{"id":76282,"date":"2025-01-03T18:25:27","date_gmt":"2025-01-03T16:25:27","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=76282"},"modified":"2025-01-20T18:14:48","modified_gmt":"2025-01-20T16:14:48","slug":"vorsteuerabzug-bei-istversteuerern-neue-regelung-ab-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/vorsteuerabzug-bei-istversteuerern-neue-regelung-ab-2025\/","title":{"rendered":"Vorsteuerabzug bei Istversteuerern \u2013 Neue Regelung ab 2028"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ab 2028 tritt eine wichtige \u00c4nderung f\u00fcr den <strong>Vorsteuerabzug bei Leistungsbezug von Istversteuerern<\/strong> in Kraft. Diese Neuregelung hat erhebliche Auswirkungen auf Unternehmen, die Leistungen von Unternehmern beziehen, die nach <strong>vereinnahmten Entgelten<\/strong> (Istversteuerung) abrechnen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Was \u00e4ndert sich konkret?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bislang war der <strong>Vorsteuerabzug<\/strong> auch dann m\u00f6glich, wenn eine Leistung erbracht, jedoch noch keine Zahlung erfolgt war. Mit der <strong>Neufassung des \u00a7 15 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 UStG<\/strong> wird dies nun angepasst:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Der <strong>Vorsteuerabzug ist k\u00fcnftig erst dann zul\u00e4ssig<\/strong>, wenn und soweit <strong>eine Zahlung erfolgt<\/strong> ist.<\/li><li>Dies betrifft alle F\u00e4lle, in denen die Leistung von einem <strong>Istversteuerer<\/strong> (\u00a7 20 UStG) erbracht wird.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Auswirkungen auf Leistungsempf\u00e4nger<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit der Leistungsempf\u00e4nger nachvollziehen kann, ob es sich bei dem Rechnungssteller um einen Istversteuerer handelt, wird eine <strong>neue Pflichtangabe<\/strong> in Rechnungen eingef\u00fchrt:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>\u00a7 14 Abs. 4 Satz 1 Nr. 6a UStG (neu):<\/strong> Die Rechnung muss einen Hinweis darauf enthalten, dass der Leistende seine Ums\u00e4tze nach vereinnahmten Entgelten versteuert.<\/li><li>Diese Pflichtangabe gilt auch f\u00fcr:<ul><li><strong>Kleinbetragsrechnungen<\/strong> (\u00a7 33 UStDV) und<\/li><li><strong>Fahrausweise<\/strong> (\u00a7 34 UStDV).<\/li><\/ul><\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Warum diese \u00c4nderung?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die neue Regelung dient der <strong>Klarstellung und Vereinheitlichung<\/strong>. Sie verhindert, dass Vorsteuer bereits geltend gemacht wird, bevor der Leistende tats\u00e4chlich eine Zahlung vereinnahmt hat. Dies soll Unstimmigkeiten bei der Versteuerung und m\u00f6gliche Liquidit\u00e4tsnachteile f\u00fcr die Finanzverwaltung vermeiden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Beispiel:<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Unternehmen erh\u00e4lt eine Rechnung von einem Dienstleister, der Istversteuerer ist:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Rechnungsbetrag:<\/strong> 5.000 Euro (inkl. 19 % USt)<\/li><li><strong>Leistung erbracht im Januar 2028<\/strong>, Zahlung erfolgt im M\u00e4rz 2028.<\/li><li><strong>Vor der \u00c4nderung:<\/strong> Das Unternehmen konnte die Vorsteuer von 798,32 Euro (5.000 \u20ac \/ 1,19 * 0,19) bereits im Januar 2028geltend machen.<\/li><li><strong>Nach der \u00c4nderung:<\/strong> Der Vorsteuerabzug ist erst im <strong>M\u00e4rz 2028<\/strong>(Zeitpunkt der Zahlung) m\u00f6glich.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Praktische Umsetzung f\u00fcr Unternehmer<\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Rechnungsstellung:<\/strong> Unternehmer, die Istversteuerer sind, m\u00fcssen ihre Rechnungen entsprechend kennzeichnen, um ihren Kunden den Vorsteuerabzug korrekt zu erm\u00f6glichen.<\/li><li><strong>Buchhaltung:<\/strong> Unternehmen m\u00fcssen darauf achten, dass sie Vorsteuer aus Rechnungen von Istversteuerern erst nach Zahlung abziehen.<\/li><li><strong>Pr\u00fcfung der Rechnungen:<\/strong> Leistungsempf\u00e4nger sollten Rechnungen genau pr\u00fcfen, um sicherzustellen, dass der Vorsteuerabzug nicht vorzeitig vorgenommen wird.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Fazit<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Neuregelung zur <strong>Vorsteuerabzugsberechtigung bei Istversteuerern<\/strong> bringt mehr Transparenz, erfordert jedoch eine genaue \u00dcberpr\u00fcfung der Rechnungen und Zahlungsvorg\u00e4nge. Unternehmen sollten ihre Prozesse und Buchhaltung entsprechend anpassen, um <strong>Fehlbuchungen und Verz\u00f6gerungen beim Vorsteuerabzug<\/strong> zu vermeiden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ab 2028 tritt eine wichtige \u00c4nderung f\u00fcr den Vorsteuerabzug bei Leistungsbezug von Istversteuerern in Kraft. Diese Neuregelung hat erhebliche Auswirkungen auf Unternehmen, die Leistungen von Unternehmern beziehen, die nach vereinnahmten Entgelten (Istversteuerung) abrechnen. Was \u00e4ndert sich konkret? Bislang war der Vorsteuerabzug auch dann m\u00f6glich, wenn eine Leistung erbracht, jedoch noch keine Zahlung erfolgt war. 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