{"id":75563,"date":"2024-10-01T11:08:25","date_gmt":"2024-10-01T09:08:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=75563"},"modified":"2024-10-01T11:08:25","modified_gmt":"2024-10-01T09:08:25","slug":"finanzgericht-koeln-veroeffentlicht-urteil-zur-neuen-grundsteuerbewertung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/finanzgericht-koeln-veroeffentlicht-urteil-zur-neuen-grundsteuerbewertung\/","title":{"rendered":"<strong>Finanzgericht K\u00f6ln ver\u00f6ffentlicht Urteil zur neuen Grundsteuerbewertung<\/strong>"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>FG K\u00f6ln, Pressemitteilung vom 27.09.2024 zum Urteil 4 K 2189\/23 vom 19.09.2024<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Finanzgericht K\u00f6ln hat in einem wegweisenden Urteil entschieden, dass die neuen Bewertungsvorschriften f\u00fcr die Grundsteuer im sogenannten Bundesmodell nicht verfassungswidrig sind. Damit wurde die Klage einer Immobilieneigent\u00fcmerin gegen den Grundsteuerbescheid abgewiesen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Hintergrund der neuen Grundsteuerbewertung<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Reform der Grundsteuerbewertung war notwendig geworden, nachdem das Bundesverfassungsgericht 2018 die bisherige Einheitsbewertung als verfassungswidrig erkl\u00e4rt hatte. Der Gesetzgeber wurde daraufhin aufgefordert, ein neues Bewertungsverfahren zu schaffen. Das nun angewendete Bundesmodell soll einen \u201eobjektiviert-realen Grundsteuerwert\u201c im Rahmen eines Korridors von gemeinen Werten (Verkehrswerten) sicherstellen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Gegenstand der Klage<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im verhandelten Fall ging es um die Bewertung einer Eigentumswohnung in Nordrhein-Westfalen. Die Kl\u00e4ger kritisierten insbesondere den angesetzten Bodenrichtwert von 2.280 Euro und verglichen ihn mit einem wesentlich niedrigeren Richtwert von 530 Euro f\u00fcr eine andere, in ihrer Ansicht nach besser gelegenen Wohnung in der N\u00e4he. Sie hielten die neue Bewertung nach dem Bundesmodell f\u00fcr verfassungswidrig, da der Grundsteuermessbetrag sich erheblich erh\u00f6ht habe.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Entscheidung des Gerichts<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der 4. Senat des Finanzgerichts K\u00f6ln wies die Klage ab und best\u00e4tigte, dass die neue Wertermittlung nach dem Bewertungsgesetz verfassungskonform sei. Das Urteil unterstrich folgende Aspekte:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Spielraum des Gesetzgebers:<\/strong> Das Bundesverfassungsgericht hatte dem Gesetzgeber in seinen fr\u00fcheren Entscheidungen einen gro\u00dfen Typisierungs- und Pauschalierungsspielraum einger\u00e4umt, insbesondere in Verfahren mit einer hohen Anzahl von Bewertungen, wie es bei der Grundsteuer der Fall ist.<\/li><li><strong>Automationsfreundliches Verfahren:<\/strong> Aufgrund der rund 36 Millionen Neubewertungen von Grundst\u00fccken sei ein m\u00f6glichst einfaches und automationsfreundliches Bewertungsverfahren notwendig. Die Verwendung von Bodenrichtwerten habe sich in der Vergangenheit sowohl steuerrechtlich als auch bei Verkehrsermittlungen von Grundst\u00fccken bew\u00e4hrt.<\/li><li><strong>Vergleich der Lagen:<\/strong> Die von den Kl\u00e4gern zum Vergleich herangezogene Wohnung befand sich in einer Zone, die als \u201eGewerbe\/Industrie\/Sondergebiet\u201c ausgewiesen ist, in der N\u00e4he einer Bahntrasse. Die zu bewertende Wohnung lag dagegen in einer gefragten Wohnlage. Das Gericht sah daher keinen \u201eTypisierungsausrei\u00dfer\u201c oder eine Verletzung des \u00dcberma\u00dfverbots.<\/li><li><strong>Nachweis des niedrigeren Verkehrswerts:<\/strong> Der zum 1. Januar 2022 festgestellte Grundsteuerwert entsprach nur etwa 66 % des Kaufpreises, den die Kl\u00e4ger zweieinhalb Jahre vor dem Bewertungsstichtag gezahlt hatten. Dies entsprach den gesetzlichen Vorgaben.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ausblick<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Urteil des Finanzgerichts K\u00f6ln bildet ein Musterverfahren f\u00fcr zahlreiche \u00e4hnliche Streitf\u00e4lle, die aktuell bei Finanzgerichten und Finanz\u00e4mtern anh\u00e4ngig sind. Der Senat hat die Revision zum Bundesfinanzhof zugelassen, sodass weitere rechtliche Kl\u00e4rungen zu erwarten sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: Finanzgericht K\u00f6ln<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>FG K\u00f6ln, Pressemitteilung vom 27.09.2024 zum Urteil 4 K 2189\/23 vom 19.09.2024 Das Finanzgericht K\u00f6ln hat in einem wegweisenden Urteil entschieden, dass die neuen Bewertungsvorschriften f\u00fcr die Grundsteuer im sogenannten Bundesmodell nicht verfassungswidrig sind. Damit wurde die Klage einer Immobilieneigent\u00fcmerin gegen den Grundsteuerbescheid abgewiesen. 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