{"id":73983,"date":"2024-03-15T12:34:08","date_gmt":"2024-03-15T10:34:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=73983"},"modified":"2024-03-15T12:34:08","modified_gmt":"2024-03-15T10:34:08","slug":"digitale-fallstricke-bfh-urteilt-zu-fehlern-im-elster-portal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/digitale-fallstricke-bfh-urteilt-zu-fehlern-im-elster-portal\/","title":{"rendered":"<strong>Digitale Fallstricke: BFH urteilt zu Fehlern im ELSTER-Portal<\/strong>"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der digitalen Welt der Steuererkl\u00e4rungen k\u00f6nnen Fehler schnell passieren \u2013 ein falscher Klick, und schon sind die falschen Daten \u00fcbermittelt. Doch was passiert, wenn solch ein Fehler unterl\u00e4uft? Kann man sich auf einen Schreib- oder Rechenfehler berufen und eine Korrektur des Steuerbescheids nach \u00a7 173a der Abgabenordnung (AO) verlangen? Der Bundesfinanzhof (BFH) hat in einem Urteil vom 18. Juli 2023 (IX R 17\/22) klargestellt, dass ein &#8222;Verklicken&#8220; beim Import von steuerlichen Daten ins ELSTER-Portal nicht unter diese Kategorie f\u00e4llt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Fall: Ein digitales Missgeschick<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im vorliegenden Fall hatten Steuerpflichtige versehentlich eine elektronische Steuererkl\u00e4rung mit den Daten des Vorjahres \u00fcber das ELSTER-Portal an das Finanzamt \u00fcbermittelt. Nachdem das Finanzamt auf Basis dieser Daten einen ge\u00e4nderten Steuerbescheid erlassen hatte, der zu einer Nachzahlung f\u00fchrte, und dieser Bescheid bestandskr\u00e4ftig geworden war, wollten die Kl\u00e4ger die Korrektur dieses &#8222;Fehlers&#8220; erreichen. Sie argumentierten, dass es sich um einen korrigierbaren Schreib- oder Rechenfehler handele.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Entscheidung des BFH<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der BFH sah dies anders. Ein Fehler beim Import von Daten, also das Ausw\u00e4hlen des falschen digitalen Ordners und somit das \u00dcbermitteln unzutreffender Daten f\u00fcr das betreffende Steuerjahr, ist nach Auffassung des Gerichts kein Schreib- oder Rechenfehler im Sinne des \u00a7 173a AO. Vielmehr entspricht dies einer inhaltlich unzutreffenden Bef\u00fcllung der Steuererkl\u00e4rung, bei der der Steuerpflichtige genau das \u00fcbermittelt, was er ausgew\u00e4hlt hat \u2013 auch wenn die Auswahl selbst irrt\u00fcmlich war.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Konsequenzen: Keine Korrektur nach \u00a7 173a AO<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Entscheidung unterstreicht, dass \u00a7 173a AO eng auszulegen ist und sich ausschlie\u00dflich auf klassische Schreib- oder Rechenfehler bezieht. Ein digitales &#8222;Verklicken&#8220; oder das Ausw\u00e4hlen falscher Dateien f\u00e4llt nicht darunter. Die Steuerpflichtigen m\u00fcssen daher bei der digitalen \u00dcbermittlung ihrer Steuererkl\u00e4rungen besonders sorgf\u00e4ltig vorgehen, um solche Fehler zu vermeiden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Was bedeutet das f\u00fcr Steuerpflichtige?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieses Urteil macht deutlich, dass im digitalen Zeitalter der Steuererkl\u00e4rungen neue Herausforderungen entstehen. W\u00e4hrend die digitale Abgabe viele Prozesse vereinfacht, erfordert sie auch eine hohe Aufmerksamkeit und Sorgfalt bei der Datenauswahl und -\u00fcbermittlung. Fehler, die durch Unachtsamkeit entstehen, k\u00f6nnen nicht einfach nachtr\u00e4glich korrigiert werden, wenn sie nicht den engen Kriterien eines Schreib- oder Rechenfehlers entsprechen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Digitalisierung der Steuererkl\u00e4rung bringt viele Vorteile mit sich, doch dieses Urteil erinnert daran, dass mit gro\u00dfer Macht auch eine gro\u00dfe Verantwortung kommt. Steuerpflichtige sollten sich der Bedeutung jeder einzelnen Eingabe bewusst sein und pr\u00fcfen, ob alle Daten korrekt und f\u00fcr das richtige Steuerjahr \u00fcbermittelt werden. Fehler k\u00f6nnen nicht immer leicht korrigiert werden, insbesondere wenn sie au\u00dferhalb der eng definierten Grenzen von Schreib- oder Rechenfehlern liegen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der digitalen Welt der Steuererkl\u00e4rungen k\u00f6nnen Fehler schnell passieren \u2013 ein falscher Klick, und schon sind die falschen Daten \u00fcbermittelt. Doch was passiert, wenn solch ein Fehler unterl\u00e4uft? Kann man sich auf einen Schreib- oder Rechenfehler berufen und eine Korrektur des Steuerbescheids nach \u00a7 173a der Abgabenordnung (AO) verlangen? 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