{"id":73150,"date":"2023-12-03T12:02:24","date_gmt":"2023-12-03T10:02:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=73150"},"modified":"2023-12-03T12:02:24","modified_gmt":"2023-12-03T10:02:24","slug":"grundsteuerwertbescheide-im-bundesmodell-finanzgericht-rheinland-pfalz-setzt-vollziehung-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/grundsteuerwertbescheide-im-bundesmodell-finanzgericht-rheinland-pfalz-setzt-vollziehung-aus\/","title":{"rendered":"<strong>Grundsteuerwertbescheide im Bundesmodell: Finanzgericht Rheinland-Pfalz setzt Vollziehung aus<\/strong>"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Das Finanzgericht Rheinland-Pfalz hat in zwei Verfahren des einstweiligen Rechtsschutzes entschieden, dass die Vollziehung von Grundsteuerwertbescheiden im Bundesmodell ausgesetzt werden muss. Das Gericht hatte ernstliche Zweifel an der Rechtm\u00e4\u00dfigkeit der Bescheide und an der Verfassungsm\u00e4\u00dfigkeit der zugrundeliegenden Bewertungsregeln.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In einem Fall ging es um ein Einfamilienhaus aus dem Jahr 1880, das unrenoviert und mit einer Einfachverglasung versehen ist. Das Finanzamt hatte den gesetzlich normierten Mietwert pro Quadratmeter angewandt und den Grundsteuerwert auf 91.600 Euro festgesetzt. Die Antragstellerin argumentierte, dass der Mietwert \u00fcberh\u00f6ht sei und der Grundsteuerwert daher niedriger sein m\u00fcsse.<\/p>\n\n\n\n<p>In einem weiteren Fall ging es um ein Einfamilienhaus aus dem Jahr 1977. Das Finanzamt hatte den Bodenrichtwert ohne Abschlag ber\u00fccksichtigt und den Grundsteuerwert auf 318.800 Euro festgesetzt. Die Antragsteller argumentierten, dass der Bodenwert aufgrund der Lage und der Bebauung des Grundst\u00fccks um 30 % niedriger sein m\u00fcsse.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Finanzgericht Rheinland-Pfalz sah in beiden F\u00e4llen ernstliche Zweifel an der Rechtm\u00e4\u00dfigkeit der Bescheide. Das Gericht bem\u00e4ngelte insbesondere, dass die Bodenrichtwerte nicht ausreichend genau ermittelt worden seien. Au\u00dferdem sah das Gericht die M\u00f6glichkeit, dass die Bescheide gegen den allgemeinen Gleichheitssatz versto\u00dfen k\u00f6nnten.<\/p>\n\n\n\n<p>In verfahrensrechtlicher Hinsicht st\u00e4rkte das Gericht die gerichtlichen Rechtschutzm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Steuerpflichtige. Das Gericht ging davon aus, dass Steuerpflichtige im Rahmen des Finanzrechtswegs auch gegen die Bodenrichtwerte klagen k\u00f6nnen. Dies vermeidet eine zweifache Rechtsverfolgung in verschiedenen Gerichtszweigen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Entscheidungen des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz sind noch nicht rechtskr\u00e4ftig. Das Finanzgericht hat die Beschwerde zum Bundesfinanzhof zugelassen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Die Entscheidungen des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz sind ein wichtiger Schritt f\u00fcr Steuerpflichtige, die mit der Bewertung ihres Grundst\u00fccks nach dem Bundesmodell nicht einverstanden sind. Die Entscheidungen zeigen, dass die gerichtlichen M\u00f6glichkeiten zur \u00dcberpr\u00fcfung der Bescheide in der Praxis genutzt werden k\u00f6nnen.<\/em> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Finanzgericht Rheinland-Pfalz hat in zwei Verfahren des einstweiligen Rechtsschutzes entschieden, dass die Vollziehung von Grundsteuerwertbescheiden im Bundesmodell ausgesetzt werden muss. 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