{"id":73252,"date":"2023-12-16T13:22:58","date_gmt":"2023-12-16T11:22:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=73252"},"modified":"2023-12-16T13:22:58","modified_gmt":"2023-12-16T11:22:58","slug":"bfh-keine-durchschnittssatzbesteuerung-bei-entgeltlichem-verzicht-auf-ein-vertragliches-lieferrecht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/bfh-keine-durchschnittssatzbesteuerung-bei-entgeltlichem-verzicht-auf-ein-vertragliches-lieferrecht\/","title":{"rendered":"BFH: Keine Durchschnittssatzbesteuerung bei entgeltlichem Verzicht auf ein vertragliches Lieferrecht"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Entscheidungszusammenfassung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 23. August 2023 (XI R 27\/21) entschieden, dass der entgeltliche Verzicht eines Landwirts auf ein vertragliches Lieferrecht nicht unter die Durchschnittssatzbesteuerung des \u00a7 24 Umsatzsteuergesetz (UStG) f\u00e4llt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Sachverhalt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kl\u00e4gerin ist eine Landwirtin, die mit einer Supermarktkette einen Vertrag \u00fcber die Lieferung von Lebensmitteln abgeschlossen hatte. Die Supermarktkette k\u00fcndigte den Vertrag vorzeitig und zahlte der Kl\u00e4gerin eine \u201eAbstandszahlung\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Finanzamt vertrat die Auffassung, dass die \u201eAbstandszahlung\u201c als Entgelt f\u00fcr die Lieferung von Lebensmitteln nach Durchschnittss\u00e4tzen zu besteuern sei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Entscheidung des BFH<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der BFH hat die Auffassung des Finanzamts nicht best\u00e4tigt. Er f\u00fchrte aus, dass die \u201eAbstandszahlung\u201c nicht f\u00fcr die Lieferung von Lebensmitteln, sondern f\u00fcr den Verzicht auf das vertragliche Lieferrecht gezahlt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der BFH hat klargestellt, dass die Durchschnittssatzbesteuerung nur f\u00fcr Ums\u00e4tze gilt, die in einem inneren Zusammenhang mit dem landwirtschaftlichen Betrieb stehen. Der Verzicht auf ein vertragliches Lieferrecht steht jedoch nicht in einem inneren Zusammenhang mit dem landwirtschaftlichen Betrieb, sondern ist ein eigenst\u00e4ndiger Rechtsakt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Auswirkungen der Entscheidung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Entscheidung des BFH hat zur Folge, dass der entgeltliche Verzicht auf ein vertragliches Lieferrecht als sonstige Leistung nach \u00a7 3 Abs. 9 UStG zu besteuern ist. Dies bedeutet, dass der Verzicht grunds\u00e4tzlich mit dem Regelsteuersatz von 19 % zu versteuern ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Praxishinweis<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Landwirte sollten bei entgeltlichen Verzichten auf vertragliche Lieferrechte beachten, dass diese nicht unter die Durchschnittssatzbesteuerung fallen. In diesen F\u00e4llen ist der Verzicht grunds\u00e4tzlich mit dem Regelsteuersatz zu versteuern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Entscheidungszusammenfassung Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 23. August 2023 (XI R 27\/21) entschieden, dass der entgeltliche Verzicht eines Landwirts auf ein vertragliches Lieferrecht nicht unter die Durchschnittssatzbesteuerung des \u00a7 24 Umsatzsteuergesetz (UStG) f\u00e4llt. Sachverhalt Die Kl\u00e4gerin ist eine Landwirtin, die mit einer Supermarktkette einen Vertrag \u00fcber die Lieferung von Lebensmitteln abgeschlossen hatte. 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