e4hrend das RVG die Verg\u00fctung des Rechtsanwalts f\u00fcr seine erbrachte Leistung sicherstellen solle.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dar\u00fcber hinaus sei nicht davon auszugehen, dass der Gesetzgeber eine Regelungsl\u00fccke im RVG habe \u00fcbersehen. \u00a7 48 Abs. 3 GKG sei eine absolute Ausnahmevorschrift, die heute praktisch keine Bedeutung mehr habe.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Entscheidung des LAG Baden-W\u00fcrttemberg ist zu begr\u00fc\u00dfen. Sie schafft Rechtssicherheit und sorgt daf\u00fcr, dass die Verg\u00fctung des Rechtsanwalts f\u00fcr seine erbrachte Leistung angemessen ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Landesarbeitsgericht (LAG) Baden-W\u00fcrttemberg hat entschieden, dass f\u00fcr die Festsetzung des Gegenstandswertes im Rechtsanwaltsverg\u00fctungsgesetz (RVG) mehrere Antr\u00e4ge addiert werden m\u00fcssen. Die Vorschrift des \u00a7 48 Abs. 3 Gerichtskostengesetz (GKG), wonach bei einer Kombination aus verm\u00f6gensrechtlichem und nichtverm\u00f6gensrechtlichem Anspruch nur der h\u00f6here Wert anzusetzen ist, ist im RVG nicht analog anwendbar. Im zugrundeliegenden Fall hatte ein &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/nicht-der-hoechste-zaehlt-einzelne-antraege-werden-im-rvg-addiert\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\"><strong>Nicht der h\u00f6chste z\u00e4hlt: Einzelne Antr\u00e4ge werden im RVG addiert<\/strong><\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1730],"tags":[],"class_list":["post-73058","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-steuern-recht"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/73058","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=73058"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/73058\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=73058"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=73058"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=73058"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}