{"id":74492,"date":"2024-05-27T17:50:01","date_gmt":"2024-05-27T15:50:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=74492"},"modified":"2024-05-27T17:50:01","modified_gmt":"2024-05-27T15:50:01","slug":"unveraenderbarkeit-von-buchungen-und-aufzeichnungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/unveraenderbarkeit-von-buchungen-und-aufzeichnungen\/","title":{"rendered":"Unver\u00e4nderbarkeit von Buchungen und Aufzeichnungen"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ver\u00e4nderungen gem\u00e4\u00df \u00a7 146 Abs. 4 AO<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gem\u00e4\u00df \u00a7 146 Abs. 4 der Abgabenordnung (AO), der dem \u00a7 239 Abs. 3 HGB entspricht und den Grundsatz der Klarheit konkretisiert, d\u00fcrfen Buchungen oder Aufzeichnungen nicht so ver\u00e4ndert werden, dass der urspr\u00fcngliche Inhalt nicht mehr feststellbar ist. Es d\u00fcrfen auch keine Ver\u00e4nderungen vorgenommen werden, deren Beschaffenheit es ungewiss l\u00e4sst, ob sie urspr\u00fcnglich oder erst sp\u00e4ter gemacht worden sind.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Praxishinweis: Schriftliche Aufzeichnungen<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei schriftlichen Aufzeichnungen sind Radierungen, Durchstreichungen oder Rasuren ebenso wie unausgef\u00fcllte Zwischenr\u00e4ume nicht statthaft. Die Aufzeichnungen m\u00fcssen mit unausl\u00f6schlichem Schreibmaterial wie Kugelschreiber oder Tinte gefertigt werden, nicht aber mit Bleistift. Gespeicherte Buchungsdaten d\u00fcrfen nicht gel\u00f6scht oder ohne Kenntlichmachung ver\u00e4ndert werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Korrekturbuchungen und Zeitpunkt der Ver\u00e4nderungen<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nachtr\u00e4gliche \u00c4nderungen d\u00fcrfen nicht vorgenommen werden. Fehlerhafte Buchungen sind durch erkenntliche Korrekturbuchungen zu berichtigen. Jede vorgenommene Ver\u00e4nderung der urspr\u00fcnglichen Eintragungen ist als solche in jedem Fall kenntlich zu machen, einschlie\u00dflich des Zeitpunkts der Ver\u00e4nderung.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Anforderungen an die EDV-Buchf\u00fchrung<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Gew\u00e4hrleistung der Unver\u00e4nderbarkeit bei der <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/Buchhaltungssoftware.html\">EDV-Buchf\u00fchrung<\/a> verlangt die Finanzverwaltung die Verwendung von entsprechender Hardware (z. B. unver\u00e4nderbare und f\u00e4lschungssichere Datentr\u00e4ger) oder Software (z. B. Sicherungen, Sperren, Festschreibung, L\u00f6schmerker, automatische Protokollierung, Historisierungen, Versionierungen) sowie eine entsprechende <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/Verfahrensdokumentation.html\">Verfahrensdokumentation<\/a>. Diese EDV-Buchhaltung muss nachtr\u00e4gliche Ver\u00e4nderungen ohne Kenntlichmachung ausschlie\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Verfahrensdokumentation nach GoBD<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unter einer Verfahrensdokumentation ist nach den <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/GoB.html\">GoBD<\/a> (Grunds\u00e4tze zur ordnungsgem\u00e4\u00dfen F\u00fchrung und Aufbewahrung von B\u00fcchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff) vom 28.11.2019 eine Beschreibung s\u00e4mtlicher betrieblicher Abl\u00e4ufe im Zusammenhang mit der digitalen Buchf\u00fchrung und Belegablage zu verstehen. In der Regel besteht sie aus:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Einer allgemeinen Beschreibung<\/li><li>Einer Anwenderdokumentation<\/li><li>Einer technischen Systemdokumentation<\/li><li>Einer Betriebsdokumentation<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Auffassung der Finanzverwaltung<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Finanzverwaltung geht davon aus, dass eine Verfahrensdokumentation grunds\u00e4tzlich zu erstellen und aufzubewahren ist. Allerdings ergibt sich aus dem Gesetz keine ausdr\u00fcckliche Rechtsgrundlage f\u00fcr eine Verfahrensdokumentation, und die GoBD als norminterpretierende Verwaltungsvorschrift sind f\u00fcr die Gerichte nicht bindend.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Praxishinweis: Manipulationen bei modernen Aufzeichnungssystemen<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Moderne elektronische Aufzeichnungssysteme k\u00f6nnen durch den Einsatz von Zappern, Phantomware oder anderen Softwaremanipulationen \u00c4nderungen von Kasseneinzeldaten und somit Einnahmeaufzeichnungen erfahren. Stellt das Finanzamt den Einsatz von Manipulationssoftware fest, kann es die Buchf\u00fchrung insgesamt nach \u00a7 158 AO verwerfen und nach \u00a7 162 AO Hinzusch\u00e4tzungen vornehmen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ver\u00e4nderungen gem\u00e4\u00df \u00a7 146 Abs. 4 AO Gem\u00e4\u00df \u00a7 146 Abs. 4 der Abgabenordnung (AO), der dem \u00a7 239 Abs. 3 HGB entspricht und den Grundsatz der Klarheit konkretisiert, d\u00fcrfen Buchungen oder Aufzeichnungen nicht so ver\u00e4ndert werden, dass der urspr\u00fcngliche Inhalt nicht mehr feststellbar ist. 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