{"id":74630,"date":"2024-06-10T11:29:18","date_gmt":"2024-06-10T09:29:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=74630"},"modified":"2024-06-10T11:29:18","modified_gmt":"2024-06-10T09:29:18","slug":"lindners-steuerplan-entlastung-fuer-gutverdiener-und-rentner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/lindners-steuerplan-entlastung-fuer-gutverdiener-und-rentner\/","title":{"rendered":"Lindners Steuerplan: Entlastung f\u00fcr Gutverdiener und Rentner"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der deutsche Finanzminister Christian Lindner plant eine umfassende Steuersenkung, die innerhalb der Regierung f\u00fcr Kontroversen sorgt. Besonders Haushalte mit hohen Einkommen k\u00f6nnten profitieren, aber auch Rentner und Geringverdiener werden entlastet.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Grundfreibetrag wird erh\u00f6ht<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine der wesentlichen \u00c4nderungen betrifft den <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/Steuerrechner\/Grundfreibetrag.html\">Grundfreibetrag<\/a>, der r\u00fcckwirkend zum 1. Januar um 180 Euro auf 11.784 Euro angehoben wird. Dies ist die Einkommensgrenze, ab der \u00fcberhaupt erst Steuern erhoben werden. Die Anpassung ist verfassungsrechtlich vorgeschrieben, um die Steuerfreiheit des Existenzminimums zu gew\u00e4hrleisten. F\u00fcr den Staat bedeutet dies Mindereinnahmen von insgesamt zwei Milliarden Euro.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im n\u00e4chsten Jahr soll der Grundfreibetrag um weitere 300 Euro auf 12.084 Euro steigen. Diese Anhebung wird vielen Geringverdienern und Rentnern zugutekommen, die dadurch von der Steuerpflicht befreit werden. Rentner und Geringverdiener k\u00f6nnten somit in diesem Jahr bis zu 29 Euro und im kommenden Jahr bis zu 69 Euro sparen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Schutz vor \u201ekalter Progression\u201c<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein weiteres Ziel von Lindners Steuerreform ist der Ausgleich der sogenannten kalten Progression. Dies bedeutet, dass steigende L\u00f6hne zwar h\u00f6here Steuern nach sich ziehen, die Inflation jedoch die Kaufkraft der Gehaltserh\u00f6hungen mindert. Um dies zu verhindern, soll der Steuertarifverlauf angepasst werden, sodass B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger vor heimlichen Steuererh\u00f6hungen gesch\u00fctzt sind.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Verschiebung des Spitzensteuersatzes<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein zentraler Punkt in Lindners Plan ist die Verschiebung des Steuertarifverlaufs. Der Betrag, ab dem der Spitzensteuersatz greift, soll erh\u00f6ht werden. Derzeit liegt dieser bei einem Einkommen von 66.761 Euro f\u00fcr Singles. Im kommenden Jahr soll dieser Betrag auf 68.429 Euro und bis 2026 auf 69.798 Euro steigen. Diese Ma\u00dfnahme soll insbesondere h\u00f6here Einkommen entlasten.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Auswirkungen auf verschiedene Haushaltstypen<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der \u00d6konom Stefan Bach vom Deutschen Institut f\u00fcr Wirtschaftsforschung (DIW) hat die Auswirkungen der geplanten \u00c4nderungen f\u00fcr verschiedene Haushaltstypen berechnet. Spitzenverdiener profitieren am meisten von den neuen Tarifen. Eine Familie mit zwei Kindern und einem Bruttoeinkommen von rund 440.000 Euro spart im Jahr 2026 etwa 1028 Euro, w\u00e4hrend ein Single aus dieser Einkommensgruppe 514 Euro weniger Steuern zahlen muss.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In den unteren Einkommensgruppen f\u00e4llt die Entlastung geringer aus. Eine Familie mit zwei Kindern und einem Bruttoeinkommen von knapp 90.000 Euro spart 400 Euro, ein Single aus dieser Gruppe 207 Euro. Familien mit einem geringen Bruttoeinkommen von gut 51.000 Euro werden um 284 Euro entlastet, Singles um 152 Euro.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Noch keine endg\u00fcltige Entscheidung<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Obwohl die Pl\u00e4ne konkrete Zahlen und Prognosen enthalten, ist die endg\u00fcltige Entscheidung \u00fcber die \u00c4nderungen noch nicht gefallen. Der Sprecher des Finanzministeriums erkl\u00e4rt, dass es sich derzeit um Prognosen f\u00fcr die Einleitung der Gesetzgebung handelt. Die endg\u00fcltigen Zahlen und Beschl\u00fcsse sollen im Herbst vorliegen.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Christian Lindners Steuerpl\u00e4ne zielen darauf ab, sowohl Gutverdiener als auch Rentner und Geringverdiener zu entlasten. W\u00e4hrend h\u00f6here Einkommen deutlich profitieren, bleibt abzuwarten, wie die endg\u00fcltige Umsetzung im Herbst aussehen wird. Die geplanten Anpassungen des Grundfreibetrags und die Verschiebung des Spitzensteuersatzes sind wichtige Schritte, um die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger vor den negativen Auswirkungen der kalten Progression zu sch\u00fctzen und eine gerechtere Steuerlast zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der deutsche Finanzminister Christian Lindner plant eine umfassende Steuersenkung, die innerhalb der Regierung f\u00fcr Kontroversen sorgt. Besonders Haushalte mit hohen Einkommen k\u00f6nnten profitieren, aber auch Rentner und Geringverdiener werden entlastet. Grundfreibetrag wird erh\u00f6ht Eine der wesentlichen \u00c4nderungen betrifft den Grundfreibetrag, der r\u00fcckwirkend zum 1. Januar um 180 Euro auf 11.784 Euro angehoben wird. 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