{"id":75173,"date":"2024-08-16T11:58:16","date_gmt":"2024-08-16T09:58:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=75173"},"modified":"2024-08-16T11:58:16","modified_gmt":"2024-08-16T09:58:16","slug":"gewinne-von-tochtergesellschaften-sind-bei-der-berechnung-der-nicht-abziehbaren-schuldzinsen-nicht-einzubeziehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/gewinne-von-tochtergesellschaften-sind-bei-der-berechnung-der-nicht-abziehbaren-schuldzinsen-nicht-einzubeziehen\/","title":{"rendered":"<strong>Gewinne von Tochtergesellschaften sind bei der Berechnung der nicht abziehbaren Schuldzinsen nicht einzubeziehen<\/strong>"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Finanzgericht M\u00fcnster hat in einem Urteil vom 2. Juli 2024 (Az. 6 K 1425\/21 F) entschieden, dass Gewinne von Tochterpersonengesellschaften bei der Berechnung der nach \u00a7 4 Abs. 4a EStG <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/Steuerrechner\/Schuldzinsen.html\">nicht abziehbaren Schuldzinsen<\/a> bei der Mutterpersonengesellschaft unber\u00fccksichtigt bleiben. Dieses Urteil, das erhebliche Auswirkungen auf die steuerliche Behandlung von mehrst\u00f6ckigen Personengesellschaften haben k\u00f6nnte, wird nun vor dem Bundesfinanzhof unter dem Aktenzeichen IV R 13\/24 weiterverhandelt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Hintergrund des Falls<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kl\u00e4gerin, eine GmbH &amp; Co. KG, fungierte als F\u00fchrungsholding und war an mehreren anderen Personengesellschaften beteiligt. Bei einer Betriebspr\u00fcfung stellte das Finanzamt fest, dass es zu \u00dcberentnahmen gekommen sei, die gem\u00e4\u00df \u00a7 4 Abs. 4a EStG zu nicht abziehbaren Schuldzinsen f\u00fchrten. Das Finanzamt bezog dabei die Gewinne der Tochtergesellschaften erst zu dem Zeitpunkt in die Berechnung der \u00dcberentnahmen ein, als diese an die Muttergesellschaft abgef\u00fchrt wurden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kl\u00e4gerin argumentierte hingegen, dass die Gewinne der Tochtergesellschaften bereits bei ihrer Entstehung in die Berechnung der \u00dcberentnahmen einflie\u00dfen m\u00fcssten, da diese Gewinne ihr unmittelbar zuzurechnen seien.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Entscheidung des Finanzgerichts M\u00fcnster<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der 6. Senat des Finanzgerichts M\u00fcnster folgte der Auffassung des Finanzamts und wies die Klage ab. Das Gericht stellte klar, dass f\u00fcr die Zwecke des \u00a7 4 Abs. 4a EStG der Gewinnbegriff so auszulegen sei, dass Gewinnanteile aus Tochtergesellschaften erst bei ihrer tats\u00e4chlichen Auszahlung an die Muttergesellschaft als Einlage zu behandeln seien.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gericht f\u00fchrte aus, dass eine betriebsbezogene Betrachtung ma\u00dfgeblich sei, bei der es auf den Eigenkapitalentzug bei der jeweiligen betrieblichen Einheit ankomme. Danach w\u00fcrden Gewinne den jeweiligen Tochtergesellschaften so lange zugerechnet, bis sie tats\u00e4chlich an die Muttergesellschaft ausgezahlt werden. Eine \u201ekonzernbezogene\u201c Betrachtung, bei der Gewinne bereits bei ihrer Entstehung in der Tochtergesellschaft der Muttergesellschaft zugerechnet w\u00fcrden, sei im Rahmen des \u00a7 4 Abs. 4a EStG nicht vorgesehen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Bedeutung f\u00fcr die Praxis<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieses Urteil hat erhebliche Implikationen f\u00fcr die steuerliche Praxis bei der Behandlung von mehrst\u00f6ckigen Personengesellschaften. Es stellt klar, dass Gewinne von Tochtergesellschaften erst bei ihrer tats\u00e4chlichen Aussch\u00fcttung an die Muttergesellschaft in die Berechnung von \u00dcberentnahmen und damit auch in die Berechnung der nicht abziehbaren Schuldzinsen einbezogen werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Steuerberater und Unternehmen bedeutet dies, dass bei der Planung und Berechnung der Schuldzinsen besonders darauf geachtet werden muss, wann Gewinne aus Tochtergesellschaften tats\u00e4chlich ausgezahlt werden, um die Auswirkungen auf die \u00dcberentnahmen korrekt zu erfassen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da die Revision zum Bundesfinanzhof zugelassen wurde, bleibt abzuwarten, ob diese Rechtsauffassung dort best\u00e4tigt wird. Das anh\u00e4ngige Verfahren vor dem BFH k\u00f6nnte somit noch zu einer grundlegenden Kl\u00e4rung der Rechtslage f\u00fchren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Quelle:<\/strong> Finanzgericht M\u00fcnster, Newsletter August 2024.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Finanzgericht M\u00fcnster hat in einem Urteil vom 2. Juli 2024 (Az. 6 K 1425\/21 F) entschieden, dass Gewinne von Tochterpersonengesellschaften bei der Berechnung der nach \u00a7 4 Abs. 4a EStG nicht abziehbaren Schuldzinsen bei der Mutterpersonengesellschaft unber\u00fccksichtigt bleiben. 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