{"id":73504,"date":"2024-01-11T16:36:33","date_gmt":"2024-01-11T14:36:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=73504"},"modified":"2024-01-11T16:36:33","modified_gmt":"2024-01-11T14:36:33","slug":"bfh-zur-festsetzung-von-vorauszahlungen-auf-die-einkommensteuer-verfassungsmaessigkeit-der-hoehe-des-saeumniszuschlags","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/bfh-zur-festsetzung-von-vorauszahlungen-auf-die-einkommensteuer-verfassungsmaessigkeit-der-hoehe-des-saeumniszuschlags\/","title":{"rendered":"BFH zur Festsetzung von Vorauszahlungen auf die  Einkommensteuer \u2013 Verfassungsm\u00e4\u00dfigkeit der H\u00f6he des S\u00e4umniszuschlags"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><br \/>Leitsatz<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li>Das Finanzamt ist nach \u00a7 37 Abs. 3 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes \u2013 in \u00dcbereinstimmung mit dessen Zweck der Verstetigung des Steueraufkommens \u2013 berechtigt, Vorauszahlungen \u00fcber den laufenden Veranlagungszeitraum hinaus festzusetzen.<\/li><li>Gegen die gesetzliche H\u00f6he des S\u00e4umniszuschlags nach \u00a7 240 Abs. 1 Satz 1 der Abgabenordnung bestehen auch f\u00fcr Zeitr\u00e4ume nach dem 31.12.2018 keine verfassungsrechtlichen Bedenken (Anschluss an die Urteile des Bundesfinanzhofs vom 23.08.2022 \u2013 VII R 21\/21, BFHE 278, 1, BStBl II 2023 S. 304 und vom 15.11.2022 \u2013 VII R 55\/20, BFHE 278, 403, BStBl II 2023 S. 621).<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Quelle: BFH, Urteil X R 30\/21 vom 23.08.2023<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Hintergrund<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00a7 37 Abs. 3 Satz 1 EStG erlaubt es dem Finanzamt, Vorauszahlungen auf die Einkommensteuer festzusetzen, die \u00fcber den laufenden Veranlagungszeitraum hinausgehen. Diese Regelung dient dem Zweck der Verstetigung des Steueraufkommens.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00a7 240 Abs. 1 Satz 1 AO regelt die H\u00f6he des S\u00e4umniszuschlags, der f\u00fcr die nicht fristgem\u00e4\u00dfe Zahlung von Steuern zu zahlen ist. Der S\u00e4umniszuschlag betr\u00e4gt derzeit 1% des r\u00fcckst\u00e4ndigen Betrags f\u00fcr jeden Tag der S\u00e4umnis.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Entscheidung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der BFH hat mit dem Urteil vom 23. August 2023 entschieden, dass die Festsetzung von Vorauszahlungen \u00fcber den laufenden Veranlagungszeitraum hinaus nach \u00a7 37 Abs. 3 Satz 1 EStG mit dem Grundgesetz vereinbar ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der BFH hat ausgef\u00fchrt, dass die Regelung dem Zweck der Verstetigung des Steueraufkommens dient. Durch die Festsetzung von Vorauszahlungen kann das Finanzamt sicherstellen, dass die Steuerschuld des Steuerpflichtigen in einem bestimmten Umfang bereits im laufenden Veranlagungszeitraum gezahlt wird. Dies ist auch im Interesse des Steuerpflichtigen, da er so nicht auf einmal eine hohe Steuerschuld begleichen muss.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der BFH hat auch entschieden, dass die gesetzliche H\u00f6he des S\u00e4umniszuschlags nach \u00a7 240 Abs. 1 Satz 1 AO auch f\u00fcr Zeitr\u00e4ume nach dem 31. Dezember 2018 nicht verfassungswidrig ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der BFH hat sich in seiner Entscheidung an seine fr\u00fcheren Urteile vom 23. August 2022 \u2013 VII R 21\/21 und vom 15. November 2022 \u2013 VII R 55\/20 angeschlossen. In diesen Urteilen hatte der BFH bereits entschieden, dass die gesetzliche H\u00f6he des S\u00e4umniszuschlags nicht verfassungswidrig ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Auswirkungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Entscheidung des BFH hat weitreichende Auswirkungen f\u00fcr die Vorauszahlungsfestsetzung und den S\u00e4umniszuschlag. Sie stellt klar, dass die Festsetzung von Vorauszahlungen \u00fcber den laufenden Veranlagungszeitraum hinaus mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Au\u00dferdem ist die gesetzliche H\u00f6he des S\u00e4umniszuschlags auch f\u00fcr Zeitr\u00e4ume nach dem 31. Dezember 2018 nicht verfassungswidrig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Praxishinweise<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Steuerpflichtige sollten sich bewusst sein, dass das Finanzamt auch f\u00fcr Zeitr\u00e4ume nach dem 31. Dezember 2018 Vorauszahlungen \u00fcber den laufenden Veranlagungszeitraum hinaus festsetzen kann. Die H\u00f6he des S\u00e4umniszuschlags betr\u00e4gt weiterhin 1% des r\u00fcckst\u00e4ndigen Betrags f\u00fcr jeden Tag der S\u00e4umnis.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Leitsatz Das Finanzamt ist nach \u00a7 37 Abs. 3 Satz 1 des Einkommensteuergesetzes \u2013 in \u00dcbereinstimmung mit dessen Zweck der Verstetigung des Steueraufkommens \u2013 berechtigt, Vorauszahlungen \u00fcber den laufenden Veranlagungszeitraum hinaus festzusetzen. 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