{"id":76151,"date":"2024-12-11T12:43:46","date_gmt":"2024-12-11T10:43:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=76151"},"modified":"2024-12-11T12:43:46","modified_gmt":"2024-12-11T10:43:46","slug":"sonderbericht-zu-schaedlichen-steuerregelungen-und-steuervermeidung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/sonderbericht-zu-schaedlichen-steuerregelungen-und-steuervermeidung\/","title":{"rendered":"<strong>Sonderbericht zu sch\u00e4dlichen Steuerregelungen und Steuervermeidung<\/strong>"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Europ\u00e4ische Rechnungshof (EuRH) hat am 28. November 2024 einen Sonderbericht zur Bek\u00e4mpfung sch\u00e4dlicher Steuerregelungen und Steuervermeidung durch Unternehmen ver\u00f6ffentlicht. Nachfolgend die wichtigsten Erkenntnisse und Empfehlungen:<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Schlussfolgerungen des EuRH<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Bericht hebt hervor, dass der bestehende EU-Rechtsrahmen, bestehend aus den drei Richtlinien zur Bek\u00e4mpfung der Steuervermeidung, DAC-6 und Mechanismen zur Beteiligung an Steuerstreitigkeiten, nur als erster Schritt bei der Bek\u00e4mpfung von Steuervermeidung und sch\u00e4dlichen Steuerregelungen angesehen werden kann.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Unzureichende Umsetzung und \u00dcberwachung:<\/strong><br \/>Der Bericht bem\u00e4ngelt die mangelnde Effizienz der Umsetzung und das Fehlen eines geeigneten \u00dcberwachungssystems zur Bewertung der Wirksamkeit dieser Ma\u00dfnahmen.<\/li><li><strong>Uneinheitliche Anwendung:<\/strong><br \/>Das Urteil des EuGH vom 29. Juli 2024 (C-623\/22) zeigt, dass unterschiedliche Interpretationen der DAC-6-Bestimmungen zu uneinheitlichen Meldepflichten f\u00fchren. Dies birgt das Risiko, dass grenz\u00fcberschreitende Steuervereinbarungen in einigen Mitgliedstaaten nicht gemeldet werden, w\u00e4hrend sie in anderen gemeldet werden m\u00fcssen.<\/li><li><strong>Berufsgruppenspezifische Ausnahmeregelungen:<\/strong><br \/>Kritisiert werden die Ausnahmen f\u00fcr Berufsgruppen wie Anw\u00e4lte, die einem Verschwiegenheitsgebot unterliegen. Diese Ausnahmen k\u00f6nnen laut EuRH insbesondere im grenz\u00fcberschreitenden Wirtschaftsverkehr mit Drittstaaten zu Regelungsl\u00fccken f\u00fchren. Die Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) betrachtet dies mit Besorgnis, da das anwaltliche Berufsgeheimnis infrage gestellt wird.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Empfehlungen des EuRH<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auf Grundlage der Ergebnisse fordert der EuRH die Europ\u00e4ische Kommission auf, folgende Ma\u00dfnahmen zu ergreifen:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li><strong>Klarstellung des EU-Rechtsrahmens:<\/strong><br \/>Uneinheitliche Interpretationen der DAC-6-Bestimmungen sollen durch pr\u00e4zisere Regelungen vermieden werden.<\/li><li><strong>Verbesserung der Berichtqualit\u00e4t:<\/strong><br \/>Die Qualit\u00e4t der DAC-6-Berichte muss erh\u00f6ht werden, um die Aussagekraft der gemeldeten Daten zu steigern.<\/li><li><strong>Angemessenheit von Sanktionen:<\/strong><br \/>Die Wirksamkeit und Verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfigkeit von Sanktionen sollen sichergestellt werden, um Steuervermeidung effektiv zu bek\u00e4mpfen.<\/li><li><strong>Unterst\u00fctzung der Gruppe \u201eVerhaltenskodex\u201c:<\/strong><br \/>Diese Gruppe sollte verst\u00e4rkt werden, um deren Handlungsspielraum bei der Bek\u00e4mpfung sch\u00e4dlicher Steuerregelungen zu erweitern.<\/li><li><strong>Monitoring der Ergebnisse:<\/strong><br \/>Die Auswirkungen der Ma\u00dfnahmen zur Bek\u00e4mpfung sch\u00e4dlicher Steuerregelungen und Steuervermeidung sollten systematisch \u00fcberwacht und bewertet werden.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Relevante Quellen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Presseerkl\u00e4rung (November 2024)<\/strong><\/li><li><strong>Sonderbericht des EuRH (November 2024)<\/strong><\/li><li><strong>Antworten der Kommission auf den Sonderbericht (November 2024)<\/strong><\/li><li><strong>Urteil des EuGH C-623\/22 (Juli 2024)<\/strong><\/li><li><strong>Nachrichten aus Br\u00fcssel 11\/2024 und 16\/2023<\/strong><\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Fazit<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Sonderbericht zeigt, dass die EU im Bereich der Steuervermeidung und sch\u00e4dlicher Steuerregelungen noch gro\u00dfe Herausforderungen zu bew\u00e4ltigen hat. Besonders die Uneinheitlichkeit der Meldepflichten und die Ausnahmeregelungen f\u00fcr Berufsgruppen wie Anw\u00e4lte bergen Risiken, die angegangen werden m\u00fcssen. Die Empfehlungen des EuRH bieten der EU-Kommission eine klare Grundlage, um die Effektivit\u00e4t der Ma\u00dfnahmen zu steigern und Steuervermeidung nachhaltiger zu bek\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Quelle:<\/strong> Bundesrechtsanwaltskammer, Nachrichten aus Br\u00fcssel \u2013 Ausgabe 21\/2024 vom 09.12.2024<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Europ\u00e4ische Rechnungshof (EuRH) hat am 28. November 2024 einen Sonderbericht zur Bek\u00e4mpfung sch\u00e4dlicher Steuerregelungen und Steuervermeidung durch Unternehmen ver\u00f6ffentlicht. 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