{"id":76324,"date":"2025-01-09T17:16:05","date_gmt":"2025-01-09T15:16:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=76324"},"modified":"2025-01-09T17:16:05","modified_gmt":"2025-01-09T15:16:05","slug":"steuerfalle-der-vermeintlich-guenstige-auslaendische-handwerker-repariert-das-vermietungsobjekt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/steuerfalle-der-vermeintlich-guenstige-auslaendische-handwerker-repariert-das-vermietungsobjekt\/","title":{"rendered":"Steuerfalle: Der vermeintlich g\u00fcnstige ausl\u00e4ndische Handwerker repariert das Vermietungsobjekt"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Fachkr\u00e4ftemangel macht sich mittlerweile auch bei Vermietern bemerkbar. Regionale Handwerker sind oft ausgebucht, und ihre Angebote sind h\u00e4ufig sehr kostspielig. Daher greifen Vermieter zunehmend auf ausl\u00e4ndische Handwerker zur\u00fcck. Doch hier lauern <strong>Steuerfallen<\/strong>, die wir Ihnen nachfolgend erl\u00e4utern m\u00f6chten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>1. Ertragsteuerliche Behandlung: Das Wahlrecht der Werbungskosten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nehmen wir Herrn <strong>M\u00fcller<\/strong> als Beispiel: ein lediger Arbeitnehmer mit einem zu versteuernden Einkommen von 50.000 EUR, der das Dach seines vermieteten Mehrfamilienhauses sanieren lie\u00df. Nachdem regionale Handwerker keine Kapazit\u00e4ten hatten und ein Angebot \u00fcber 33.000 EUR ihm zu teuer erschien, beauftragte er einen ausl\u00e4ndischen Handwerker f\u00fcr 30.000 EUR.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kosten f\u00fcr die Dachsanierung gelten als Werbungskosten und k\u00f6nnen steuerlich geltend gemacht werden. Hier hat Herr <strong>M\u00fcller<\/strong> ein <strong>Wahlrecht<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>Sofortiger Abzug<\/strong> der vollen 30.000 EUR im Zahlungsjahr.<\/li><li><strong>Verteilung der Kosten<\/strong> \u00fcber zwei bis f\u00fcnf Jahre gem\u00e4\u00df \u00a7 82b Abs. 1 EStDV.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Steuerliche Auswirkungen (Tarif 2024):<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Sofortiger Abzug: Steuerersparnis von 9.147 EUR.<\/li><li>Verteilung auf f\u00fcnf Jahre: Steuerersparnis von 10.450 EUR.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Verteilung bietet bei steigendem Einkommen einen Vorteil, da der progressive Steuertarif effektiv genutzt werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>2. Umsatzsteuerfalle: \u201eUmkehr der Steuerschuldnerschaft\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die beauftragte Dachsanierung l\u00f6st gem\u00e4\u00df \u00a7 13b UStG eine <strong>Umkehr der Steuerschuldnerschaft<\/strong> aus. Das bedeutet: Der Vermieter, also Herr <strong>M\u00fcller<\/strong>, schuldet die Umsatzsteuer, nicht der ausl\u00e4ndische Handwerker.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Der Leistungsort liegt in Deutschland (\u00a7 3a Abs. 3 Nr. 1 UStG).<\/li><li>Der Steuersatz betr\u00e4gt 19 %, also 5.700 EUR auf die Sanierungskosten.<\/li><li>Da Herr <strong>M\u00fcller<\/strong> ausschlie\u00dflich steuerfreie Vermietungsums\u00e4tze erzielt, ist der Vorsteuerabzug ausgeschlossen (\u00a7 15 Abs. 2 Nr. 1 UStG).<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Folge:<\/strong> Die 5.700 EUR Umsatzsteuer stellen eine zus\u00e4tzliche Belastung dar, die nur als Werbungskosten im Zahlungsjahr abziehbar ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Kostenvergleich:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Regionaler Handwerker: 33.000 EUR<\/li><li>Ausl\u00e4ndischer Handwerker: 30.000 EUR + 5.700 EUR Umsatzsteuer = 35.700 EUR<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Herr <strong>M\u00fcller<\/strong> h\u00e4tte mit dem regionalen Handwerker g\u00fcnstiger abgeschlossen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>3. Bauabzugsteuer: Die zweite Steuerfalle<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach \u00a7 48 EStG ist bei Bauleistungen in Deutschland ein <strong>Steuerabzug in H\u00f6he von 15 %<\/strong> der Gegenleistung vorzunehmen. Herr <strong>M\u00fcller<\/strong> h\u00e4tte daher 4.500 EUR (15% von 30.000 EUR) Bauabzugsteuer einbehalten und an das Finanzamt abf\u00fchren m\u00fcssen. Da er dies nicht tat, haftet er f\u00fcr diesen Betrag.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Ausnahmen:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Der Bau betrifft den privaten Bereich.<\/li><li>Es liegt eine g\u00fcltige Freistellungsbescheinigung nach \u00a7 48b EStG vor.<\/li><li>Die Bagatellgrenze von 15.000 EUR wird nicht \u00fcberschritten.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da diese Ausnahmen nicht zutrafen, war die Bauabzugsteuer rechtens.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Fazit: Vorsicht bei ausl\u00e4ndischen Handwerkern<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Beauftragung ausl\u00e4ndischer Handwerker mag auf den ersten Blick g\u00fcnstiger erscheinen, kann jedoch durch Umsatzsteuer und Bauabzugsteuer schnell teurer werden. Vermieter sollten daher stets:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Vorab pr\u00fcfen, ob eine <strong>Freistellungsbescheinigung<\/strong> vorliegt.<\/li><li>Die <strong>steuerlichen Konsequenzen sorgf\u00e4ltig kalkulieren<\/strong>.<\/li><li>Bei Unsicherheiten einen <strong>Steuerberater zu Rate ziehen<\/strong>.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So vermeiden Sie teure \u00dcberraschungen und sichern Ihre Liquidit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Haben Sie Fragen zu diesem Thema? Kontaktieren Sie uns \u2013 wir beraten Sie gerne!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Fachkr\u00e4ftemangel macht sich mittlerweile auch bei Vermietern bemerkbar. Regionale Handwerker sind oft ausgebucht, und ihre Angebote sind h\u00e4ufig sehr kostspielig. Daher greifen Vermieter zunehmend auf ausl\u00e4ndische Handwerker zur\u00fcck. Doch hier lauern Steuerfallen, die wir Ihnen nachfolgend erl\u00e4utern m\u00f6chten. 1. 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