{"id":73534,"date":"2024-01-12T17:11:55","date_gmt":"2024-01-12T15:11:55","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=73534"},"modified":"2024-01-12T17:11:55","modified_gmt":"2024-01-12T15:11:55","slug":"besteuerung-einer-verdienstausfallentschaedigung-nach-der-sog-modifizierten-nettolohnmethode","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/besteuerung-einer-verdienstausfallentschaedigung-nach-der-sog-modifizierten-nettolohnmethode\/","title":{"rendered":"Besteuerung einer Verdienstausfallentsch\u00e4digung nach der sog. modifizierten Nettolohnmethode"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Urteil des Finanzgerichts (FG) Baden-W\u00fcrttemberg vom 5. Oktober 2023 (3 K 3132\/20) befasst sich mit der Besteuerung einer Verdienstausfallentsch\u00e4digung, die nach der sogenannten modifizierten Nettolohnmethode berechnet wird. Hier sind die wesentlichen Punkte des Urteils und deren Bedeutung f\u00fcr die Praxis:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li><strong>Sachverhalt:<\/strong> Im Kern geht es um die Besteuerung einer Verdienstausfallentsch\u00e4digung, bei der die auf die Entsch\u00e4digung entfallende Steuer erst in einem anderen Veranlagungszeitraum (VZ) ausgezahlt wird.<\/li><li><strong>Entscheidung des FG:<\/strong> Das FG Baden-W\u00fcrttemberg urteilte, dass die Erstattung der auf die Nettoverdienstausfallentsch\u00e4digung zur\u00fcckzuf\u00fchrenden Mehrsteuern als Entsch\u00e4digung im Sinne des \u00a7 24 Nr. 1 Buchst. a in Verbindung mit \u00a7 2 Abs. 1 S. 1 Nr. 4 des Einkommensteuergesetzes (EStG) anzusehen ist. Eine Trennung von Verdienstausfallentsch\u00e4digung in Schadenersatz und die darauf entfallende Einkommensteuer sei nicht m\u00f6glich.<\/li><li><strong>Keine Tarifbeg\u00fcnstigung:<\/strong> Das Gericht entschied, dass eine ratierlich \u00fcber viele Jahre gezahlte Verdienstausfallentsch\u00e4digung nicht zur Annahme au\u00dferordentlicher Eink\u00fcnfte f\u00fchrt. Dies steht der Tarifbeg\u00fcnstigung nach \u00a7 34 EStG entgegen.<\/li><li><strong>Bedeutung f\u00fcr die Praxis:<\/strong> Diese Entscheidung hat erhebliche Auswirkungen auf die Gestaltungsberatung. Bei der Vereinbarung von Netto-Verdienstausfallentsch\u00e4digungen sollte darauf geachtet werden, dass Hauptentsch\u00e4digung und Erstattung der Mehrsteuern im selben VZ erfolgen, um eine optimale Besteuerung zu erreichen.<\/li><li><strong>Empfehlungen:<\/strong> Bei bereits verwirklichten Sachverhalten, bei denen die Finanz\u00e4mter eine tarifbeg\u00fcnstigte Besteuerung ablehnen, sollten Betroffene Einspruch und gegebenenfalls Klage gegen betroffene Steuerbescheide einlegen. Dies gilt insbesondere, da die Revision beim Bundesfinanzhof (BFH) unter dem Aktenzeichen IX R 26\/23 anh\u00e4ngig ist und eine h\u00f6chstrichterliche Kl\u00e4rung noch aussteht.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zusammengefasst bedeutet dies, dass bei der Gestaltung von Vergleichsvereinbarungen bez\u00fcglich Verdienstausfallentsch\u00e4digungen besondere Sorgfalt geboten ist, um steuerliche Nachteile zu vermeiden. Bis zur endg\u00fcltigen Kl\u00e4rung durch den BFH sollten betroffene Steuerpflichtige ihre Rechte durch Einspruch und gegebenenfalls Klage wahren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Urteil des Finanzgerichts (FG) Baden-W\u00fcrttemberg vom 5. Oktober 2023 (3 K 3132\/20) befasst sich mit der Besteuerung einer Verdienstausfallentsch\u00e4digung, die nach der sogenannten modifizierten Nettolohnmethode berechnet wird. 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