{"id":76294,"date":"2025-01-03T18:38:41","date_gmt":"2025-01-03T16:38:41","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=76294"},"modified":"2025-01-03T18:38:41","modified_gmt":"2025-01-03T16:38:41","slug":"grundsteuer-2025-nachweismoeglichkeit-eines-niedrigeren-gemeinen-werts-neue-regelung-im-bewertungsgesetz-%c2%a7-220-abs-2-bewg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/grundsteuer-2025-nachweismoeglichkeit-eines-niedrigeren-gemeinen-werts-neue-regelung-im-bewertungsgesetz-%c2%a7-220-abs-2-bewg\/","title":{"rendered":"<strong>Grundsteuer 2025: Nachweism\u00f6glichkeit eines niedrigeren gemeinen Werts \u2013 Neue Regelung im Bewertungsgesetz (\u00a7 220 Abs. 2 BewG)<\/strong>"},"content":{"rendered":"\n<p>Mit der Anpassung des <strong>\u00a7 220 Abs. 2 Bewertungsgesetz (BewG)<\/strong> wird Steuerpflichtigen k\u00fcnftig die M\u00f6glichkeit einger\u00e4umt, einen <strong>niedrigeren gemeinen Wert<\/strong> f\u00fcr ihre Grundst\u00fccke nachzuweisen, wenn der festgestellte Grundsteuerwert den tats\u00e4chlichen Wert erheblich \u00fcbersteigt.<\/p>\n\n\n\n<h3>Hintergrund der Neuregelung<\/h3>\n\n\n\n<p>Der <strong>Bundesfinanzhof (BFH)<\/strong> hat in zwei Verfahren zur Aussetzung der Vollziehung (Az. II B 78\/23 und II B 79\/23) entschieden, dass der <strong>festgestellte Grundsteuerwert<\/strong> im Einzelfall nicht mehr als <strong>40 %<\/strong> \u00fcber dem tats\u00e4chlichen gemeinen Wert des Grundst\u00fccks liegen darf.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bisherige Regelung:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul><li>Die Bewertungsgrundlagen f\u00fcr die Grundsteuer wurden in der Regel durch pauschale Modelle ermittelt (z. B. Bodenrichtwerte, Ertragswertverfahren).<\/li><li>Steuerpflichtige hatten kaum die M\u00f6glichkeit, einen <strong>individuell niedrigeren Grundst\u00fcckswert<\/strong> anzusetzen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Neuregelung ab 2025:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul><li><strong>Steuerpflichtige k\u00f6nnen nachweisen,<\/strong> dass der gemeine Wert ihres Grundst\u00fccks unter dem festgestellten Grundsteuerwert liegt.<\/li><li>Wird nachgewiesen, dass der festgestellte Wert den tats\u00e4chlichen Wert <strong>um 40 % oder mehr \u00fcbersteigt,<\/strong> ist der niedrigere gemeine Wert anzusetzen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3>Praxisbeispiel<\/h3>\n\n\n\n<p>Ein Grundst\u00fcck wird vom Finanzamt mit einem Grundsteuerwert von <strong>500.000 Euro<\/strong> bewertet. Der Eigent\u00fcmer kann jedoch nachweisen, dass der <strong>tats\u00e4chliche gemeine Wert<\/strong> nur <strong>350.000 Euro<\/strong> betr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<ul><li><strong>500.000 Euro \u2013 40 % = 300.000 Euro<\/strong>.<\/li><li>Da der nachgewiesene gemeine Wert (350.000 Euro) unter dieser Grenze liegt, wird dieser Wert angesetzt.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3>M\u00f6glichkeiten des Nachweises<\/h3>\n\n\n\n<p>Um den <strong>niedrigeren gemeinen Wert<\/strong> zu belegen, k\u00f6nnen Steuerpflichtige folgende Nachweise erbringen:<\/p>\n\n\n\n<ol><li><strong>Verkaufspreis:<\/strong> Ein <strong>Kaufpreis<\/strong> f\u00fcr das Grundst\u00fcck, der <strong>innerhalb eines Jahres<\/strong> vor oder nach dem Hauptfeststellungszeitpunkt im <strong>gew\u00f6hnlichen Gesch\u00e4ftsverkehr<\/strong> erzielt wurde.<\/li><li><strong>Gutachten:<\/strong> Ein <strong>Verkehrswertgutachten<\/strong> eines \u00f6ffentlich bestellten und vereidigten Sachverst\u00e4ndigen.<\/li><li><strong>Vergleichswerte:<\/strong> Vergleichbare Verkaufsf\u00e4lle in der unmittelbaren Umgebung.<\/li><\/ol>\n\n\n\n<h3>Vorteile der Neuregelung<\/h3>\n\n\n\n<ul><li><strong>Steuerliche Gerechtigkeit:<\/strong> Grundst\u00fccke werden nicht \u00fcberh\u00f6ht besteuert, wenn ihr tats\u00e4chlicher Wert nachweislich geringer ist.<\/li><li><strong>Praxistauglichkeit:<\/strong> Ein Kaufpreis aus einer realen Transaktion bietet eine <strong>einfache und transparente M\u00f6glichkeit<\/strong> zur Nachweisf\u00fchrung.<\/li><li><strong>Flexibilit\u00e4t:<\/strong> Grundst\u00fcckseigent\u00fcmer haben bis zu <strong>ein Jahr nach der Hauptfeststellung<\/strong> Zeit, einen Nachweis zu erbringen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3>Auswirkungen auf Steuerpflichtige<\/h3>\n\n\n\n<ul><li><strong>Immobilieneigent\u00fcmer<\/strong> sollten die M\u00f6glichkeit nutzen, ihre Grundst\u00fcckswerte regelm\u00e4\u00dfig zu pr\u00fcfen.<\/li><li><strong>Kaufpreise und Gutachten<\/strong> sollten sorgf\u00e4ltig dokumentiert werden, um im Bedarfsfall als Nachweis zu dienen.<\/li><li>In Regionen mit <strong>volatilen Immobilienpreisen<\/strong> k\u00f6nnen erhebliche Steuerersparnisse erzielt werden.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h3>Fazit<\/h3>\n\n\n\n<p>Die neue Regelung im <strong>Bewertungsgesetz<\/strong> bietet eine bedeutende Entlastung f\u00fcr Steuerpflichtige und sorgt f\u00fcr mehr Fairness bei der Grundsteuerfestsetzung. Die M\u00f6glichkeit, <strong>einen niedrigeren gemeinen Wert nachzuweisen,<\/strong> gibt Grundst\u00fcckseigent\u00fcmern ein wirksames Instrument an die Hand, um <strong>\u00fcberh\u00f6hte Steuerbelastungen zu vermeiden.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>\ud83d\udc49 <strong>Empfehlung:<\/strong> Immobilieneigent\u00fcmer sollten die Entwicklung der Bodenrichtwerte und Grundsteuerbescheide aufmerksam verfolgen und sich fr\u00fchzeitig \u00fcber die M\u00f6glichkeit zur Einholung eines Gutachtens oder Kaufpreises als Nachweis informieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit der Anpassung des \u00a7 220 Abs. 2 Bewertungsgesetz (BewG) wird Steuerpflichtigen k\u00fcnftig die M\u00f6glichkeit einger\u00e4umt, einen niedrigeren gemeinen Wert f\u00fcr ihre Grundst\u00fccke nachzuweisen, wenn der festgestellte Grundsteuerwert den tats\u00e4chlichen Wert erheblich \u00fcbersteigt. 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