{"id":75658,"date":"2024-10-11T10:42:59","date_gmt":"2024-10-11T08:42:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=75658"},"modified":"2024-10-11T10:42:59","modified_gmt":"2024-10-11T08:42:59","slug":"bfh-keine-erweiterte-kuerzung-im-organkreis-beim-weitervermietungsmodell","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/bfh-keine-erweiterte-kuerzung-im-organkreis-beim-weitervermietungsmodell\/","title":{"rendered":"<strong>BFH: Keine erweiterte K\u00fcrzung im Organkreis beim Weitervermietungsmodell<\/strong>"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>BFH, Pressemitteilung Nr. 40\/24 vom 10.10.2024 zum Urteil III R 41\/22 vom 11.07.2024<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 11. Juli 2024 (Az. III R 41\/22) entschieden, dass die erweiterte K\u00fcrzung nach \u00a7 9 Nr. 1 Satz 2 Gewerbesteuergesetz (GewStG) f\u00fcr ein Grundst\u00fccksunternehmen, das als Organgesellschaft innerhalb einer Organschaft Immobilien an eine andere Organgesellschaft verpachtet, nicht gew\u00e4hrt werden kann, wenn diese den Grundbesitz an Dritte au\u00dferhalb des Organkreises weitervermietet.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Sachverhalt<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kl\u00e4gerin, eine Wohnungsanbieterin und Organtr\u00e4gerin, hatte ihre Immobilien \u00fcber eine zentrale Managementgesellschaft (W-GmbH) an Dritte au\u00dferhalb des Konzerns weitervermietet. Die W-GmbH selbst war nicht Eigent\u00fcmerin der Grundst\u00fccke, sondern fungierte als Verwalterin und Mietvermittlerin im sogenannten Weitervermietungsmodell. Die von der W-GmbH gezahlten Pachtaufwendungen an die anderen Organgesellschaften wurden als Aufwand verbucht, jedoch nicht gem\u00e4\u00df \u00a7 8 Nr. 1 Buchst. e GewStG hinzugerechnet.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Entscheidung des BFH<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der BFH hob das Urteil des Finanzgerichts auf und entschied zugunsten des Finanzamts. Obwohl die Organgesellschaften formal die Voraussetzungen f\u00fcr die erweiterte K\u00fcrzung gem\u00e4\u00df \u00a7 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG erf\u00fcllten, da sie ausschlie\u00dflich eigene Immobilien an die W-GmbH verpachteten, stand die Organschaft einer Anwendung der erweiterten K\u00fcrzung entgegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Innerhalb einer Organschaft wird der Gewerbeertrag des gesamten Organkreises auf der Grundlage der addierten, einzelnen Gewerbeertr\u00e4ge der Organgesellschaften und des Organtr\u00e4gers berechnet. Dabei d\u00fcrfen nach \u00a7 2 Abs. 2 Satz 2 GewStG keine steuerlichen Vorteile oder Benachteiligungen aus Gesch\u00e4ftsbeziehungen innerhalb des Organkreises entstehen, es sei denn, sie gleichen sich aus. Bei der Anwendung der erweiterten K\u00fcrzung w\u00e4re die Neutralit\u00e4t dieser innerorganisatorischen Beziehungen gest\u00f6rt, da die Pachtertr\u00e4ge der Immobiliengesellschaften gewerbesteuermindernd herausgenommen w\u00fcrden, w\u00e4hrend die Pachtaufwendungen in der Bemessungsgrundlage verblieben. Dies h\u00e4tte zu einer unberechtigten Steuerersparnis gef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Bedeutung f\u00fcr das Weitervermietungsmodell<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Urteil zeigt, dass das sogenannte Weitervermietungsmodell, bei dem eine Organgesellschaft ihre Immobilien an eine weitere Organgesellschaft verpachtet, die diese dann an Dritte weitervermietet, steuerlich nicht die Vorteile der erweiterten K\u00fcrzung nach \u00a7 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG beanspruchen kann. Dies gilt selbst dann, wenn die Immobilien ausschlie\u00dflich f\u00fcr eigene Zwecke innerhalb des Konzerns verwendet werden. Das Urteil betont die Notwendigkeit der steuerlichen Korrespondenz zwischen Aufwendungen und Ertr\u00e4gen innerhalb des Organkreises.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der BFH hat klargestellt, dass bei einer gewerbesteuerlichen Organschaft die erweiterte K\u00fcrzung nach \u00a7 9 Nr. 1 Satz 2 GewStG im Rahmen eines Weitervermietungsmodells nicht greift. Unternehmen, die \u00e4hnliche Strukturen verwenden, m\u00fcssen daher sorgf\u00e4ltig pr\u00fcfen, ob sie die Voraussetzungen der erweiterten K\u00fcrzung erf\u00fcllen, um unberechtigte Steuerentlastungen zu vermeiden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Quelle:<\/strong> Bundesfinanzhof, Pressemitteilung Nr. 40\/24 vom 10.10.2024.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BFH, Pressemitteilung Nr. 40\/24 vom 10.10.2024 zum Urteil III R 41\/22 vom 11.07.2024 Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 11. Juli 2024 (Az. 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