{"id":75805,"date":"2024-11-06T12:25:36","date_gmt":"2024-11-06T10:25:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=75805"},"modified":"2024-11-06T12:25:36","modified_gmt":"2024-11-06T10:25:36","slug":"elektronische-rechnung-und-digitales-reporting-vida-eu-rat-erreicht-allgemeine-einigung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/elektronische-rechnung-und-digitales-reporting-vida-eu-rat-erreicht-allgemeine-einigung\/","title":{"rendered":"<strong>Elektronische Rechnung und digitales Reporting (ViDA): EU-Rat erreicht allgemeine Einigung<\/strong>"},"content":{"rendered":"\n<p>Der Rat der EU hat am 5. November 2024 eine allgemeine Ausrichtung zu ViDA (VAT in the Digital Age) erzielt, eine bedeutende Entscheidung zur Digitalisierung der Mehrwertsteuerverwaltung in Europa. Dieser Schritt erm\u00f6glicht nun die Annahme eines entsprechenden Rechtstextes, die voraussichtlich ohne weitere H\u00fcrden verlaufen wird. Der entscheidende Durchbruch kam, nachdem Estland sein Blockadeveto gegen eine andere S\u00e4ule des ViDA-Pakets aufgehoben hatte.<\/p>\n\n\n\n<h3>Wichtige Eckpunkte und Zeitplan der ViDA-Regelungen<\/h3>\n\n\n\n<ul><li><strong>Zeitplan<\/strong>: Ab Juli 2030 sollen die neuen Anforderungen zur digitalen Berichterstattung und zur elektronischen Rechnungsstellung verpflichtend gelten. Eine Harmonisierung der nationalen Systeme ist bis Januar 2035 vorgesehen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h4>Elektronische Rechnung: Standardisierung und Anforderungen<\/h4>\n\n\n\n<p>Die elektronische Rechnung wird zum Standardverfahren f\u00fcr Rechnungen in der EU. Die Definition umfasst nur elektronische Rechnungen in einem strukturierten Format, das eine automatisierte und elektronische Verarbeitung erm\u00f6glicht, gem\u00e4\u00df der <strong>Richtlinie 2014\/55\/EU<\/strong>. Hybridrechnungen, die sowohl strukturierte Daten als auch menschenlesbare Informationen enthalten, bleiben zul\u00e4ssig.<\/p>\n\n\n\n<p>Wesentliche Punkte:<\/p>\n\n\n\n<ul><li><strong>Pflicht zur elektronischen Rechnung<\/strong>: Die elektronische Rechnungsstellung wird zum Standard f\u00fcr grenz\u00fcberschreitende Transaktionen, wobei f\u00fcr inl\u00e4ndische Lieferungen nationale Abweichungen erlaubt sind.<\/li><li><strong>Kein Einverst\u00e4ndnis des Empf\u00e4ngers<\/strong>: K\u00fcnftig ist die Zustimmung des Empf\u00e4ngers zur elektronischen Rechnungsstellung nicht mehr erforderlich (Art. 232).<\/li><li><strong>Fristen f\u00fcr Rechnungsausstellung<\/strong>:<ul><li>Ab 01.07.2027: Rechnungen sind sp\u00e4testens am 15. Tag des Folgemonats nach dem steuerbaren Ereignis auszustellen.<\/li><li>Ab 01.07.2030: Rechnungen m\u00fcssen innerhalb von 10 Tagen nach dem steuerbaren Ereignis oder bei Anzahlungen sp\u00e4testens 10 Tage nach Zahlungseingang ausgestellt werden.<\/li><\/ul><\/li><li><strong>Aufhebung der zusammenfassenden Meldungen<\/strong>: Die Pflicht zur Abgabe zusammenfassender Meldungen f\u00fcr innergemeinschaftliche Transaktionen entf\u00e4llt (Erw. 11).<\/li><li><strong>Vorsteuerabzug nur bei elektronischer Rechnung<\/strong>: Optional k\u00f6nnen Mitgliedstaaten den Vorsteuerabzug f\u00fcr den Empf\u00e4nger nur dann erm\u00f6glichen, wenn er eine elektronische Rechnung besitzt (Art. 168).<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h4>Digitales Reporting: Meldepflichten und technische Unterst\u00fctzung<\/h4>\n\n\n\n<ul><li><strong>Meldepflicht bei Empfang<\/strong>: Der Empf\u00e4nger muss innerhalb von 5 Tagen nach Erhalt der Rechnung die Daten melden, um einen Datenabgleich durch die Steuerbeh\u00f6rden zu erm\u00f6glichen.<\/li><li><strong>Technische Umsetzung<\/strong>: Mitgliedstaaten m\u00fcssen den Steuerpflichtigen die technischen Mittel f\u00fcr die Daten\u00fcbermittlung bereitstellen. Die \u00dcbermittlung kann direkt, durch Dritte oder \u00fcber ein \u00f6ffentliches Portal erfolgen.<\/li><li><strong>Inhalt des Reportings<\/strong>: \u00dcber das bisherige System der Zusammenfassenden Meldungen hinaus m\u00fcssen k\u00fcnftig weitere Angaben gemacht werden, etwa Bankverbindungen, um finanzielle Str\u00f6me nachzuvollziehen (Art. 264).<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h4>Nationale Vorschriften und \u00dcbergangsregelungen<\/h4>\n\n\n\n<p>Mitgliedstaaten k\u00f6nnen zus\u00e4tzliche Anforderungen f\u00fcr die Mehrwertsteuererhebung einf\u00fchren, jedoch keine zus\u00e4tzlichen Rechnungs- oder Meldepflichten. L\u00e4nder mit nationalen Echtzeit-Transaktionsmeldesystemen haben bis Januar 2035 Zeit, ihre Systeme an die neuen EU-weiten Vorgaben anzupassen.<\/p>\n\n\n\n<h3>Fazit: Effiziente und transparente Steuerverwaltung in der EU<\/h3>\n\n\n\n<p>Mit der ViDA-Initiative bringt die EU eine umfangreiche Modernisierung der Steuerberichterstattung und Rechnungsstellung auf den Weg. F\u00fcr Unternehmen bedeutet dies ab 2030 eine einheitliche digitale Plattform f\u00fcr die elektronische Rechnungsstellung und Berichterstattung. Diese Ma\u00dfnahmen sollen den Besteuerungsprozess vereinfachen und die Steuertransparenz erh\u00f6hen, indem Finanzbeh\u00f6rden effizienter auf die Transaktionsdaten zugreifen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Quelle: DATEV Informationsb\u00fcro Br\u00fcssel<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Rat der EU hat am 5. November 2024 eine allgemeine Ausrichtung zu ViDA (VAT in the Digital Age) erzielt, eine bedeutende Entscheidung zur Digitalisierung der Mehrwertsteuerverwaltung in Europa. Dieser Schritt erm\u00f6glicht nun die Annahme eines entsprechenden Rechtstextes, die voraussichtlich ohne weitere H\u00fcrden verlaufen wird. 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