{"id":75926,"date":"2024-11-18T12:27:21","date_gmt":"2024-11-18T10:27:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=75926"},"modified":"2024-11-18T12:27:21","modified_gmt":"2024-11-18T10:27:21","slug":"erbverzicht-und-erbschaftsteuer-bfh-urteil-zum-freibetrag-fuer-enkelkinder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/erbverzicht-und-erbschaftsteuer-bfh-urteil-zum-freibetrag-fuer-enkelkinder\/","title":{"rendered":"Erbverzicht und Erbschaftsteuer: BFH-Urteil zum Freibetrag f\u00fcr Enkelkinder"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein aktuelles Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) sorgt f\u00fcr Klarheit bei der Erbschaftsteuer: Enkelkinder, deren Eltern auf ihr Erbe verzichtet haben, k\u00f6nnen <strong>nicht den h\u00f6heren Freibetrag<\/strong> f\u00fcr &#8222;Kinder verstorbener Kinder&#8220; beanspruchen (Urteil vom 31. Juli 2024, II R 13\/22).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Worum ging es in dem Fall?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Enkel erbte von seinem Gro\u00dfvater. Sein Vater hatte zuvor auf sein Erbe verzichtet. Der Enkel berief sich auf die &#8222;Vorversterbensfiktion&#8220; im Zivilrecht (\u00a7 2346 BGB) und forderte den h\u00f6heren Freibetrag von 400.000 Euro. Das Finanzamt lehnte ab, da der Vater nicht tats\u00e4chlich verstorben war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die Entscheidung des BFH:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der BFH gab dem Finanzamt recht. Die wichtigsten Argumente:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Wortlaut des Gesetzes:<\/strong> \u00a7 16 Abs. 1 Nr. 2 ErbStG spricht von &#8222;verstorbenen Kindern&#8220;, nicht von fiktiv Verstorbenen.<\/li><li><strong>Systematik:<\/strong> Die Freibetr\u00e4ge unterscheiden zwischen Kindern (400.000 Euro) und Enkeln (200.000 Euro). Der h\u00f6here Freibetrag f\u00fcr Enkel gilt nur bei tats\u00e4chlich verstorbenen Eltern.<\/li><li><strong>Zweck der Regelung:<\/strong> Der h\u00f6here Freibetrag soll den Erblasser entlasten, wenn er die finanzielle Verantwortung f\u00fcr die Enkel \u00fcbernimmt.<\/li><li><strong>Keine Analogie:<\/strong> Es gibt keine Gesetzesl\u00fccke, die eine analoge Anwendung rechtfertigt.<\/li><li><strong>Keine Verletzung von Grundrechten:<\/strong> Die unterschiedliche Behandlung von tats\u00e4chlich und fiktiv verstorbenen Kindern ist sachlich gerechtfertigt.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Bedeutung des Urteils:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Urteil zeigt, dass das Erbschaftsteuerrecht nicht immer den Fiktionen des Zivilrechts folgt. Es dient dazu, das Gleichgewicht der steuerlichen Freibetr\u00e4ge zu wahren und Steuerumgehungen zu verhindern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Unser Tipp:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lassen Sie sich bei Fragen zur Erbschaftsteuer und zu Erbverzichtsvertr\u00e4gen von einem Steuerberater beraten. Wir helfen Ihnen gerne, die optimale Gestaltung zu finden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Kontaktieren Sie uns f\u00fcr eine pers\u00f6nliche Beratung!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ihr Steuerberater-Team<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein aktuelles Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) sorgt f\u00fcr Klarheit bei der Erbschaftsteuer: Enkelkinder, deren Eltern auf ihr Erbe verzichtet haben, k\u00f6nnen nicht den h\u00f6heren Freibetrag f\u00fcr &#8222;Kinder verstorbener Kinder&#8220; beanspruchen (Urteil vom 31. Juli 2024, II R 13\/22). Worum ging es in dem Fall? 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