{"id":76502,"date":"2025-01-23T17:23:21","date_gmt":"2025-01-23T15:23:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=76502"},"modified":"2025-01-23T17:23:21","modified_gmt":"2025-01-23T15:23:21","slug":"eugh-kuendigungsverguetungen-fuer-bau-und-planungsleistungen-umsatzsteuerpflichtig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/eugh-kuendigungsverguetungen-fuer-bau-und-planungsleistungen-umsatzsteuerpflichtig\/","title":{"rendered":"<strong>EuGH: K\u00fcndigungsverg\u00fctungen f\u00fcr Bau- und Planungsleistungen umsatzsteuerpflichtig<\/strong>"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Europ\u00e4ische Gerichtshof (EuGH) hat in einem wegweisenden Urteil vom 28.11.2024 (Rs. C-622\/23) entschieden, dass Verg\u00fctungen f\u00fcr k\u00fcndigungsbedingt nicht mehr erbrachte Bau- und Planungsleistungen umsatzsteuerpflichtig sind. Diese Entscheidung k\u00f6nnte die bisherige Praxis in Deutschland grundlegend \u00e4ndern, wonach solche Verg\u00fctungen bislang nicht der Umsatzsteuer unterlagen.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Bisherige Regelung in Deutschland<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach deutschem Recht (\u00a7 648 BGB) gilt:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Bei einer freien K\u00fcndigung durch den Auftraggeber k\u00f6nnen Bauunternehmen oder Architekten eine Verg\u00fctung f\u00fcr bereits erbrachte Leistungen sowie anteilig f\u00fcr nicht erbrachte Leistungen verlangen.<\/li><li>Bislang wurde der Anteil f\u00fcr nicht erbrachte Leistungen nicht als umsatzsteuerpflichtig eingestuft, da keine tats\u00e4chliche Leistung erbracht wurde.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Neue Sichtweise des EuGH<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der EuGH hat klargestellt, dass die gesamte K\u00fcndigungsverg\u00fctung \u2013 einschlie\u00dflich der Verg\u00fctung f\u00fcr nicht erbrachte Leistungen \u2013 der Umsatzsteuerpflicht unterliegt. Der Grund:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Die Zahlung der Verg\u00fctung stellt eine Gegenleistung dar, die eng mit dem urspr\u00fcnglichen Vertrag verbunden ist.<\/li><li>Auch wenn Leistungen nicht erbracht werden, handelt es sich um eine wirtschaftliche T\u00e4tigkeit, die der Umsatzsteuer unterliegt.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Auswirkungen auf Bauunternehmen und Planungsb\u00fcros<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\"><li><strong>Abrechnungspraxis anpassen:<\/strong><ul><li>Betroffene Unternehmen m\u00fcssen bei K\u00fcndigungen k\u00fcnftig auch die Verg\u00fctung f\u00fcr nicht erbrachte Leistungen in die Umsatzsteuerberechnung einbeziehen.<\/li><li>Umsatzsteuer sollte auf der gesamten K\u00fcndigungsverg\u00fctung ausgewiesen und abgef\u00fchrt werden.<\/li><\/ul><\/li><li><strong>Steuerliche Anpassung:<\/strong><ul><li>Bereits bestehende Vertr\u00e4ge sollten auf m\u00f6gliche Klauseln zur Umsatzsteuerpflicht \u00fcberpr\u00fcft und bei Bedarf angepasst werden.<\/li><li>Steuerberater sollten konsultiert werden, um die neue Regelung korrekt umzusetzen.<\/li><\/ul><\/li><li><strong>R\u00fcckwirkende \u00c4nderungen m\u00f6glich:<\/strong><ul><li>Das Urteil k\u00f6nnte Auswirkungen auf noch offene Altf\u00e4lle haben. Unternehmen sollten diese pr\u00fcfen und bei Bedarf anpassen, um Nachforderungen zu vermeiden.<\/li><\/ul><\/li><\/ol>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Praxistipps f\u00fcr betroffene Unternehmen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><strong>\u00dcberpr\u00fcfung bestehender Vertr\u00e4ge:<\/strong> Stellen Sie sicher, dass die Umsatzsteuerregelungen auch gek\u00fcndigte Vertr\u00e4ge abdecken.<\/li><li><strong>Dokumentation:<\/strong> Halten Sie die Berechnungsgrundlagen f\u00fcr K\u00fcndigungsverg\u00fctungen klar und nachvollziehbar fest.<\/li><li><strong>Rechtliche Beratung:<\/strong> Ziehen Sie rechtliche oder steuerliche Experten hinzu, um Unsicherheiten zu vermeiden und Haftungsrisiken zu minimieren.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Fazit: Neue Herausforderungen bei gek\u00fcndigten Vertr\u00e4gen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das EuGH-Urteil bringt erhebliche \u00c4nderungen f\u00fcr Bauunternehmen, Architekten und Ingenieurb\u00fcros mit sich. Die bisherige Praxis, Verg\u00fctungen f\u00fcr nicht erbrachte Leistungen umsatzsteuerfrei zu behandeln, wird nicht mehr zul\u00e4ssig sein. Unternehmen sollten ihre Abrechnungsprozesse und Vertragsklauseln schnellstm\u00f6glich anpassen, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Haben Sie Fragen zur praktischen Umsetzung oder ben\u00f6tigen Sie Unterst\u00fctzung? Wir helfen Ihnen gerne weiter!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Europ\u00e4ische Gerichtshof (EuGH) hat in einem wegweisenden Urteil vom 28.11.2024 (Rs. C-622\/23) entschieden, dass Verg\u00fctungen f\u00fcr k\u00fcndigungsbedingt nicht mehr erbrachte Bau- und Planungsleistungen umsatzsteuerpflichtig sind. Diese Entscheidung k\u00f6nnte die bisherige Praxis in Deutschland grundlegend \u00e4ndern, wonach solche Verg\u00fctungen bislang nicht der Umsatzsteuer unterlagen. 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