{"id":75670,"date":"2024-10-11T10:50:48","date_gmt":"2024-10-11T08:50:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=75670"},"modified":"2024-10-11T10:50:48","modified_gmt":"2024-10-11T08:50:48","slug":"bfh-erlass-eines-duldungsbescheids-nach-restschuldbefreiung-des-steuerschuldners","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/bfh-erlass-eines-duldungsbescheids-nach-restschuldbefreiung-des-steuerschuldners\/","title":{"rendered":"<strong>BFH: Erlass eines Duldungsbescheids nach Restschuldbefreiung des Steuerschuldners<\/strong>"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>BFH, Urteil VII R 32\/22 vom 06.08.2024<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Bundesfinanzhof (BFH) hat in seinem Urteil vom 6. August 2024 (Az. VII R 32\/22) entschieden, dass ein Duldungsbescheid erlischt, wenn die zugrunde liegenden Anspr\u00fcche aus dem Steuerschuldverh\u00e4ltnis durch die Zahlung eines Dritten beglichen werden. In einem solchen Fall ist eine gegen den Duldungsbescheid gerichtete Anfechtungsklage mangels Rechtsschutzbed\u00fcrfnisses unzul\u00e4ssig. Das Urteil kl\u00e4rt auch, dass eine Restschuldbefreiung des Steuerschuldners die Pflicht zur Duldung der Zwangsvollstreckung in das unbewegliche Verm\u00f6gen nicht aufhebt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Leits\u00e4tze des BFH<\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li><strong>Erl\u00f6schen des Duldungsbescheids bei Zahlung eines Dritten<\/strong><br \/>Ein Duldungsbescheid verliert seine Wirkung, wenn die dem Bescheid zugrunde liegenden Steuerforderungen durch eine Zahlung eines Dritten beglichen werden. In einem solchen Fall er\u00fcbrigt sich die Anfechtung des Duldungsbescheids, da kein Rechtsschutzinteresse mehr besteht.<\/li><li><strong>Rechtswidrigkeit nach Erledigung<\/strong><br \/>Trotz Erledigung des Duldungsbescheids kann ein berechtigtes Interesse an der Feststellung der Rechtswidrigkeit des Bescheids bestehen, wenn der Dritte die R\u00fcckgew\u00e4hr seiner Zahlung begehrt. Dies wird nach \u00a7 100 Abs. 1 Satz 4 der Finanzgerichtsordnung (FGO) als berechtigtes Interesse anerkannt.<\/li><li><strong>Restschuldbefreiung und Zwangsvollstreckung<\/strong><br \/>Der BFH stellte klar, dass die Pflicht zur Duldung der Zwangsvollstreckung in unbewegliches Verm\u00f6gen nach \u00a7 191 Abs. 1 Satz 1 Alternative 2 i. V. m. \u00a7 323 Abgabenordnung (AO) nicht durch eine Restschuldbefreiung gem\u00e4\u00df \u00a7 300 Abs. 1 der Insolvenzordnung (InsO) entf\u00e4llt. Dies bedeutet, dass eine Restschuldbefreiung den Steuerschuldner nicht von der Verpflichtung befreit, eine Zwangsvollstreckung in sein unbewegliches Verm\u00f6gen zu dulden.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Hintergrund<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im vorliegenden Fall wurde einem Steuerschuldner Restschuldbefreiung nach Abschluss eines Insolvenzverfahrens gew\u00e4hrt. Der Gl\u00e4ubiger (das Finanzamt) erlie\u00df daraufhin einen Duldungsbescheid gegen einen Dritten, der ein unbewegliches Verm\u00f6gen des Steuerschuldners belastet hatte. Nachdem der Dritte die zugrunde liegenden Steuerforderungen beglich, erlosch der Duldungsbescheid. Der Dritte klagte jedoch weiter gegen den Bescheid, um die R\u00fcckzahlung der geleisteten Betr\u00e4ge zu erreichen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Entscheidung des BFH<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der BFH entschied, dass die Anfechtung des Duldungsbescheids in diesem Fall unzul\u00e4ssig sei, da die Steuerforderungen durch die Zahlung des Dritten beglichen wurden und der Bescheid damit erlosch. Gleichzeitig stellte der BFH fest, dass ein berechtigtes Interesse an der Feststellung der Rechtswidrigkeit des Bescheids besteht, wenn der Dritte die R\u00fcckzahlung der geleisteten Betr\u00e4ge fordert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dar\u00fcber hinaus stellte der BFH klar, dass die Restschuldbefreiung des Steuerschuldners die Verpflichtung zur Duldung der Zwangsvollstreckung in unbewegliches Verm\u00f6gen nicht aufhebt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Urteil des BFH hat wichtige Auswirkungen auf die Vollstreckung von Steuerforderungen nach einer Restschuldbefreiung. Insbesondere stellt es klar, dass ein Duldungsbescheid erlischt, wenn die zugrunde liegenden Forderungen durch einen Dritten beglichen werden, und dass eine Restschuldbefreiung die Zwangsvollstreckung in unbewegliches Verm\u00f6gen nicht verhindert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Quelle:<\/strong> Bundesfinanzhof, Urteil VII R 32\/22 vom 06.08.2024.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BFH, Urteil VII R 32\/22 vom 06.08.2024 Der Bundesfinanzhof (BFH) hat in seinem Urteil vom 6. August 2024 (Az. VII R 32\/22) entschieden, dass ein Duldungsbescheid erlischt, wenn die zugrunde liegenden Anspr\u00fcche aus dem Steuerschuldverh\u00e4ltnis durch die Zahlung eines Dritten beglichen werden. 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