{"id":75025,"date":"2024-07-24T09:26:17","date_gmt":"2024-07-24T07:26:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=75025"},"modified":"2024-07-24T09:26:17","modified_gmt":"2024-07-24T07:26:17","slug":"reisekosten-betriebsstaette-im-aktuellen-steuerlichen-reisekostenrecht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/reisekosten-betriebsstaette-im-aktuellen-steuerlichen-reisekostenrecht\/","title":{"rendered":"Reisekosten: \u201eBetriebsst\u00e4tte\u201c im aktuellen steuerlichen Reisekostenrecht"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Wichtige Punkte:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Das Finanzgericht Rheinland-Pfalz (FG) hat entschieden, dass der Begriff &#8222;Betriebsst\u00e4tte&#8220; im deutschen Steuerrecht durch das Gesetz zur \u00c4nderung und Vereinfachung der Unternehmensbesteuerung und des steuerlichen Reisekostenrechts vom 20. Februar 2013 (BGBl. I 2013 S. 285) nicht ge\u00e4ndert wurde.<\/li><li>Das bedeutet, dass die Definition von &#8222;Betriebsst\u00e4tte&#8220; weiterhin auf der bisherigen Auslegung durch die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) basieren sollte.<\/li><li>Die Entscheidung des FG ist bedeutsam, da sie von der Auffassung des Bundesministeriums der Finanzen (BMF) abweicht und Auswirkungen auf die Reisekostenabz\u00fcge von Steuerpflichtigen haben k\u00f6nnte.<\/li><li>Die Entscheidung ist noch nicht rechtskr\u00e4ftig und wurde beim BFH unter dem Aktenzeichen VIII R 15\/14 angefochten.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Hintergrund:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Der Kl\u00e4ger im Verfahren war ein selbstst\u00e4ndiger IT-Berater, der vier Tage pro Woche in den R\u00e4umlichkeiten seines einzigen Mandanten t\u00e4tig war.<\/li><li>Er machte seine Reisekosten zwischen Wohnung und Mandantensitz als Betriebsausgaben nach Dienstreisegrunds\u00e4tzen (0,30 Euro\/km f\u00fcr Hin- und R\u00fcckfahrt) geltend, anstatt die Kilometerpauschale (0,30 Euro\/km f\u00fcr die Entfernung zwischen Wohnung und Betriebssitz des Mandanten) anzuwenden.<\/li><li>Das Finanzamt folgte der Auffassung des BMF und argumentierte, dass die R\u00e4umlichkeiten des Mandanten des Kl\u00e4gers dessen &#8222;erste T\u00e4tigkeitsst\u00e4tte&#8220; im Sinne von \u00a7 9 des Einkommensteuergesetzes (EStG) seien, die durch das Gesetz vom 20. Februar 2013 eingef\u00fchrt wurde. Dies bedeutete, dass nur die Kilometerpauschale von 0,30 Euro angesetzt werden k\u00f6nne.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Begr\u00fcndung des FG:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Das FG stellte fest, dass die gesetzlichen Voraussetzungen f\u00fcr eine &#8222;erste T\u00e4tigkeitsst\u00e4tte&#8220; im Sinne des \u00a7 9 EStG (neue Fassung) im vorliegenden Fall aus mehreren Gr\u00fcnden nicht erf\u00fcllt seien.<\/li><li>Das FG definierte die &#8222;Betriebsst\u00e4tte&#8220; jedoch nicht unter R\u00fcckgriff auf den neu eingef\u00fchrten Begriff der &#8222;ersten T\u00e4tigkeitsst\u00e4tte&#8220;, sondern st\u00fctzte sich weiterhin auf die bisherige Auslegung des Betriebsst\u00e4ttenbegriffs durch die BFH-Rechtsprechung.<\/li><li>Nach dieser Rechtsprechung war in diesem Fall der Sitz des einzigen Mandanten des Kl\u00e4gers als seine Betriebsst\u00e4tte anzusehen. Dies bedeutete, dass er seine Reisekosten zwischen Wohnung und Betriebsst\u00e4tte nur in H\u00f6he der Kilometerpauschale geltend machen konnte.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Auswirkungen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Die Entscheidung des FG k\u00f6nnte Auswirkungen auf Steuerpflichtige haben, die an einem festen Ort au\u00dferhalb ihres Heimb\u00fcros arbeiten, aber keine separate Betriebsst\u00e4tte haben.<\/li><li>Steuerpflichtige sollten sich mit einem Steuerberater besprechen, um zu kl\u00e4ren, wie sich diese Entscheidung auf ihre individuellen Umst\u00e4nde auswirken kann.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Es ist wichtig zu beachten, dass die Entscheidung des FG noch nicht rechtskr\u00e4ftig ist und beim BFH angefochten wurde.<\/strong> Die Entscheidung des BFH wird letztendlich die richtige Auslegung des Begriffs &#8222;Betriebsst\u00e4tte&#8220; im deutschen Steuerrecht bestimmen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Zus\u00e4tzliche Ressourcen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Finanzgericht Rheinland-Pfalz <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/fgnw.justiz.rlp.de\/\" target=\"_blank\">https:\/\/fgnw.justiz.rlp.de\/<\/a><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich hoffe, diese Zusammenfassung ist hilfreich. Bitte lassen Sie mich wissen, wenn Sie weitere Fragen haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: Finanzgericht Rheinland-Pfalz<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wichtige Punkte: Das Finanzgericht Rheinland-Pfalz (FG) hat entschieden, dass der Begriff &#8222;Betriebsst\u00e4tte&#8220; im deutschen Steuerrecht durch das Gesetz zur \u00c4nderung und Vereinfachung der Unternehmensbesteuerung und des steuerlichen Reisekostenrechts vom 20. Februar 2013 (BGBl. I 2013 S. 285) nicht ge\u00e4ndert wurde. 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