{"id":76025,"date":"2024-11-30T13:22:04","date_gmt":"2024-11-30T11:22:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=76025"},"modified":"2024-11-30T13:22:04","modified_gmt":"2024-11-30T11:22:04","slug":"bekaempfung-schaedlicher-steuerpraktiken-in-der-eu-fortschritte-aber-weiterhin-luecken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/bekaempfung-schaedlicher-steuerpraktiken-in-der-eu-fortschritte-aber-weiterhin-luecken\/","title":{"rendered":"Bek\u00e4mpfung sch\u00e4dlicher Steuerpraktiken in der EU: Fortschritte, aber weiterhin L\u00fccken"},"content":{"rendered":"\n<h4 class=\"wp-block-heading\">\u00dcberblick: Bericht des Europ\u00e4ischen Rechnungshofs vom 28.11.2024<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Europ\u00e4ische Rechnungshof hat in einem neuen Bericht darauf hingewiesen, dass die EU erhebliche Fortschritte bei der Bek\u00e4mpfung sch\u00e4dlicher Steuerpraktiken gemacht hat. Dennoch bestehen weiterhin L\u00fccken in den Regelungen und der Umsetzung, die es internationalen Konzernen erm\u00f6glichen, Steuervorteile durch Gewinnverlagerungen auszunutzen. Die Verluste f\u00fcr die EU durch diese Praktiken werden auf bis zu <strong>100 Milliarden Euro pro Jahr<\/strong> gesch\u00e4tzt.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Kernaussagen des Berichts<\/h4>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li><strong>L\u00fccken in der EU-Steuergesetzgebung<\/strong><ul><li>Die direkte Besteuerung bleibt in der Hoheit der Mitgliedstaaten, was zu uneinheitlichen Umsetzungen der EU-Richtlinien f\u00fchrt.<\/li><li>Unterschiedliche Auslegungen und fehlende Leistungs\u00fcberwachung erschweren die Durchsetzung der Ma\u00dfnahmen.<\/li><li>\u00dcbergangsfristen f\u00fcr die R\u00fccknahme sch\u00e4dlicher Steuerregelungen sind oft zu lang, wodurch Unternehmen weiterhin von unfairen Vorteilen profitieren.<\/li><\/ul><\/li><li><strong>Komplexe Strategien internationaler Konzerne<\/strong><ul><li>Unternehmen nutzen Unterschiede in den Steuersystemen, um ihre Steuerlast zu senken.<\/li><li>Aggressive Steuerplanung f\u00fchrt zu unfairem Wettbewerb zwischen Unternehmen und belastet ehrliche Steuerzahler sowie Mitgliedstaaten, die Einnahmeverluste hinnehmen m\u00fcssen.<\/li><\/ul><\/li><li><strong>M\u00e4ngel bei der Daten\u00fcberwachung und Sanktionen<\/strong><ul><li>Informationen \u00fcber grenz\u00fcberschreitende Steuerpraktiken werden zwar ausgetauscht, jedoch oft unzureichend gepr\u00fcft und selten genutzt.<\/li><li>Strafen bei Verst\u00f6\u00dfen gegen Meldepflichten sind in vielen L\u00e4ndern nicht abschreckend genug.<\/li><\/ul><\/li><li><strong>Fortschritte und Herausforderungen bei internationalen Steuerregelungen<\/strong><ul><li>Die EU hat mit drei neuen Richtlinien wichtige Schritte unternommen, darunter die Richtlinie zur Bek\u00e4mpfung von Steuervermeidung und DAC 6.<\/li><li>Die \u00dcberpr\u00fcfung der praktischen Wirksamkeit dieser Richtlinien ist jedoch \u00fcberf\u00e4llig.<\/li><\/ul><\/li><\/ol>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Empfehlungen des Rechnungshofs<\/h4>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li><strong>Schlie\u00dfen der L\u00fccken<\/strong><br \/>Die EU-Kommission sollte ihre begrenzten Befugnisse voll aussch\u00f6pfen, um Schlupfl\u00f6cher zu schlie\u00dfen und klare Leitlinien f\u00fcr die Mitgliedstaaten zu entwickeln.<\/li><li><strong>Verbesserung der \u00dcberwachung<\/strong><br \/>Es wird ein einheitliches und effizientes Leistungs\u00fcberwachungssystem vorgeschlagen, um die Wirksamkeit der Ma\u00dfnahmen besser beurteilen zu k\u00f6nnen.<\/li><li><strong>Qualit\u00e4t der Daten sicherstellen<\/strong><br \/>Die Mitgliedstaaten sollten den automatischen Austausch von Steuerinformationen konsequent nutzen und die gemeldeten Daten auf Vollst\u00e4ndigkeit und Richtigkeit pr\u00fcfen.<\/li><li><strong>Abschreckendere Sanktionen<\/strong><br \/>Strafen f\u00fcr Verst\u00f6\u00dfe gegen Meldepflichten sollten in allen Mitgliedstaaten so gestaltet werden, dass sie eine tats\u00e4chliche Abschreckungswirkung entfalten.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Bericht zeigt, dass die EU eine erste Verteidigungslinie gegen sch\u00e4dliche Steuerpraktiken eingerichtet hat, jedoch weiterhin gro\u00dfe Herausforderungen bei der Umsetzung und \u00dcberwachung bestehen. Eine engere Zusammenarbeit und einheitlichere Regelungen auf EU-Ebene k\u00f6nnten dazu beitragen, Steuervermeidung durch Konzerne effektiver zu bek\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr weitere Informationen finden Sie den vollst\u00e4ndigen Bericht auf der Website des Europ\u00e4ischen Rechnungshofs.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><strong>Quelle:<\/strong> Europ\u00e4ischer Rechnungshof, Pressemitteilung vom 28.11.2024<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcberblick: Bericht des Europ\u00e4ischen Rechnungshofs vom 28.11.2024 Der Europ\u00e4ische Rechnungshof hat in einem neuen Bericht darauf hingewiesen, dass die EU erhebliche Fortschritte bei der Bek\u00e4mpfung sch\u00e4dlicher Steuerpraktiken gemacht hat. 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