{"id":74280,"date":"2024-04-23T12:14:57","date_gmt":"2024-04-23T10:14:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=74280"},"modified":"2024-04-23T12:14:57","modified_gmt":"2024-04-23T10:14:57","slug":"steuerliche-behandlung-von-rentenversicherungsbeitraegen-auf-krankengeld","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/steuerliche-behandlung-von-rentenversicherungsbeitraegen-auf-krankengeld\/","title":{"rendered":"Steuerliche Behandlung von Rentenversicherungsbeitr\u00e4gen auf Krankengeld"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>In einem wegweisenden Urteil hat das Finanzgericht (FG) K\u00f6ln entschieden, dass Pflichtbeitr\u00e4ge zur gesetzlichen Rentenversicherung, die vom Krankengeld einbehalten werden, nicht als Sonderausgaben in der Steuererkl\u00e4rung geltend gemacht werden k\u00f6nnen.<\/strong> Diese Entscheidung hat weitreichende Folgen f\u00fcr Personen, die Krankengeld beziehen und gleichzeitig Beitr\u00e4ge in die Rentenversicherung einzahlen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Hintergrund des Urteils:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kl\u00e4gerin im vorliegenden Fall erhielt neben ihrem regul\u00e4ren Gehalt auch Krankengeld, von dem automatisch Beitr\u00e4ge zur gesetzlichen Rentenversicherung abgezogen wurden. Da das Krankengeld selbst steuerfrei ist, unterlag es dennoch dem Progressionsvorbehalt. Das bedeutet, dass es zwar nicht direkt besteuert wurde, aber bei der Berechnung des Steuersatzes f\u00fcr das \u00fcbrige Einkommen ber\u00fccksichtigt wurde, was zu einer h\u00f6heren Steuerbelastung f\u00fchrte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Argumentation des FG K\u00f6ln:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gericht begr\u00fcndete seine Entscheidung damit, dass die vom Krankengeld einbehaltenen Rentenversicherungsbeitr\u00e4ge in einem direkten Zusammenhang mit dem steuerfreien Krankengeld stehen und nicht unmittelbar zu einem steuerpflichtigen Rentenbezug f\u00fchren. F\u00fcr den Rentenanspruch sind weitere Voraussetzungen wie das Erreichen des Rentenalters oder eine Mindestanzahl von Beitragsjahren erforderlich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dar\u00fcber hinaus wies das Gericht darauf hin, dass eine steuermindernde Ber\u00fccksichtigung dieser Beitr\u00e4ge im Rahmen des Progressionsvorbehalts gesetzlich nicht vorgesehen und daher nicht zul\u00e4ssig sei.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Auswirkungen des Urteils:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Entscheidung des FG K\u00f6ln ist rechtskr\u00e4ftig und stellt einen Pr\u00e4zedenzfall f\u00fcr \u00e4hnliche F\u00e4lle dar. Steuerpflichtige, die Krankengeld beziehen und gleichzeitig Rentenversicherungsbeitr\u00e4ge zahlen, k\u00f6nnen diese Beitr\u00e4ge daher nicht mehr steuermindernd in ihrer Einkommensteuererkl\u00e4rung geltend machen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Praxistipps:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Steuerberater und ihre Mandanten m\u00fcssen diese neue Rechtslage beachten und ihre Steuerplanung entsprechend anpassen.<\/li><li>Die Beitr\u00e4ge zur Rentenversicherung k\u00f6nnen zwar nicht zur Reduzierung der aktuellen Steuerlast verwendet werden, sie wirken sich jedoch positiv auf die sp\u00e4tere Rentenh\u00f6he aus.<\/li><li>Die Frage der Verfassungsm\u00e4\u00dfigkeit der Doppelbesteuerung durch Progressionsvorbehalt und Rentenbesteuerung bleibt offen und kann im Einzelfall bei Beginn des Rentenbezugs relevant werden.<\/li><li>Es ist ratsam, sich zu diesem Zeitpunkt mit einem Steuerberater zu besprechen, um die rechtlichen M\u00f6glichkeiten einer Geltendmachung der Doppelbesteuerung zu pr\u00fcfen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Fazit:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Urteil des FG K\u00f6ln hat die steuerliche Behandlung von Rentenversicherungsbeitr\u00e4gen auf Krankengeld deutlich restriktiver gestaltet. Steuerpflichtige sollten sich daher fr\u00fchzeitig \u00fcber die Konsequenzen informieren und ihre Steuerplanung entsprechend anpassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Zus\u00e4tzliche Hinweise:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><a target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.fg-koeln.nrw.de\/\">https:\/\/www.fg-koeln.nrw.de\/<\/a><\/li><li><a target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/www.bundesfinanzhof.de\/de\/entscheidungen\/entscheidungen-online\/\">https:\/\/www.bundesfinanzhof.de\/de\/entscheidungen\/entscheidungen-online\/<\/a><\/li><\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einem wegweisenden Urteil hat das Finanzgericht (FG) K\u00f6ln entschieden, dass Pflichtbeitr\u00e4ge zur gesetzlichen Rentenversicherung, die vom Krankengeld einbehalten werden, nicht als Sonderausgaben in der Steuererkl\u00e4rung geltend gemacht werden k\u00f6nnen. 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