{"id":75405,"date":"2024-09-13T11:25:52","date_gmt":"2024-09-13T09:25:52","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=75405"},"modified":"2024-09-13T11:25:52","modified_gmt":"2024-09-13T09:25:52","slug":"kleinunternehmerregelung-was-existenzgruender-wissen-muessen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/kleinunternehmerregelung-was-existenzgruender-wissen-muessen\/","title":{"rendered":"Kleinunternehmerregelung: Was Existenzgr\u00fcnder wissen m\u00fcssen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Liebe Leserin, lieber Leser,<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/Steuerrechner\/Kleinunternehmer.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Kleinunternehmerregelung<\/a> bietet f\u00fcr viele Selbstst\u00e4ndige und kleine Unternehmen erhebliche steuerliche Erleichterungen. Um diese Regelung in Anspruch nehmen zu k\u00f6nnen, d\u00fcrfen Unternehmen im vorigen Kalenderjahr einen Umsatz von maximal 22.000 \u20ac erwirtschaftet haben und im laufenden Kalenderjahr darf der Umsatz 50.000 \u20ac voraussichtlich nicht \u00fcberschreiten. In diesem Fall sind Kleinunternehmer von der Umsatzsteuerpflicht befreit. Doch wie sieht es aus, wenn die unternehmerische T\u00e4tigkeit gerade erst beginnt? Hierzu hat das <strong>Finanzgericht M\u00fcnchen<\/strong> am 27.02.2024 (Aktenzeichen 5 K 1794\/22) ein interessantes Urteil gef\u00e4llt.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Der Fall: Ein Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer auf dem Weg zum Unternehmer<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In dem verhandelten Fall wurde ein Mann zum Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer einer GmbH bestellt. Zuvor hatte er bereits einige Monate unentgeltlich f\u00fcr die GmbH gearbeitet. Sp\u00e4ter entschied er sich jedoch, f\u00fcr seine Leistungen als Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer eine Rechnung \u00fcber 40.000 \u20ac zu stellen, die dann auch basierend auf einem Gesellschafterbeschluss bezahlt wurde.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Die Position des Finanzamts<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Finanzamt war der Meinung, dass es sich hierbei um eine unternehmerische T\u00e4tigkeit handelte und setzte auf den Betrag die Umsatzsteuer fest. Aus Sicht des Finanzamts war der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer also nicht als Kleinunternehmer anzusehen, da der Umsatz die damalige Umsatzgrenze von 22.000 \u20ac \u00fcberschritten hatte.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Die Entscheidung des Finanzgerichts M\u00fcnchen<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Finanzgericht M\u00fcnchen stellte klar, dass der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer tats\u00e4chlich unternehmerisch t\u00e4tig war und daher grunds\u00e4tzlich auch die Umsatzsteuer in seinen Rechnungen ausweisen musste. Jedoch profitierte er in diesem Fall von der <strong>Kleinunternehmerregelung<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Anwendung der Kleinunternehmerregelung kommt es auf den Umsatz des Vorjahres an. Da der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer seine T\u00e4tigkeit erst aufgenommen hatte und es im Vorjahr keinen Umsatz gab, war nicht der tats\u00e4chliche Umsatz von 40.000 \u20ac relevant, sondern der prognostizierte Umsatz. In der Prognose war die T\u00e4tigkeit des Gesch\u00e4ftsf\u00fchrers zun\u00e4chst unentgeltlich geplant, weshalb die Umsatzgrenze von 22.000 \u20ac in der Prognose nicht \u00fcberschritten wurde. Dass er sp\u00e4ter eine Entlohnung f\u00fcr seine T\u00e4tigkeit erhielt, war nicht vorhersehbar und f\u00fchrte daher nicht zum Verlust der Kleinunternehmerregelung.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Wichtige Leits\u00e4tze des Finanzgerichts<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Urteil des Finanzgerichts M\u00fcnchen enth\u00e4lt einige wesentliche Leits\u00e4tze, die f\u00fcr alle Unternehmer, die sich mit der Kleinunternehmerregelung auseinandersetzen, von Bedeutung sind:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li><strong>Voraussichtlicher Umsatz z\u00e4hlt<\/strong>: F\u00fcr die Anwendung der Kleinunternehmerregelung im Jahr der Aufnahme der T\u00e4tigkeit ist ausschlie\u00dflich der <strong>voraussichtliche Umsatz des laufenden Kalenderjahres<\/strong> entscheidend. Hierbei darf die Grenze von 22.000 \u20ac nicht \u00fcberschritten werden.<\/li><li><strong>Prognose im &#8222;Erstjahr&#8220;<\/strong>: Im ersten Jahr der unternehmerischen T\u00e4tigkeit wird die Kleinunternehmerregelung auf Basis der prognostizierten Umsatzzahlen festgestellt. Die Prognose erfolgt dabei zum Zeitpunkt der Aufnahme der T\u00e4tigkeit.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Fazit: Vorausschau ist entscheidend<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Entscheidung des Finanzgerichts M\u00fcnchen verdeutlicht, wie wichtig eine realistische Prognose der Umsatzzahlen im ersten Jahr der Selbstst\u00e4ndigkeit ist. Unternehmen und Selbstst\u00e4ndige sollten von Anfang an einen klaren \u00dcberblick \u00fcber ihre zu erwartenden Ums\u00e4tze haben, um von der Kleinunternehmerregelung profitieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Haben Sie Fragen zur Kleinunternehmerregelung oder ben\u00f6tigen Sie Hilfe bei der Prognose Ihrer Ums\u00e4tze? <strong>Kontaktieren Sie uns!<\/strong> Als Ihr <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/Steuerberatung-Berlin.html\">Steuerberater<\/a> unterst\u00fctzen wir Sie dabei, die Regelungen optimal f\u00fcr Ihr Unternehmen zu nutzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Herzliche Gr\u00fc\u00dfe<br \/>Ihr Steuerberater-Team<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Leserin, lieber Leser, Die Kleinunternehmerregelung bietet f\u00fcr viele Selbstst\u00e4ndige und kleine Unternehmen erhebliche steuerliche Erleichterungen. Um diese Regelung in Anspruch nehmen zu k\u00f6nnen, d\u00fcrfen Unternehmen im vorigen Kalenderjahr einen Umsatz von maximal 22.000 \u20ac erwirtschaftet haben und im laufenden Kalenderjahr darf der Umsatz 50.000 \u20ac voraussichtlich nicht \u00fcberschreiten. In diesem Fall sind Kleinunternehmer von &hellip; <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/kleinunternehmerregelung-was-existenzgruender-wissen-muessen\/\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">Kleinunternehmerregelung: Was Existenzgr\u00fcnder wissen m\u00fcssen<\/span> weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1730],"tags":[],"class_list":["post-75405","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-steuern-recht"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/75405","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=75405"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/75405\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=75405"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=75405"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=75405"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}