{"id":74355,"date":"2024-05-03T12:07:38","date_gmt":"2024-05-03T10:07:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=74355"},"modified":"2024-05-03T12:07:38","modified_gmt":"2024-05-03T10:07:38","slug":"gmbh-geschaeftsfuehrer-nur-per-satzung-weisungsfrei-und-unabhaengig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/gmbh-geschaeftsfuehrer-nur-per-satzung-weisungsfrei-und-unabhaengig\/","title":{"rendered":"<strong>GmbH-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer: Nur per Satzung weisungsfrei und unabh\u00e4ngig<\/strong>"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">M\u00f6chte ein GmbH-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer als Syndikusrechtsanwalt zugelassen werden, so setzt dies eine in der Satzung verankerte Unabh\u00e4ngigkeit voraus. Dies hat der Bundesgerichtshof (BGH) in einem k\u00fcrzlich gef\u00e4llten Beschluss, AnwZ (Brfg) 43\/23 vom 13.03.2024, klar gestellt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Kernentscheidung des BGH<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der BGH h\u00e4lt in seinem aktuellen Urteil an der strengen Rechtsprechung zur Unabh\u00e4ngigkeit eines Syndikusanwalts fest. Gem\u00e4\u00df \u00a7 46 Abs. 2 Satz 1, Abs. 3 und 4 der Bundesrechtsanwaltsordnung (BRAO) ist die Unabh\u00e4ngigkeit eines Syndikusanwalts nur dann gegeben, wenn diese explizit in der Satzung der GmbH festgehalten ist. Ein simpler Gesellschafterbeschluss, der die Befreiung von der organschaftlichen Weisungsgebundenheit vorsieht, ist demnach nicht ausreichend.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Fall im Detail<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im verhandelten Fall wurde eine zuvor als Rechtsanw\u00e4ltin zugelassene Person im Jahr 2020 zur GmbH-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin bestellt. Ein Gesellschafterbeschluss befreite sie von der organschaftlichen Weisungsgebundenheit. Daraufhin wurde sie als Syndikusrechtsanw\u00e4ltin zugelassen. Die Deutsche Rentenversicherung legte jedoch Widerspruch ein und erreichte beim Anwaltsgerichtshof (AGH) die Aufhebung der Zulassung. Der BGH best\u00e4tigte diese Entscheidung und betonte, dass eine fachliche Unabh\u00e4ngigkeit ohne satzungsm\u00e4\u00dfige Verankerung der Weisungsfreiheit nicht gegeben sei.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Rechtliche Implikationen<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach \u00a7 37 Abs. 1 des GmbH-Gesetzes (GmbHG) m\u00fcssen GmbH-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer grunds\u00e4tzlich den Weisungen der Gesellschafterversammlung folgen. Diese Pflicht besteht, sofern der Gesellschaftsvertrag keine abweichende Regelung enth\u00e4lt. Die organschaftliche Weisungsgebundenheit ist somit ein grundlegender Bestandteil der Stellung als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Vorinstanz f\u00fchrte zudem an, dass die Betroffene als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin nicht im Sinne des \u00a7 46 Abs. 2 BRAO in einem Arbeitsverh\u00e4ltnis f\u00fcr ihren Arbeitgeber t\u00e4tig sei. Ob das Anstellungsverh\u00e4ltnis eines GmbH-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrers \u00fcberhaupt als &#8222;Arbeitsverh\u00e4ltnis&#8220; anzusehen ist, blieb in der Entscheidung des BGH jedoch ungekl\u00e4rt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Fall zeigt deutlich die Wichtigkeit einer sorgf\u00e4ltigen Satzungsgestaltung f\u00fcr GmbHs, die ihre Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer als Syndikusanw\u00e4lte einsetzen m\u00f6chten. Die Entscheidung unterstreicht die Notwendigkeit, rechtliche Details genau zu beachten und in Unternehmenssatzungen ad\u00e4quat zu verankern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Quelle: Bundesrechtsanwaltskammer, Mitteilung vom 03.05.2024 zum Beschluss AnwZ (Brfg) 43\/23 des BGH vom 13.03.2024<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M\u00f6chte ein GmbH-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer als Syndikusrechtsanwalt zugelassen werden, so setzt dies eine in der Satzung verankerte Unabh\u00e4ngigkeit voraus. Dies hat der Bundesgerichtshof (BGH) in einem k\u00fcrzlich gef\u00e4llten Beschluss, AnwZ (Brfg) 43\/23 vom 13.03.2024, klar gestellt. Die Kernentscheidung des BGH Der BGH h\u00e4lt in seinem aktuellen Urteil an der strengen Rechtsprechung zur Unabh\u00e4ngigkeit eines Syndikusanwalts fest. 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