{"id":74882,"date":"2024-07-10T12:39:05","date_gmt":"2024-07-10T10:39:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=74882"},"modified":"2024-07-15T11:24:26","modified_gmt":"2024-07-15T09:24:26","slug":"verfahrensrecht-bfh-zur-korrektur-bestandskraeftiger-bescheide-nach-aussenpruefung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/verfahrensrecht-bfh-zur-korrektur-bestandskraeftiger-bescheide-nach-aussenpruefung\/","title":{"rendered":"Verfahrensrecht: BFH zur Korrektur bestandskr\u00e4ftiger Bescheide nach Au\u00dfenpr\u00fcfung"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 06.05.2024 (III R 14\/22) entschieden, dass die Art und Weise, in der der Steuerpflichtige seine Aufzeichnungen f\u00fchrt, eine Tatsache im Sinne des \u00a7 173 Abs. 1 Nr. 1 AO (Abgabenordnung) darstellt. Dies bedeutet, dass das Finanzamt (FA) auch nach Bestandskraft eines Bescheids diesen korrigieren kann, wenn es nachtr\u00e4glich feststellt, dass der Steuerpflichtige seine Aufzeichnungspflichten nicht ordnungsgem\u00e4\u00df erf\u00fcllt hat.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Sachverhalt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Streitfall ermittelte der Kl\u00e4ger seinen Gewinn f\u00fcr seinen Einkaufsladen im Wege der Einnahmen\u00fcberschussrechnung. Das FA veranlagte ihn zun\u00e4chst erkl\u00e4rungsgem\u00e4\u00df und ohne Vorbehalt der Nachpr\u00fcfung. Im Rahmen einer Au\u00dfenpr\u00fcfung stellte der Pr\u00fcfer jedoch formelle M\u00e4ngel bei der Erf\u00fcllung der Aufzeichnungspflichten fest. Er nahm daher Hinzusch\u00e4tzungen vor und das FA erlie\u00df entsprechende \u00c4nderungsbescheide.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Entscheidung des BFH<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der BFH gab der Revision des FA statt und hob das Urteil des Finanzgerichts (FG) auf. Das FG hatte zu Unrecht entschieden, dass eine Korrektur nach \u00a7 173 Abs. 1 Nr. 1 AO nur dann m\u00f6glich sei, wenn feststehe, dass der Steuerpflichtige Betriebseinnahmen nicht aufgezeichnet habe. Der BFH stellte klar, dass es f\u00fcr die Korrektur ausreichend ist, wenn die Art und Weise der Aufzeichnungspflichten mangelhaft war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Bedeutung f\u00fcr die Praxis<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Entscheidung des BFH ist f\u00fcr die Praxis bedeutsam, da sie die M\u00f6glichkeiten des FAs zur Korrektur von bestandskr\u00e4ftigen Bescheiden nach Au\u00dfenpr\u00fcfungen erweitert. Steuerpflichtige sollten daher ihre Aufzeichnungspflichten sorgf\u00e4ltig erf\u00fcllen, um das Risiko von Hinzusch\u00e4tzungen zu minimieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Hinweis:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Blogbeitrag dient lediglich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/Steuerberatung-Berlin.html\">Steuerberatung<\/a>. Im Einzelfall sollten Sie sich immer an einen Steuerberater wenden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 06.05.2024 (III R 14\/22) entschieden, dass die Art und Weise, in der der Steuerpflichtige seine Aufzeichnungen f\u00fchrt, eine Tatsache im Sinne des \u00a7 173 Abs. 1 Nr. 1 AO (Abgabenordnung) darstellt. 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