{"id":74648,"date":"2024-06-11T10:59:01","date_gmt":"2024-06-11T08:59:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=74648"},"modified":"2024-06-11T10:59:01","modified_gmt":"2024-06-11T08:59:01","slug":"neufassung-der-gobd-was-unternehmen-wissen-muessen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/neufassung-der-gobd-was-unternehmen-wissen-muessen\/","title":{"rendered":"Neufassung der GoBD: Was Unternehmen wissen m\u00fcssen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Bundesfinanzministerium (BMF) hat sein Schreiben aus dem Jahr 2019 zu den \u201eGrunds\u00e4tzen zur ordnungsm\u00e4\u00dfigen F\u00fchrung und Aufbewahrung von B\u00fcchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff\u201c (GoBD) \u00fcberarbeitet. Diese Aktualisierung, die \u00c4nderungen aufgrund des \u201eGesetzes zur Umsetzung der DAC7-Richtlinie\u201c einarbeitet, bringt wichtige Neuerungen, insbesondere bez\u00fcglich des Datenzugriffs durch die Finanzverwaltung. Die neuen GoBD gelten seit dem 1. April 2024.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Wichtige \u00c4nderungen im \u00dcberblick<\/h4>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li><strong>Recht auf Datenzugriff durch die Finanzverwaltung:<\/strong><ul><li>Daten k\u00f6nnen jetzt nicht nur \u00fcber physische Speichermedien, sondern auch \u00fcber eine Datenaustauschplattform der Finanzbeh\u00f6rde, wie eine Cloud, zur Verf\u00fcgung gestellt werden.<\/li><li>Die \u201eDatentr\u00e4ger\u00fcberlassung\u201c wurde durch die \u201eDaten\u00fcberlassung\u201c ersetzt, um diese neue Methode widerzuspiegeln.<\/li><\/ul><\/li><li><strong>Verarbeitung und Aufbewahrung durch Pr\u00fcfer:<\/strong><ul><li>Pr\u00fcfer d\u00fcrfen die \u00fcberlassenen Daten auf ihren Laptops unabh\u00e4ngig vom Einsatzort verarbeiten und aufbewahren.<\/li><li>Die Finanzbeh\u00f6rde bleibt verpflichtet, die Daten nach Bestandskraft der Bescheide, die aufgrund der Au\u00dfenpr\u00fcfung ergangen sind, zu l\u00f6schen.<\/li><\/ul><\/li><li><strong>Erg\u00e4nzende Informationen zur Daten\u00fcberlassung:<\/strong><ul><li>Es sind verschiedene Schnittstellen f\u00fcr den Datenimport und verschiedene Dateiformate zul\u00e4ssig.<\/li><li>Verpflichtend ist nur die Verwendung der \u201eDigitalen Lohnschnittstelle\u201c sowie der \u201eDigitalen Schnittstelle der Finanzverwaltung f\u00fcr Kassensysteme\u201c.<\/li><\/ul><\/li><li><strong>\u00c4nderungen bei der F\u00fchrung und Aufbewahrung im Ausland:<\/strong><ul><li>Entfallen ist die Pflicht, einen Antrag zu stellen, wenn elektronische B\u00fccher und sonstige erforderliche elektronische Aufzeichnungen im EU-Ausland gef\u00fchrt und aufbewahrt werden.<\/li><li>Bei der F\u00fchrung und Aufbewahrung in einem Drittland ist weiterhin ein Antrag bei den Finanzbeh\u00f6rden notwendig.<\/li><\/ul><\/li><li><strong>Pr\u00e4zisierungen f\u00fcr Taxi- und Mietwagenunternehmen:<\/strong><ul><li>In einem weiteren Schreiben vom selben Tag hat das BMF die Aufzeichnungs- und Aufbewahrungspflicht von Gesch\u00e4ftsvorf\u00e4llen und anderen steuerlich relevanten Daten bei Taxi- und Mietwagenunternehmen pr\u00e4zisiert.<\/li><\/ul><\/li><\/ol>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Erleichterungen und Herausforderungen<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Neufassung der GoBD bringt einige Erleichterungen und mehr Klarheit f\u00fcr Unternehmen. Beispielsweise wird es nicht beanstandet, wenn Reisekostenbelege mit Hilfe eines Smartphones fotografiert werden, auch wenn die Belege im Ausland entstanden sind. Neu ist auch, dass die GoBD nunmehr explizit f\u00fcr Cloud-Systeme gelten.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Praxisrelevante Neuerungen<\/h4>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Keine Versch\u00e4rfung f\u00fcr Einnahmen-\u00dcberschuss-Rechner:<\/strong><ul><li>Es gibt keine neuen Aufzeichnungspflichten f\u00fcr Quartals- und Jahreszahler bei der Umsatzsteuer sowie f\u00fcr Unternehmer mit umsatzsteuerfreien Ums\u00e4tzen.<\/li><\/ul><\/li><li><strong>Verfahrensdokumentation bleibt Pflicht:<\/strong><ul><li>Eine geordnete und sichere Belegablage sowie die Umwandlung von Papierdokumenten in elektronische Dokumente bleiben zentrale Anforderungen. Die konkrete Ausgestaltung h\u00e4ngt von der Komplexit\u00e4t und Diversifikation der Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit sowie vom eingesetzten EDV-System ab.<\/li><\/ul><\/li><\/ul>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die neuen GoBD bringen einige wichtige \u00c4nderungen mit sich, die Unternehmen bei der <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/Buchhaltungssoftware.html\">digitalen Buchf\u00fchrung<\/a> beachten m\u00fcssen. Sie bieten sowohl Erleichterungen als auch Herausforderungen, insbesondere im Hinblick auf die Daten\u00fcberlassung und die <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/Verfahrensdokumentation.html\">Verfahrensdokumentation<\/a>. Unternehmen sollten die neuen Anforderungen genau pr\u00fcfen und ihre internen Prozesse entsprechend anpassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr eine erfolgreiche Umsetzung der neuen GoBD sollten Unternehmen und Steuerberater eng zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass alle gesetzlichen Anforderungen erf\u00fcllt und die neuen M\u00f6glichkeiten optimal genutzt werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Bundesfinanzministerium (BMF) hat sein Schreiben aus dem Jahr 2019 zu den \u201eGrunds\u00e4tzen zur ordnungsm\u00e4\u00dfigen F\u00fchrung und Aufbewahrung von B\u00fcchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff\u201c (GoBD) \u00fcberarbeitet. Diese Aktualisierung, die \u00c4nderungen aufgrund des \u201eGesetzes zur Umsetzung der DAC7-Richtlinie\u201c einarbeitet, bringt wichtige Neuerungen, insbesondere bez\u00fcglich des Datenzugriffs durch die Finanzverwaltung. 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