{"id":75969,"date":"2024-11-25T13:24:23","date_gmt":"2024-11-25T11:24:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=75969"},"modified":"2024-11-25T13:24:23","modified_gmt":"2024-11-25T11:24:23","slug":"neue-grundsteuer-keine-sonderlasten-fuer-unternehmen-durch-die-hintertuer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/neue-grundsteuer-keine-sonderlasten-fuer-unternehmen-durch-die-hintertuer\/","title":{"rendered":"<strong>Neue Grundsteuer: Keine Sonderlasten f\u00fcr Unternehmen durch die Hintert\u00fcr!<\/strong>"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit der fl\u00e4chendeckenden Einf\u00fchrung des <a href=\"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/Steuerrechner\/Grundsteuer.html\">neuen Grundsteuerrechts ab 2025<\/a> steht eine Reform bevor, die Unternehmen vor erhebliche Herausforderungen stellen k\u00f6nnte. Urspr\u00fcnglich sollte die Reform laut Bundesverfassungsgericht (BVerfG) nicht zu einer Mehrbelastung f\u00fchren, sondern aufkommensneutral gestaltet sein. Doch erste Zahlen zeigen: Viele Unternehmen k\u00f6nnten durch die neue Regelung unverh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig belastet werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Grundsteuerreform \u2013 Ausgangslage und Modelle<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das neue Grundsteuerrecht wurde notwendig, weil das BVerfG die bisherige Regelung f\u00fcr verfassungswidrig erkl\u00e4rte. Die Bundesl\u00e4nder hatten dabei die M\u00f6glichkeit, eigene Wege zu gehen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Bundesmodell:<\/strong> Die meisten L\u00e4nder haben sich f\u00fcr das komplexe Bundesmodell entschieden.<\/li><li><strong>Alternative Landesmodelle:<\/strong> Hamburg, Niedersachsen, Hessen, Bayern und Baden-W\u00fcrttemberg setzten auf vereinfachte, eigene Regelungen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Ziel der Reform, die Grundsteuer aufkommensneutral zu gestalten, bezieht sich nicht auf einzelne Steuerzahler, sondern auf die Gesamteinnahmen der Kommunen. Schon jetzt zeigt sich jedoch, dass viele Gemeinden das Jahr 2024 genutzt haben, um durch Anhebung der Hebes\u00e4tze ihre Einnahmebasis vorab zu erh\u00f6hen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Steuererh\u00f6hungen und ihre Folgen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr Unternehmen ist die H\u00f6he der Grundsteuer ein entscheidender Standortfaktor. Gemeinden mit hohen Hebes\u00e4tzen riskieren, im interregionalen und internationalen Wettbewerb an Attraktivit\u00e4t zu verlieren. Doch die aktuelle Entwicklung zeigt:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Die Hebes\u00e4tze der Grundsteuer B (f\u00fcr betrieblich genutzte Grundst\u00fccke) stiegen im Jahr 2024 <strong>um durchschnittlich 14 Prozentpunkte auf 568 Prozent<\/strong>.<\/li><li>Extreme Beispiele wie Niederkassel, wo der Hebesatz um 410 Prozentpunkte stieg, zeigen, wie unterschiedlich die Belastungen ausfallen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Benachteiligung durch gesplittete Messzahlen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die neue Grundsteuer belastet Unternehmen h\u00e4ufig \u00fcberproportional. Das Bundesmodell legt unterschiedliche Messzahlen f\u00fcr Wohn- und Gewerbeimmobilien fest:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Wohnimmobilien:<\/strong> 0,31 Promille<\/li><li><strong>Gewerbeimmobilien:<\/strong> 0,34 Promille<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einige Bundesl\u00e4nder gehen noch weiter: In Bremen betr\u00e4gt die Messzahl f\u00fcr Nicht-Wohngrundst\u00fccke sogar 0,75 Promille. Diese Ungleichbehandlung f\u00fchrt dazu, dass Unternehmen in bestimmten Regionen deutlich mehr zahlen als Wohnimmobilienbesitzer.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Was sollte ge\u00e4ndert werden?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um die Standortbedingungen f\u00fcr Unternehmen zu verbessern und eine faire Verteilung der Steuerlast zu gew\u00e4hrleisten, schl\u00e4gt die DIHK (Deutscher Industrie- und Handelskammertag) folgende Ma\u00dfnahmen vor:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li><strong>Einheitliche Messzahlen:<\/strong> Die Messzahlen sollten unabh\u00e4ngig von der Art der Nutzung einheitlich festgelegt werden.<\/li><li><strong>Senkung der Hebes\u00e4tze:<\/strong> Kommunen sollten ihre Hebes\u00e4tze anpassen, um die Belastung f\u00fcr Unternehmen zu verringern.<\/li><li><strong>Verzicht auf Sonderregelungen:<\/strong> Landesgesetzliche Sondermesszahlen, wie sie in Bremen, Berlin oder Sachsen gelten, sollten abgeschafft werden.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Fazit: Fairness statt Sonderlasten<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Grundsteuerreform bietet die Chance, das Steuersystem gerechter und einfacher zu gestalten. Doch aktuelle Entwicklungen zeigen, dass viele Unternehmen durch h\u00f6here Messzahlen und Hebes\u00e4tze \u00fcberproportional belastet werden. Dies gef\u00e4hrdet nicht nur die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der betroffenen Betriebe, sondern auch die wirtschaftliche Attraktivit\u00e4t vieler Standorte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es liegt nun an den L\u00e4ndern und Gemeinden, die Reform so umzusetzen, dass sie keine \u201eSonderlasten durch die Hintert\u00fcr\u201c f\u00fcr Unternehmen schafft. Nur so k\u00f6nnen die urspr\u00fcnglichen Ziele der Reform \u2013 Fairness und Aufkommensneutralit\u00e4t \u2013 tats\u00e4chlich erreicht werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit der fl\u00e4chendeckenden Einf\u00fchrung des neuen Grundsteuerrechts ab 2025 steht eine Reform bevor, die Unternehmen vor erhebliche Herausforderungen stellen k\u00f6nnte. 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