{"id":74405,"date":"2024-05-09T12:19:27","date_gmt":"2024-05-09T10:19:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=74405"},"modified":"2024-05-09T12:19:27","modified_gmt":"2024-05-09T10:19:27","slug":"der-niedrigere-verkehrswert-nach-neuer-bfh-entscheidung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/der-niedrigere-verkehrswert-nach-neuer-bfh-entscheidung\/","title":{"rendered":"Der niedrigere Verkehrswert nach neuer BFH-Entscheidung"},"content":{"rendered":"\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Einf\u00fchrung<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Ermittlung des niedrigeren Verkehrswerts von Grundst\u00fccken spielt bei der Berechnung der Erbschaft- und Schenkungsteuer sowie der Grunderwerbsteuer eine entscheidende Rolle. Dies wurde durch die Einf\u00fchrung einer &#8222;Escape-Klausel&#8220; verst\u00e4rkt, die es Steuerpflichtigen erlaubt, anstelle des steuerlichen Grundbesitzwerts einen niedrigeren Verkehrswert nachzuweisen. Der folgende Beitrag erl\u00e4utert, wie sich der niedrigere Verkehrswert nach der neuen BFH-Entscheidung bestimmt und welche Implikationen sich daraus ergeben.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Hintergrund: Die Escape-Klausel<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zur Vermeidung von \u00dcberbewertungen hat der Gesetzgeber eine \u00d6ffnungsklausel eingef\u00fchrt, die es Steuerb\u00fcrgern erm\u00f6glicht, einen niedrigeren tats\u00e4chlichen Grundst\u00fcckswert nachzuweisen. Diese Regelung ist im Rahmen der Bewertung der wirtschaftlichen Einheit, zu der Grund und Boden, Geb\u00e4ude und sonstige Bestandteile geh\u00f6ren, besonders relevant.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Methoden zum Nachweis eines niedrigeren Grundst\u00fcckswerts<\/h4>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li><strong>Verkehrswertgutachten<\/strong>: Der niedrigere tats\u00e4chliche Grundst\u00fcckswert kann durch die Vorlage eines <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/immobilien-gutachten-berlin.html\">Verkehrswertgutachtens <\/a>nachgewiesen werden. Dieses muss den Grunds\u00e4tzen der Wertermittlungsverordnung folgen.<\/li><li><strong>Kaufpreis<\/strong>: Alternativ kann ein zeitnah im gew\u00f6hnlichen Gesch\u00e4ftsverkehr zustande gekommener Kaufpreis als Nachweis dienen. Wichtig ist hierbei, dass der Kaufpreis den tats\u00e4chlichen Verh\u00e4ltnissen des Marktes entspricht und keine ungew\u00f6hnlichen oder pers\u00f6nlichen Verh\u00e4ltnisse den Preis beeinflusst haben.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">BFH-Entscheidung und ihre Bedeutung<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die aktuelle Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) stellt klar, dass ein niedrigerer Verkehrswert nur f\u00fcr die wirtschaftliche Einheit geltend gemacht werden kann. Die Finanzverwaltung sieht den niedrigeren Verkehrswert als den nach den Grunds\u00e4tzen der Wertermittlungsverordnung ermittelten Verkehrswert. Der BFH hat jedoch entschieden, dass ein niedrigerer gemeiner Wert nur f\u00fcr die wirtschaftliche Einheit ermittelt werden kann und dabei keine Belastungen wie Nie\u00dfbrauchs- oder Wohnrechte ber\u00fccksichtigt werden d\u00fcrfen, die nicht direkt zum Grundst\u00fcck geh\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Implikationen f\u00fcr Steuerpflichtige<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Entscheidung des BFH bedeutet, dass bei der Ermittlung des niedrigeren Verkehrswerts durch ein Sachverst\u00e4ndigengutachten nur der Wert des unbelasteten Grundst\u00fccks relevant ist. Belastungen, die das Grundst\u00fcck selbst betreffen, wie z.B. ein Nie\u00dfbrauch, m\u00fcssen au\u00dfer Acht gelassen werden. Dies f\u00fchrt zu einer potenziellen Herausforderung f\u00fcr Steuerpflichtige, die einen niedrigeren Grundst\u00fcckswert geltend machen wollen, da sie nachweisen m\u00fcssen, dass das Gutachten oder der Kaufpreis den Wert der wirtschaftlichen Einheit ohne Ber\u00fccksichtigung dieser Belastungen widerspiegelt.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Entscheidung des BFH hat weitreichende Folgen f\u00fcr die Ermittlung des niedrigeren Verkehrswerts von Grundst\u00fccken bei der Erbschaft- und Schenkungsteuer sowie der Grunderwerbsteuer. Es ist entscheidend, dass Steuerpflichtige und ihre Berater die neuesten Entwicklungen und Rechtsprechungen verstehen, um den niedrigeren Verkehrswert korrekt zu ermitteln und steuerliche Nachteile zu vermeiden. Die Einbeziehung eines qualifizierten Sachverst\u00e4ndigen kann dabei helfen, den korrekten Verkehrswert zu bestimmen und erfolgreich nachzuweisen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einf\u00fchrung Die Ermittlung des niedrigeren Verkehrswerts von Grundst\u00fccken spielt bei der Berechnung der Erbschaft- und Schenkungsteuer sowie der Grunderwerbsteuer eine entscheidende Rolle. Dies wurde durch die Einf\u00fchrung einer &#8222;Escape-Klausel&#8220; verst\u00e4rkt, die es Steuerpflichtigen erlaubt, anstelle des steuerlichen Grundbesitzwerts einen niedrigeren Verkehrswert nachzuweisen. 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