{"id":76508,"date":"2025-01-23T17:56:24","date_gmt":"2025-01-23T15:56:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/?p=76508"},"modified":"2025-01-23T17:56:42","modified_gmt":"2025-01-23T15:56:42","slug":"die-vom-erblasser-herruehrenden-schulden-abzugsfaehigkeit-bei-der-erbschaftsteuer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.steuerschroeder.de\/blog\/die-vom-erblasser-herruehrenden-schulden-abzugsfaehigkeit-bei-der-erbschaftsteuer\/","title":{"rendered":"<strong>Die vom Erblasser herr\u00fchrenden Schulden: Abzugsf\u00e4higkeit bei der Erbschaftsteuer<\/strong>"},"content":{"rendered":"\n<p>Bei der Erbschaftsteuer ist die Frage, welche Schulden des Erblassers vom steuerpflichtigen Erwerb abgezogen werden k\u00f6nnen, von zentraler Bedeutung. Durch den Abzug von Nachlassverbindlichkeiten wird die Bereicherung des Erwerbers und damit die Steuerlast gemindert. Doch nicht jede Schuld ist abzugsf\u00e4hig \u2013 hier kommt es auf die genaue Herkunft und den Zusammenhang mit dem Erbfall an.<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3><strong>1. Gesetzlicher Tatbestand<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Nach \u00a7 10 Abs. 5 ErbStG sind <strong>vom Erblasser herr\u00fchrende Schulden<\/strong> abzugsf\u00e4hig, wenn sie:<\/p>\n\n\n\n<ul><li><strong>durch den Erbfall<\/strong> auf den Erwerber \u00fcbergegangen sind,<\/li><li><strong>wirtschaftlich nicht bereits bei der Bewertung des Erwerbs ber\u00fccksichtigt<\/strong> wurden.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Zu diesen Schulden geh\u00f6ren beispielsweise:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Hypotheken oder Darlehensschulden des Erblassers.<\/li><li>Steuerschulden, die bis zum Tod des Erblassers entstanden sind.<\/li><li>Vertragliche Verpflichtungen, die der Erblasser eingegangen ist.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3><strong>2. Schulden, die nicht abzugsf\u00e4hig sind<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Nicht abzugsf\u00e4hig sind Schulden, die <strong>nicht im Zusammenhang mit dem Erbfall<\/strong> stehen, wie:<\/p>\n\n\n\n<ul><li><strong>Schuld\u00fcbernahmen durch den Erwerber:<\/strong> \u00dcbernimmt der Erwerber nach dem Erbfall freiwillig eine Schuld, fehlt der erforderliche Zusammenhang mit dem Erblasser und dem Erbfall (BFH-Urteil vom 26.7.2023, II R 4\/21).<\/li><li>Schulden, die bereits <strong>bei der Bewertung eines Gewerbebetriebs oder Anteils<\/strong> ber\u00fccksichtigt wurden (\u00a7 10 Abs. 5 Nr. 1 ErbStG).<\/li><\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3><strong>3. Besonderheiten bei betrieblichem Verm\u00f6gen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Ein Sonderfall ergibt sich bei Schulden, die mit betrieblichem Verm\u00f6gen im Zusammenhang stehen:<\/p>\n\n\n\n<ul><li><strong>Schulden, die den Betrieb betreffen,<\/strong> werden bei der Bewertung des Betriebsverm\u00f6gens ber\u00fccksichtigt und k\u00f6nnen nicht separat abgezogen werden.<\/li><li><strong>Private Schulden des Erblassers,<\/strong> die in keinem wirtschaftlichen Zusammenhang mit dem Betrieb stehen, k\u00f6nnen hingegen unter \u00a7 10 Abs. 5 Nr. 1 ErbStG fallen und vom Erwerb abgezogen werden.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3><strong>4. Aktuelle Rechtsprechung und praktische Hinweise<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Das Urteil des BFH vom 26.7.2023 (II R 4\/21) hat die Bedeutung des Begriffs \u201eherr\u00fchren\u201c betont. Entscheidend ist, dass:<\/p>\n\n\n\n<ul><li>Die Schulden <strong>durch den Erbfall<\/strong> auf den Erwerber \u00fcbergehen.<\/li><li>Es keine freiwillige Schuld\u00fcbernahme durch den Erwerber gibt.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<h4><strong>Praxistipps:<\/strong><\/h4>\n\n\n\n<ul><li><strong>Dokumentation pr\u00fcfen:<\/strong> \u00dcberpr\u00fcfen Sie die Herkunft der Schulden und dokumentieren Sie deren Zusammenhang mit dem Erbfall.<\/li><li><strong>Abgrenzung betrieblicher und privater Schulden:<\/strong> Kl\u00e4ren Sie, ob Schulden bereits bei der Bewertung des Betriebsverm\u00f6gens ber\u00fccksichtigt wurden.<\/li><li><strong>Beratung einholen:<\/strong> Bei komplexen Sachverhalten sollten Sie steuerlichen Rat einholen, um Streitigkeiten mit dem Finanzamt zu vermeiden.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<h3><strong>Fazit: Pr\u00e4zise Pr\u00fcfung ist entscheidend<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die Abzugsf\u00e4higkeit der vom Erblasser herr\u00fchrenden Schulden ist ein wichtiger Aspekt bei der Erbschaftsteuer. Entscheidend ist, dass die Schulden im Zusammenhang mit dem Erbfall stehen und nicht bereits bei der Bewertung des Verm\u00f6gens ber\u00fccksichtigt wurden. Eine sorgf\u00e4ltige Pr\u00fcfung und Dokumentation sind essenziell, um die steuerliche Beg\u00fcnstigung korrekt in Anspruch zu nehmen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Haben Sie Fragen zur Abzugsf\u00e4higkeit von Nachlassverbindlichkeiten? Wir unterst\u00fctzen Sie gerne \u2013 kontaktieren Sie uns!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei der Erbschaftsteuer ist die Frage, welche Schulden des Erblassers vom steuerpflichtigen Erwerb abgezogen werden k\u00f6nnen, von zentraler Bedeutung. Durch den Abzug von Nachlassverbindlichkeiten wird die Bereicherung des Erwerbers und damit die Steuerlast gemindert. 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