{"id":76179,"date":"2024-12-13T12:21:40","date_gmt":"2024-12-13T10:21:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=76179"},"modified":"2024-12-13T12:21:40","modified_gmt":"2024-12-13T10:21:40","slug":"anwaltschaft-und-steuerberaterschaft-warnen-vor-meldepflicht-fuer-innerstaatliche-steuergestaltungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/anwaltschaft-und-steuerberaterschaft-warnen-vor-meldepflicht-fuer-innerstaatliche-steuergestaltungen\/","title":{"rendered":"<strong>Anwaltschaft und Steuerberaterschaft warnen vor Meldepflicht f\u00fcr innerstaatliche Steuergestaltungen<\/strong>"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>BRAK, Mitteilung vom 12.12.2024<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Diskussion um die Einf\u00fchrung einer Meldepflicht f\u00fcr innerstaatliche Steuergestaltungen erhitzt erneut die Gem\u00fcter. Nachdem der Vorschlag im Rahmen des Wachstumschancengesetzes gescheitert war, taucht er nun im Entwurf des Steuerfortentwicklungsgesetzes wieder auf. Obwohl das Gesetz prim\u00e4r Entlastungen f\u00fcr Familien und Anpassungen im Einkommensteuertarif vorsieht, sorgt die geplante Meldepflicht f\u00fcr erhebliche Kritik seitens der Anwaltschaft und Steuerberaterschaft. Die Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) und die Bundessteuerberaterkammer (BStBK) warnen eindringlich vor den weitreichenden Folgen dieser Regelung.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Ein umstrittener Vorschlag kehrt zur\u00fcck<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Gesetz zur Fortentwicklung des Steuerrechts, das noch in dieser Legislaturperiode verabschiedet werden soll, enth\u00e4lt eine Regelung, die bereits im Wachstumschancengesetz f\u00fcr Kontroversen sorgte. Die vorgeschlagene Meldepflicht verpflichtet rechtliche und steuerliche Berater, innerstaatliche Steuergestaltungen an die Finanzbeh\u00f6rden zu melden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Ansatz war bereits im Jahr 2024 auf heftigen Widerstand gesto\u00dfen. Kritiker, darunter die BRAK, hatten betont, dass eine solche Pflicht das gesch\u00fctzte Mandatsgeheimnis verletzen w\u00fcrde \u2013 ein zentraler Grundpfeiler der Vertrauensbeziehung zwischen Beratern und ihren Mandanten. Trotzdem erscheint die Regelung nun nahezu unver\u00e4ndert im aktuellen Gesetzesentwurf.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Gef\u00e4hrdung von Mandatsgeheimnis und Vertrauen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">BRAK und BStBK haben gemeinsam mit anderen Spitzenverb\u00e4nden der deutschen Wirtschaft ihre Kritik erneuert. In einer gemeinsamen Stellungnahme betonen sie:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Verletzung des Mandatsgeheimnisses:<\/strong> Die geplante Meldepflicht widerspricht der j\u00fcngsten Rechtsprechung des Europ\u00e4ischen Gerichtshofs, der das Mandatsgeheimnis als besonders sch\u00fctzenswert eingestuft hat.<\/li><li><strong>B\u00fcrokratische Belastung:<\/strong> Die Meldepflicht steht im Widerspruch zu den von der Regierung angek\u00fcndigten Ma\u00dfnahmen zum Abbau von B\u00fcrokratie und w\u00fcrde erhebliche Ressourcen in Kanzleien und Unternehmen binden.<\/li><li><strong>Ersch\u00fctterung des Vertrauens:<\/strong> Mandanten m\u00fcssen sich darauf verlassen k\u00f6nnen, dass ihre Berater unabh\u00e4ngig und vertraulich agieren. Die Meldepflicht stellt dieses Vertrauen in Frage.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Widerstand der Verb\u00e4nde<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kritik beschr\u00e4nkt sich nicht auf die BRAK und die BStBK. Gemeinsam mit der Wirtschaftspr\u00fcferkammer, dem Bankenverband sowie dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag fordern sie, die Regelung aus dem Gesetzentwurf zu streichen. Der Vorwurf: Es sei undemokratisch und rechtsstaatlich bedenklich, eine bereits abgelehnte Regelung ohne wesentliche \u00c4nderungen erneut einzubringen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Forderung: Streichung der Regelung<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">BRAK und BStBK appellieren eindringlich an die Bundesregierung, die Regelung zur Meldepflicht f\u00fcr innerstaatliche Steuergestaltungen aus dem Entwurf des Steuerfortentwicklungsgesetzes zu entfernen und nicht erneut in einem Gesetzgebungsverfahren aufzugreifen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Anwaltschaft und Steuerberaterschaft fordern eine klare Abgrenzung zwischen staatlichen Interessen und dem notwendigen Schutz des Mandatsgeheimnisses. Nur so k\u00f6nne das Vertrauen in die rechts- und steuerberatenden Berufe langfristig erhalten bleiben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BRAK, Mitteilung vom 12.12.2024 Die Diskussion um die Einf\u00fchrung einer Meldepflicht f\u00fcr innerstaatliche Steuergestaltungen erhitzt erneut die Gem\u00fcter. Nachdem der Vorschlag im Rahmen des Wachstumschancengesetzes gescheitert war, taucht er nun im Entwurf des Steuerfortentwicklungsgesetzes wieder auf. 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