{"id":75899,"date":"2024-11-15T13:30:14","date_gmt":"2024-11-15T11:30:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=75899"},"modified":"2024-11-15T13:30:14","modified_gmt":"2024-11-15T11:30:14","slug":"klage-gegen-deutschland-einschraenkung-des-freien-kapitalverkehrs-bei-immobiliengewinnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/klage-gegen-deutschland-einschraenkung-des-freien-kapitalverkehrs-bei-immobiliengewinnen\/","title":{"rendered":"<strong>Klage gegen Deutschland: Einschr\u00e4nkung des freien Kapitalverkehrs bei Immobiliengewinnen<\/strong>"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Europ\u00e4ische Kommission hat am 14. November 2024 angek\u00fcndigt, Deutschland vor dem Gerichtshof der Europ\u00e4ischen Union (EuGH) zu verklagen. Grund daf\u00fcr ist die diskriminierende steuerliche Behandlung von reinvestierten Ver\u00e4u\u00dferungsgewinnen aus dem Verkauf von Immobilien, die den freien Kapitalverkehr einschr\u00e4nkt.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Hintergrund: Steueraufschub bei Immobilienverk\u00e4ufen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das deutsche Einkommensteuergesetz erlaubt einen Steueraufschub f\u00fcr Ver\u00e4u\u00dferungsgewinne, wenn diese in neue Verm\u00f6genswerte reinvestiert werden. Dies gilt jedoch nur, wenn die Immobilie mindestens sechs Jahre lang einer Betriebsst\u00e4tte in Deutschland zugeordnet war.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>F\u00fcr deutsche Unternehmen<\/strong>: Es wird automatisch angenommen, dass diese \u00fcber eine Betriebsst\u00e4tte in Deutschland verf\u00fcgen, auch wenn sie in Deutschland keiner aktiven Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit nachgehen.<\/li><li><strong>F\u00fcr Unternehmen aus anderen EU-\/EWR-Staaten<\/strong>: Der Steueraufschub wird verweigert, wenn sie keine Betriebsst\u00e4tte in Deutschland nachweisen k\u00f6nnen, selbst wenn sie Immobilien in Deutschland besitzen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese unterschiedliche Behandlung diskriminiert Unternehmen aus anderen Mitgliedstaaten und schr\u00e4nkt den freien Kapitalverkehr gem\u00e4\u00df Artikel 63 des Vertrags \u00fcber die Arbeitsweise der Europ\u00e4ischen Union (AEUV) und Artikel 40 des EWR-Abkommens ein.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Die Kritik der Kommission<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kommission argumentiert, dass die steuerliche Ungleichbehandlung nicht gerechtfertigt ist. Insbesondere wird darauf hingewiesen, dass der EuGH bereits in einem fr\u00fcheren Fall (C-591\/13, Kommission\/Deutschland) festgestellt hat, dass die deutsche Praxis gegen EU-Recht verst\u00f6\u00dft.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotz intensiver Gespr\u00e4che seit 2019 und einer mit Gr\u00fcnden versehenen Stellungnahme der Kommission im selben Jahr hat Deutschland keine zufriedenstellenden \u00c4nderungen vorgenommen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>M\u00f6gliche Auswirkungen der Klage<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li><strong>Konsequenzen f\u00fcr Deutschland<\/strong>:<ul><li>Sollte der EuGH die Position der Kommission best\u00e4tigen, m\u00fcsste Deutschland das Einkommensteuergesetz \u00e4ndern, um die Regelungen EU-konform zu gestalten.<\/li><li>Es k\u00f6nnten R\u00fcckerstattungen f\u00fcr betroffene Unternehmen anfallen.<\/li><\/ul><\/li><li><strong>Auswirkungen auf Unternehmen<\/strong>:<ul><li>Unternehmen aus anderen EU-\/EWR-Staaten, die Immobilien in Deutschland besitzen, k\u00f6nnten k\u00fcnftig von denselben Steuervorteilen profitieren wie deutsche Unternehmen.<\/li><li>Dies k\u00f6nnte die Attraktivit\u00e4t von Investitionen in den deutschen Immobilienmarkt steigern.<\/li><\/ul><\/li><li><strong>Signalwirkung in der EU<\/strong>:<ul><li>Die Klage betont die Bedeutung des freien Kapitalverkehrs und die Verpflichtung der Mitgliedstaaten, diskriminierungsfreie steuerliche Rahmenbedingungen zu schaffen.<\/li><\/ul><\/li><\/ol>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Fazit<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Klage der Europ\u00e4ischen Kommission unterstreicht, dass nationale steuerliche Regelungen, die den freien Kapitalverkehr innerhalb der EU einschr\u00e4nken, nicht haltbar sind. F\u00fcr Unternehmen, die von den diskriminierenden Regelungen betroffen sind, k\u00f6nnte ein EuGH-Urteil zugunsten der Kommission neue M\u00f6glichkeiten schaffen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn Sie als Unternehmen mit Immobilieninvestitionen in Deutschland betroffen sind, stehen wir Ihnen gerne zur Seite. Wir unterst\u00fctzen Sie bei der Pr\u00fcfung Ihrer steuerlichen Anspr\u00fcche und der Einhaltung zuk\u00fcnftiger EU-konformer Regelungen. <strong>Kontaktieren Sie uns f\u00fcr eine individuelle Beratung!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Europ\u00e4ische Kommission hat am 14. November 2024 angek\u00fcndigt, Deutschland vor dem Gerichtshof der Europ\u00e4ischen Union (EuGH) zu verklagen. Grund daf\u00fcr ist die diskriminierende steuerliche Behandlung von reinvestierten Ver\u00e4u\u00dferungsgewinnen aus dem Verkauf von Immobilien, die den freien Kapitalverkehr einschr\u00e4nkt. 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